Mittwoch, 12. Januar 2011

Großglockner 1.

Großglockner/Hohe Tauern Nationalpark

4. Juli 2005 Gerloßpaß, Krimmler Wasserfälle, Fusch an der Großglocknerstraße
Wir fahren früh morgens aus München Richtung Tegernsee los. Dann über den Achenpaß, neben dem Achensee fahren wir nach Süden. Bei Jenbach biegen wir ins Zillertal ab, und bei Zell am Ziller ins Gerloßtal. Hier schlängelt sich der Weg sehr steilt nach oben. Von uns links sind die Kitzbühler-Alpen. Bald kommen wir zu dem Speicher Durlaßboden an, welcher auf 1500 m liegt. Hinter dem ragen schneebedeckte Gipfel Richtung Himmel, ihre Bilder spiegeln sich auf dem Wasser des Sees zurück. Auf der einen Seite des Sees führt ein Forstweg, wo man auch mit dem Auto fahren kann.



Hier fahren wir ganz hinter zum hintersten Zipfel des Sees. Ein echter Alpentraum öffnet sich vor uns: grasende Kühe, mit Wildblumen vollbewachsenen Wiesen, und schneeige Berggipfel. Am Ende des Tales liegt ein kleinerer See. Nach einer Pause hier, fahren wir zu den Krimmler Wasserfällen. Die Parkplätze sind total voll, kaum finden wir einen freien Platz. Wir machen uns auf den Pfad nach oben. Man muß einen minimalen Eintritt zahlen. Die Wasserfälle befinden sich auf drei Ebenen. Bei den oberen zwei ist der Pfad sehr steil. Nach dem zweiten Wasserfall machen wir Pause, neben dem Bach gibt es grasige Plätze, wo man sich hinsetzen kann und direkt neben uns sind Kühe. Wir gehen ganz nach oben und das Panorama ist wunderschön. Es hat anderthalb Stunden gedauert, daß wir ganz raufkommen, wir müssen langsam weiter. In 45 Minuten gehen wir runter und fahren weiter.  


Von hier fahren wir schon ohne Pause zum Zellersee. Die Straße läuft in einem breiten, tiefen Tal. Das Radio schreckt uns ständig mit einem Wetterbericht ab, laut dem heute Abend ein sehr starkes Gewitter mit Hagel kommen sollte. In dem Rückspiegel sehen wir, daß hinter uns in dem langen Tal schon ganz schwarze Wolken kommen. Das Gewitter folgt uns und wir laufen um die Wette mit ihm. Wir haben im Voraus einen Campingplatz beim Zellersee uns ausgesucht. Wir wollen eine ganze Woche hier bleiben. Es wäre gut, wenn wir unser Zelt noch vor dem Gewitter aufstellen würden. Aber der Campingplatz ist so teuer und das Radio sagt Orkanwind und starken Hagel. Wir bekommen Angst, daß unser Zelt es nicht aushält und so viel Geld wollen wir auch nicht für Camping ausgeben, deshalb fragen wir nach Zimmer im Campingplatz. Denen fehlt doch was, sie wollen 50-60 Euro für ein Doppeltzimmer verlangen. Normalerweise können wir von dem Geld schon drei Tage zelten. 

