Mittwoch, 22. Dezember 2010

Gedanken zum Reisen

Woher diese Reisebesessenheit in mir stammt, weiß ich nicht, es ist bis zum heutigen Tag nicht zu erklären. Ich denke, es liegt in meinen Genen, daß ich mich immer auf den Weg machen muß. Laut meiner Mutter, kam ich nach meinem Vater, er hatte immer Hummel im Arsch. Ich möchte alles in der Welt sehen. Leider ist dies unmöglich, aber wenigstens versuchen wir das, was geht. 

In meiner Kindheit reisten wir nicht viel, wir fuhren jedes Jahr an den gleichen Ort in den Urlaub, in eine Ferienanlage der Großfabriken der sozialistischen Zeiten (wie es halt in Ungarn in den ’80-er Jahren üblich war). Meine Mutter hat jedes Jahr in ihrer Arbeit einen 2-wöchigen Urlaubsgutschein bekommen, so waren wir jedes Jahr in Zsóry-Bad (Mezőkövesd). Den größten Teil meiner Schulferien verbrachte ich in Paks bei meinen Pateneltern, wo ich die Sommer wirklich mit den abenteuerlichsten Kinderstreichen verbrachte. Dies waren schöne Zeiten. Ich erinnere mich nur daran, daß ich schon als Kind, vor jeder Reise, Wochen vorher Packlisten geschrieben habe. Ich plante alles für die Reise und es begann in mir ein besonderes Kribbeln. Meine Mutter mochte nie reisen, sie ist bis heute ein zu Hause sitzender Typ und ihr wird’s schon von dem Gedanken des Reisens übel. Mein Vater dagegen konnte nie irgendwo länger bleiben, er hatte Hummel im Arsch. Von den Abenteuern seines Lebens könnte man bestimmt ein spannendes Buch schreiben, aber ich  kann mich nur an wenige Bruchstücke dieser abenteuerlichen Geschichten aus meinem Kindheit erinnern.

Mich zieht am meisten die Mittelmeer-Region an, ich fühle so, daß ich dorthin gehöre, ich wäre dort geboren, ich würde mich dafür zerreißen, wenn ich dort leben dürfte. 
Ich bin nicht religiös. Für mich ist die Natur der Allmächtige. Sie zerstört, baut, gestaltet mit enormer Kraft um, und erschöpft Wunder. Ich bestaune die von menschlicher Hand gebauten Wunder während meiner Reisen, aber die können nie dieses innere Kribbeln, und diese Begeisterung in mir initiiren, als ein Naturwunder es in mir tut. Ich respektiere die Natur und manchmal frage ich mich, warum ich das Gefühl habe, dass ich eine unendliche Liebe für die Natur fühle? Vielleicht, weil ich aus ihr entstamme. Vielleicht, weil ich in ihr und mit ihr lebte in meinem vorangegangenen Leben. Es tut mir wirklich sehr weh, daß die Menschheit dies alles zerstört. Ich habe immer in mir die Sehnsucht, die unendliche Welt zu sehen: Millionen Varianten von Pflanzen, Tieren, Steinen, Gewässern, Bergen, Farben, Formen ... und so weiter.


Meine erste Reise war 1994 nach Spanien und es folgten noch einige Südeuropa-Reisen mit Reisegruppen und mit Bus. Geflogen bin ich nur dreimal (mit TU 154), bevor ich nach Deutschland kam, diese mächtigen großen Maschienen, mit denen wir jetzt fliegen, waren für mich unbekannt

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