Samstag, 25. Dezember 2010

Meine Alpenabenteuer/Teil 3.

26. Juni 2004 Tour von Hammersbach durch die Höllentalklamm

Wir brechen früh auf und unsere Muskeln sind von dem gestrigen Fahrradfahren als ob sie aus Blei wären. Wir fahren mit dem Auto nach Hammersbach (kleines Dorf neben Grainau). Hier beginnt der Wandepfad zu der Höllentalklamm. Es ist ähnlich wie die Partnachklamm, aber ich finde sie noch viel mehr wildromantischer. Der breite Pfad führt zuerst durcch hohen Föhrenwald, man sieht die großen Berge, blühenden Wiesen und dann gehen wir entlang des Baches in dem dichten laubigen Wald. Der Weg wird immer steiler. Nach ca. anderthalb Stunden erreichen wir eine Abzweigung, dort führt der eine Weg direkt auf die Klamm zu, der andere jedoch oberhalb dieser. Diesen zweiten wählen wir. Der Pfad führt zuerst sehr steil durch dichten Wald, dann auf einer schmalen Rampe unter den Felsen des Vorderen Waxensteines und schließlich erreichen wir die Höllentalklamm von oben. 


Wir bewegen uns weiterhin auf einem sehr schmalen, mit Geröll bedeckten Pfad am Rand des Felses fort. Danach gehen wir auf einer Brücke über der Klamm und nachher auf Felsen heraufsteigend weiterhin auf einem sehr schmalen Pfad weiter. Hier gibt es ein Drahtseil für uns zum Festhalten. Unter uns ist die Tiefe: das Tal des Hammersbaches. Am Ende dieses Weges steigen wir zu dem Bach runter. Hier empfangen uns riesige Schneebrocken aus zusammengefrorenem Schnee. Wir hätten in dieser Höhe und bei diesen Temperaturen so was nicht erwartet. Als wir in dem engen Kessel immer höher steigen, erscheinen immer mehr und mehr zusammenhängende Schneeflächen. Von den steilen Felsen plätschern kleine Wasserfälle runter. An einer Stelle müssen wir durch ein Schneefeld, aber zum Glück ist der Schnee hart genug, wir sinken nicht hinein. Die Landschaft  besitzt unbeschreibbare Herrlichkeiten. Die letzte Strecke ist auch sehr steil, uns hängt die Zunge aus dem Mund und es schmerzen unsere Muskeln, bis wir endlich zu der Höllentalanger Hütte ankommen. Sie liegt auf 1400 Meter Höhe. Dort essen wir unsere Sandwiches und spüren erstmal, wie kalt die Luft wirklich ist, wenn man in durchgeschwitzten T-Shirts ist. Hier beginnt ein breiteres Hochtal, das eigentliche Höllental, dessen Ende steile Felswände abschließen. Wenn man sie erklettert, dann kann man weiter zur Zugspitze. Wir haben noch Zeit, deshalb entscheiden wir uns, daß wir noch bis zu diesen Felswänden gehen. Der Weg geht entweder entlang oder in einem ausgetrockneten Bachbecken. Unterwegs sehen wir mal Schafe, oder wilde Blumen und kleine Wasserfälle. Am Ende des Tales endet unser Weg, wir können und wollen auch nicht die Felsen erklettern. Nach einer kleiner Pause drehen wir um. Als wir den großen eisigen Schneebrocken dort erreichen, wo die Klamm und der obere Weg sich treffen, wählen wir diesmal den Pfad durch die Klamm. Die Klamm ist für mich eine unglaubliche Naturgestaltung, ich finde keine Wörter dazu, es zu beschreiben. Teilweise sehr eng ist es, größtenteils müssen wir in einem künstlich ausgebildeten Tunnel laufen, woran "Fenster" sind. Dort könnte man normalerweise in die Klamm rausschauen, aber jetzt nicht, da jetzt gigantische, mehrere Tonnen schwere, zusammengefrorene Schneegerölle einfach zwischen den beiden Klammwänden hängengeblieben sind. Deren Oberfläche sieht so aus, wie ein Golfball. 


Sehr interessant. Mit dem Verstand sind diese Naturschönheiten kaum zu kapieren. Als der Tunnel aufhört, laufen wir über Stege, schmale Felswege und Treppen. Zum Schluß kommen wir zu einem Häuschen an, wo man die Eintrittskarte kaufen kann und ab dort laufen wir auf dem selben Pfad, wie schon aufwärts. Wir kommen tot müde am Campingplatz an.