Wir beschließen, daß wir ein Privatzimmer für eine Nacht suchen und wenn das Gewitter weitergeht, dann gehen wir doch auf einen Campingplatz. Es ist nicht schwierig Zimmer zu finden, da fast auf jedem Haus "Zimmer Frei" Schilder hängen. Wir schauen 3-4 an, aber sie wollen alle so viel Geld haben, wie im Camping. Wir denken, Bruck ist zu touristisch, wir sollen vielleicht ein bißchen außerhalb was suchen. Wir fahren in das Tal Richtung Großglockner, da bei der Siedlung Fusch unsere Karte auch einen Campingplatz anzeigt. Da könnten auch Holzhäuschen oder Zimmer sein. Aber dieser Camping hat keine Zimmer. Der Himmel ist schon pechschwarz und es donnert, wir brauchen dringend Unterkunft. Wir fahren wieder zurück Richtung Bruck und auf einmal sehen wir das hübsche Haus an der Straße, dort hängt auch das Schildchen mit "Zimmer frei". Ein alter Mann räumt was vor seiner Garage, wir halten an und fragen bei ihm nach dem Zimmer.  Er sagt, ja sie haben Zimmer. Wir wollen es anschauen. Er zeigt es uns und sagt, es kostet 20 Euro/Person/Nacht. Es ist schon besserer Preis. Es gefällt uns und wir einigen uns für eine Nacht. Unten wohnt die Familie, oben sind zwei Zimmer zu vermieten. Zu beiden Zimmern gibt es eine gemeinsame Küche (komplett eingerichtet, mit Fernseher), die Dusche ist auch gemeinsam, aber im anderen Zimmer wohnt keiner. Das Zimmer ist im Alpenstil eingerichtet mit großem Balkon. Vor dem Haus dürfen wir parken und der Alte bietet uns an, daß wir unsere Fahrräder in seine Garage reintun dürfen. Gerade schaffen wir es noch und es fängt an fürchterlich zu regnen. Später fahren wir nochmal nach Bruck, paar Lebensmittel zu kaufen. Wir sehen viele Holzschnitzerwerkstätten und vor denen stehen aus Baumstämmen geschnitzte Zwerge. Die gefallen mir sehr. Als wir zurück zur Unterkunft kommen, ist schon die Frau von dem Mann da und sie will sofort alles über uns wissen. Sie ist sehr nett und hilfsbereit, aber steckt gerne ihre Nase in alles rein. Sie frägt, ob wir Frühstück wollen. Wir lehnen es lächelnd ab, wir haben doch Lebensmittel für eine Woche zelten mit dabei.  

5. Juli 2005 Regen ohne Ende
Ich als Wettertester muß immer einmal früh aufstehen und rausschauen, und feststellen, was wir dann mit dem Tag anfangen können. :D Meine Antwort heute: nicht viel. Es regnet nämlich ganz stark und das Wasser steht schon bis zum Knöchel überlall, wandern ist ausgeschlossen. Nach dem Frühstück, was wir selber machen, gehen wir zur örtlichen Touristinformation und sammeln eine Menge Prospekte zusammen, daß wir Sehenswürdigkeiten in der Nähe finden können, was man in solchem Wetter auch anschauen kann. Es gibt ganz viele Sachen.  Wir fahren neben dem Zellersee nach Norden, Richtung Saalfelden.


Dort schauen wir ein interessantes Heimatmuseeum an. Nach dem spazieren wir in der Stadt, schauen Geschäfte an, und essen. Der Tag geht heute langsam vorbei, der Regen gießt pausenlos. Wir hoffen, daß es morgen schon besser wird, deshalb nehmen wir die Unterkunft für noch eine Nacht. Wir überlegen uns, wenn es morgen nicht besser wird, dann fahren wir weiter südlich, nach Italien. Wir sind sehr traurig, daß schon zwei Tage von der einen Woche Urlaub so weggehen. Wir kommen zu früh nach Hause an, den Rest des Tages verbringen wir auf dem Balkon halb erfrierend mit Kartenspiel oder mit Fernsehen. Die Hausbesitzerin will uns ein Glas Honig schenken, aber wir mögen Honig nicht. In der Früh haben wir schon ein Glas Marmelade abgelehnt (essen wir auch nicht). Die arme Frau versteht uns gar nicht, was für Leute wir sind. Aber weil wir länger bleiben als eine Nacht, wird von den 20 Euro der Preis/Kopf/Nacht auf 17 sinken! Wir unterhalten uns lang mit der Frau und wir verraten es ihr, daß wir morgen weiterfahren wollen, sie will uns natürlich länger hier haben. Sie sagt, sie spürt es, daß morgen besseres Wetter wird. Sie erzählt, sie hat 30 Jahre lang bei der Großglockner Straße gearbeitet, als Mauteinnehmerin. Sie sagt, daß es oben auf der Straße heute schneit, aber morgen wird es schön, wir sollen darauf. Sie empfehlt mir, ich soll morgen früh um 7 rausschauen, und wenn ich links, den dritten Berg auch sehen kann, das bedeutet, es wird schönes Wetter, dann sollen wir es nicht überlegen, sondern auf die Hochalpinstraße rauffahren. 


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Nun hätte ich mich doch beinahe verschluckt als ich gelesen und dabei in meinen Toast gebissen habe. Die ist nämlich mit Orangenmarmelade beschmiert *gg*

    Ist ja echt schade, wenn das Wetter nicht so mitspielt und Petrus einem einen Strich durch die Rechnung macht.

    Die Baumstämme finde ich auch echt klasse...so einen hier stehen haben, das wärs noch.

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