Donnerstag, 23. Dezember 2010

Meine Alpenabenteuer/Teil 2.

26. Juli 2003 Oberammergau, Ettal, Zugspizte: Riffelriß, Eibsee, Garmisch-Partenkirchen

Ein Monat später kommt meine Freundin aus Ungarn zu uns. Ich stehe noch immer unter den Eindrücken der Alpenlandschaft, ich möchte sie ihr unbedingt zeigen.  Unterwegs schauen wir als erstes Oberammergau und Ettal an.


Dann ab dem Eibsee fahren wir mit der Zahnradbahn bis zum Riffelriß. Von hier kriegt man das schönste Panorama auf den Eibsee. Wir wandern durch die wildromantische Landschaft bis zum See runter. Den laufen wir jetzt von der anderen Richtung herum, als einen Monat vorher. Wir baden wieder in dem eiskalten See. Aber diesmal haben wir auch Schnorchel dabei. Es ist so wundeschön und kristallklar.




Wir schlagen wieder unser Zelt in Grainau auf, und fahren natürlich am Abend wieder nach Garmisch-Partenkirchen rein. Zufällig erwischen wir auf der Hauptsrtaße gerade einen Volksaufzug in Tracht und mit  Blasinstrumenten. Es gefällt uns sehr.  Ohne richtige Campingausrüstung ist die Nacht sehr unangenehm, kalt und unbequem.


27. Juli 2003 Partnachklamm, Füssen, Neuschwanstein

Alles wie vor einem Monat: frühaufstehen, zeltaufräumen, wieder Partnachklamm. Danach müssen wir kurz ein Stück durch Österreich fahren, weil es aus Garmisch nach Füssen kein Weg durch die Allgäuer-Alpen führt. Als wir in Füssen ankommen, zuerst gucken wir die Stadt an, danach machen wir Picknick auf einer Wiese, wo man direkt auf das Königsschloß Neuschwanstein blicken kann. Dem Ludwig II. hat ein Schloß nicht gereicht, er hat sofort zwei nebeneinander bauen lassen. Aber zweifellos, er hat ein gutes Gefühl gehabt, die schönsten Stellen für seine Schlößer zu finden. Ein riesiger Parkplaz empfängt uns, wo schon die Parkgebühr zu hoch ist. Natürlich alles voll mit Chinesen. :D . Wir kaufen keine Tickets, die sind uns zu teuer, schauen alles nur von Außen an. Zuerst das Schloß Hohenschwangau. Hier stand schon im 12. Jahrhundert eine Burg (damals Schwanstein genannt) und auf deren Stelle wurde in den 1830-er Jahren das neue Schoß Hohenschwangau erbaut. Danach gehen wir ein bißchen aufwärts zum Neuschwanstein. Wir haben Pech, es wird auch gerade renoviert und häßliche Gerüste hängen außerhalb darauf. 


Als Ludwig II. mit seinem Bruder nach Eisenach gereist ist, dort hat er die Wartburg genannte Burg gesehen, und es hat ihm sehr gut gefallen. Er wollte auf deren Muster Neuschwanstein bauen lassen, aber kombiniert mit dem Stil, den man aus Rittermärchen kennt. Hier erwischt uns ein riesiger Wolkenbruch und wir müssen uns eine halbe Stunde lang unterstellen. Nach dem Regenguß gehen wir zu der Marienbrücke. Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf das Schloß und auch auf den großen See hinter Füssen. Unter uns plätschert ein smaragdgrüner Wasserfall. Danach spazieren wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus  man den  Alpsee und den Schwansee und die dazwischen auf einem Hügel stehende Burg Hohenschwangau sieht. Es ist wirklich so ein Blick, als würde die Szene aus einem Märchenbuch meiner Kindheit stammen.  Wir spazieren noch ein bißchen an dem Ufer des Alpsees und dann müssen wir schon nach Hause. 

13. Juni 2004 Wallgau, Walchensee, Grainau

Wir schreiben ein Jahr später. Wir sind vor zwei Wochen von dem Gardasee heimgekehrt. Jetzt verfügen wir schon über eine komlpette Campingausrüstung  – und über drei freie Tage. Ab in die Berge! Über der  München-GAP Autobahn hängt grauer Himmel. Regen liegt in der Luft. Gegen Vormittag 10 Uhr sitzen wir schon in unserem Lieblingsngcampingplatz in Grainau im Auto und warten darauf, daß der Regen aufhört. Gerade, daß wir unser Zelt aufgeschlagen haben, hat es sofort zu regnen angefangen. Gut, daß wir damit noch fertig geworden sind, was würden wir sonst in solchigem Wetter tun? Es ist so hoffnunglos und deprimierend. Ich starre den Himmel an, und bemerke einen kleinen blauen Teil südlich von uns. Da der Berg nicht zu Mohamed geht, muß Mohamed zu dem Berg, also machen wir uns auf den Weg dorthin. So landen wir ungeplant beim großen Walchensee.


Wir nehmen schnell unsere Fahrräder vom Autodach runter und fahren los. Der Weg um den See (geschätzt) wird ca. 30 km lang sein. Wir saßen aber seit unserer Kindheit nicht mehr auf Fahhrädern, also sportlich sind wir nicht. Wir denken nicht daran, daß wir um den See fahren würden, nur eben ein kleines Stück vielleicht. Die Alpenlandschaft ist traumhaft schön, wir sehen grasende Kühe, und immer den schönen See. Perfekt.  Unterwegs erwischt uns ein starker Regenschauer, aber zum Glück dauert er nicht lang. Wir möchten immer nur noch ein kleines Stück weiter, bis wir endlich sagen, es wäre Blödsinn umzukehren, jetzt fahren wir schon ganz herum. Aber an einem Punkt hört die gute Asphaltstraße auf und es führt ab dort nur ein Waldpfad weiter.  Es ist ziemlich steil, wir sind noch Anfänger, schämen uns gar nicht, daß wir unsere Fahrräder bergauf nur zu schieben fähig sind. Wir spucken so auch fast unsere Lungen aus. Endlich kommen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt an. Dort sinken wir auf eine Bank nieder und essen unsere Sandwiches. Jetzt scheint schon die Sonne, der Regen hat sich weitergezogen. Wir kehren nach Grainau zurück. Am Abend fahren wir mit Fahrrädern in GAP rein. Schlummerlied brauchen wir nicht, wir sind total erledigt und schlafen wunderbar im Zelt.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

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