27. Juni 2004 mit dem Fahhrad um den Eibsee

Nach dem Frühstück müssen wir das Zelt wegräumen. Danach fahren wir zu diesem Parkplatz nach Grainau, auf dem Weg zum Eibsee, vor dem Vorderen Waxenstein und lassen das Auto dort und springen auf die Fahhräder. Der Weg zum Eibsee ist sehr steil, für Ungeübte (wie wir) zu steil. Na ja, jetzt fliegt es auf, daß unsere untrainirten Körper nicht fähig sind diese Steigungen zu überwältigen. Es sind nur 300 Meter Höhenunterschied. Anfangs treten wir noch ganz gut, aber zum Schluß rollen die Fahrräder eher zurück, als nach vorne. :-) So bleibt nichts anderes übrig, wir schieben sie. Als Abkürzung wählen wir einen Waldpfad,  aber es ist noch steiler als die Autostraße war. Egal. Erledigt, aber stolz kommen wir am Eibsee an. Diesmal fahren wir die 11 km um den See mit Fahhrädern.


Nur an einer Stelle wird der Weg steil, sonst geht es für Ungeübten auch. Heute entdecken wir einen kleinen Nebensee, dessen Wasser unglaublich grün ist, und voll mit umgekippten Baumstämmen ist. Es ist zauberhaft schön. Auf dem gegenüberen Ufer legen wir uns kurz auf eine Wiese, und dann müssen wir uns leider schon auf den Heimweg machen. 

2. August 2004 Salzburg, Hellbrunn, Königssee

Ich habe mich schon seit langen Jahren nach Salzburg gesehnt, endlich können wir auch dorthin fahren. Aus München dauert die Fahrt etwas weniger als zwei Stunden. Zuerst gehen wir auf die Festung - natürlich zu Fuß. Es ist echt nervig, daß die hier für jeden Furz extra Geld (Eintritt) nehmen wollen. Uns reicht es nur für den Hof, das Innere interessiert uns nicht so sehr. Dort hat man ein wundervolles Panorama auf die Stadt.  Dann spazieren wir in der Altstadt, in der Umgebung des Domes. Mir gefällt besonders gut der Friedhof der Sank Peter Abtei, da dort die altmodischen und schönen schmiedeeisernen Grabdenkmale eine besonders eigenartige Stimmung ausstrahlen. In der Nähe ist eine Wassermühle auch zu sehen. In der Getreidestrasse durchspazierend empfängt großer Trubel. Hier hängen noch alte schmiedeeisernen Schilder. Es ist einfach wunderschön hier. Natürlich gibt es auch viele teuere Souvenierläden. Die Mozart Schokoladen kriegt man hier überall - auch sehr teuer. Der alte Marktplatz ist auch sehr schön. Wir spazieren auf der Brücke über die Salzach bis zum Mirabell-Garten. Es lohnte sich so weit zu spazieren, die schlängelnden Blumenmuster, das Schloß und das Panorama mit dem Fluß und der Festung bilden gemeinsam ein wunderschönes Bild. Danach spazieren wir am Ufer der Salzach zurück zu unserem Auto. 


Das nächste Ziel ist Hellbrunn. Im Schloßgarten gibt es alle Arten von Seen, Wasserbecken, Springbrunnen und auch Springbrunnenspielen. Für Letztere muß man extra Eintritt zahlen, so lassen wir es aus. Aber der Park selbst lohnt sich für einen Spaziergang. Von hier ab nach Berchtesgaden: die Perle der deutschen Alpen. Der Königssee ist die attraktivste Sehenswürdigkeit des Berchtesgadener Nationalparks. Er liegt in einem zauberhaften Umfeld, zwischen 2000-er Gipfeln eingestanzt. Am Ufer des smaragdgrünen, länglichen (6,5 km) Sees reihen sich interessante Bootshäuser aneinander. Hier zahlen wir für einen Schiffsausflug. Ein  großes, mit Motor ausgerüstetes Schiff schneidet das grüne Wasser, dessen Durchschnittstiefe 100 Meter ist, an der tiefesten Stelle erreicht er die 190 Meter. Demnächst kommen wir zu der Engstelle, wo glatte, aufrechte Felsenwände den See umschlingen und hier halten wir an. Ein in Tracht angezogener Mann bläst sein Horn und hält Pause. Wir können ganz klar und deutlich das berühmte Berchtesgadener Echo hören. Nachher kommen wir in Sankt Bartholomä an, wo die von den Postkarten und Wandkalandern gut bekannte Kirche steht. Hier verdunkelt sich der Himmel über uns bedrohend. Oberhalb des winzigen Dorfes  ragen die Scheitel des Watzmanns vor. Man hört fast jedes Jahr von tödlichen Bergsteigerunfällen aus diesem Bereich. Wir haben eine Stunde Freizeit im Dorf, bevor das Schiff zurückfährt. Das Gesamtbild verblüfft uns: die unglaubliche grüne Farbe des Wassers und die besondere, rot, zwiebelkuppelige Gestaltung der Kirche. Das Wetter kühlt plötzlich sehr stark ab. Wir müssen nach Hause. 



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

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