Donnerstag, 23. Dezember 2010

Meine Alpenabenteuer/Teil 1.

30. Juni 2003 Zugspitze, Garmisch-Partenkirchen, Grainau

Im vorherigen Eintrag habe ich angefangen über mein erstes Treffen mit den hohen Berge zu erzählen. Hier werde ich die Geschichte zum Ende bringen. 
Also...wir fahren für zwei Tage in die Berge. In der früh steigen wir ins Auto, München-Garmisch-Partenkirchen (im Weiteren GAP) weniger als eine Stunde Fahrt auf der Autobahn. Mein Herz rast, als wir uns immer mehr der Voralpenwelt nähern. Wir machen bei Grainau auf einem Parkplatz Pause und Brotzeit. Wie vorher geschrieben: mich fasziniert der Blick auf den Vorderen Waxenstein: 


Zuerst fahren wir zum Eibsee:

Wir werfen nur einen kurzen Blick auf den See und gehen sofort zu der Zahnradbahn. Als wir den Ticketpreis sehen, kriegen wir zuerst einen kleineren Herzinfarkt: 51 Euro/Person. Wir wollen nicht so ein Vermögen dafür ausgeben. Aber wir haben Glück: es ist nämlich der 30. Juni, und es ist noch Vorsaison (1. Juli nicht mehr), dadurch noch billiger, also nur 32 Euro/Person, was für ein Glück! Es ist auch sehr viel Geld, aber ich will darauf! Süß ist die Bayrische Zugspitzbahn, wie in einem Märchen. Wir fahren damit mehr als 1/2 Stunde bergauf.


Zuerst durch Kieferwälder, danach kilometerlang in dem Magen des Berges. Dann kommen wir an dieses  Plateau auf der hinteren Seite des Berges an. Ich starre herum mit offen gebliebenem Mund Minuten lang, unten war es 32 Grad und hier ist nur 11 Grad, aber überall liegt Schnee. Schnee im Sommer!!?? Habe noch nie sowas gesehen oder mir vorstellen können! Ich springe wie ein frohes Kind im Schnee herum und dann fahren wir mit der Seilbahn auf die Zugspitze hinauf.



Auf der Terasse des Besucherzentrums steht man genau gegenüber dem Gipfelkreuz, wohin man über einige Leitern hinklettern kann. Hier erfährt man (wie Überall, was so bekannt ist) eine Invasion von chinesischen Reisegruppen. :D Da wir uns gegenseitig beim "Klettern" fotografieren möchten, klettert erst M. und ich bleibe da und fotografiere ihn, danach umgekehrt. Also ich stehe auf dem Dach Deutschlands :-) auf 2962 Meter! Der höchste Punkt, wo ich jemals hingekommen bin - und das ohne Flugzeug! :-) Das Panorama ist überwältigend. Unter mir sehe ich das Höllental, den Eibsee, die Miemingerkette (auf der österreichischen Seite), alles aus der Vogelperspektive.


Ich glaube, dies ist der bestimmte Moment, der mich zum Gefangenen der Berge macht, nur ich weiß es noch nicht. Die Großkabinenseilbahn fährt sehr schnell hinab und ich kriege wahnsinnige Schmerzen in meinen  Ohren. Es entwickelt sich zum Unertragbaren, ich könnte schreien. Nie wieder Zugspitze mit Seilbahn!!!


Aber trotz allem ist dieses Erlebnis unvergesslich. Wir spazieren zum Eibsee hin und machen uns auf den Weg auf der Südseite der Zugspitze. Wir möchten baden! Ahhh, kleines, naives Mädl - hast du eine Ahnung wie eisig kalt es ist?? Endlich finden wir eine schöne, versteckte Stelle, wo man ohne Kleidung ins Wasser hupfen kann. Die Kälte ist kaum zu ertragen, wir schauen in die kristallklare Tiefe und es macht uns ängstlich, wie wir  die vielen ausgekippten Kieferbäume auf dem schlammigen Boden liegen sehen. Es ist kein gewöhnliches Stranderlebniss! :-)  Als wir aus dem Wasser rauskommen, greifen uns Herden von Bremsen an. Diese Viecher habe ich vorher nicht gekannt. Nach dem eigenartigen Bad laufen wir noch schnell um den See herum, es fängt leider zu nieseln an. 



Voll mit frischen Erlebnissen fahren wir weiter nach Grainau, wo zwischen der Hauptstraße und Loisach ein ordentlicher Campingplatz zu finden ist. Hier bauen wir unser Zelt auf, welches noch nagelneu ist und danach fahren wir nach Garmisch-Partenkirchen rein, bißchen umzusehen. GAP ist in diesem Moment für mich das immer erträumte, perfekte Alpendorf. Ich verliebe mich sofort in es und bleibe für ewig verliebt!

Wir kehren in den Campingplatz zurück, zu dieser Zeit haben wir noch keinerlei Campingausrüstungen außer dem Zelt! Der Campingplatz ist gut ausgerüstet, die Sanitäranlagen sind in Ordnung und sauber. Hier fängt unsere Campingkarriere an. :D

1. Juli 2003 Grainau, Partnachklamm, Oberammergau, Linderhof

Wir stehen früh auf, räumen das Zelt weg, es nieselt und wir fahren zu der Skisprungschanze von  Partenkirchen und von dort spazieren wir zu der Partnachklamm. Bis zum Klammeingang muß man ca. 2 km laufen. Die Wände der engen Felsenklamm sind etwa 80 Meter hoch, und ein türkisfarbiger Bach schießt durch. Die Besucher können auf dem ca. 500 Meter langen, in der Felswand ausgemeißelten Weg hin und zurück marschieren. Es ist sehr wildromantisch. Den Anblick kann man gar nicht beschreiben, es ist atemberaubend schön. Am Ende der Klamm kehren wir nicht zurück, wie die meisten Leute, sondern gehen noch ein Stück ins Tal rein und dann auf der gegenüberen Seite der Klamm aufwärts zurück. Wir können öfter von oben einen Blick in die Klamm werfen und zum Schluß kommen wir auf der Partnachalm an, wo paar "Milka-Kühe" grasen. Na ja, lila sind sie nicht, aber uns gefallen sie auch lieber so mit gemischten und natürlichen Farben. 



Als wir bei dem Skistadion ankommen, fängt es leider richtig stark zu regnen an.
Wir fahren nach Oberammergau. So ein hübscher Ort gefällt mir sehr gut, und der Höhepunkt des Tages ist für mich das Haus, welches mit den Märchenepisoden vom Rotkäppchen bemalt ist. 


In der Nähe liegt Linderhof, eine Residenz von den Vielen des “Verrückten Ludwigs”, dh. Ludwig der II. von Wittelsbach. Das Gebäude liegt in wunderschöner Umgebung - leider wird es derzeit gerade renoviert. Wir fangen an im strarken Regenschauer in dem riesigen Park herumzugehen. Wir schauen  die  Besonderheiten dieses Parks an, so wie das Marokkanische Haus, den Venustempel, die Heilige Anna Kapelle, die treppenartigen Gärten, den Neptunbrunnen, den Musikpavillon, die Venusgrotte, das maurische Haus, die Hunding-Hütte (in deren Mitte drinnen ein riesiger Baumstamm steht). Diese Gebäude sind alle in unterschiedlichem Baustil erbaut worden. Alles zusammen eine Fenomenale Erschaffung. Nach zwei Stunden im Schloßpark fahren wir heim (da der Regen alles kaputt macht). 



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

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