Samstag, 1. Januar 2011

Meine Alpenabenteuer/Teil 5.

19. November 2005 Grainau, Eibsee, Grainau

Der erste Schnee ist gefallen, ca. 5-10 cm. Wir sehnen uns nach einem großen ganztägigen Spaziergang. Wenn, dann schon irgendwo in der Natur. So springen wir schnell ins Auto und fahren nach Garmisch-Partenkirchen. Das Auto lassen wir am Parkplatz der Keruzeckbahn und wir machen uns auf den Weg paralell mit den Spuren der Zugspitzbahn. Zuerst gehen wir durch Hammersbach, dann am Rand von Grainau. Es ist noch zu wenig Schnee, daß die Landschaft echte Winderzauber hätte, aber trotzdem ist es hier viel schöner, als in der Stadt gewesen wäre. Schließlich kommen wir über der Neuer Alm zum Eibsee an. Jetzt laufen wir nicht weiter, da wir schon ziemlich durchgefroren sind, deshalb nehmen wir für den Rückweg die Zahnradbahn.



8. Januar 2006 Ein zauberhafter Tag im Gaistal

Man hört nichts anderes von den Medien, als daß in der Woche in Oberbayern mehr als 1 Meter hoher Schnee gefallen ist. So muß ich unbeding die Berge sehen. Am Wochenende fahren wir Richtung Berge. Wir befürchten, wir werden keinen schönen Tag haben, da es total grau ist, aber dann bei Oberau (an der Loisach) empfängt uns plötzlich strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Wie ein Märchenland. 


Wir halten in Garmisch-Partenkirchen zum Frühstücken an und dann fahren wir spontan Richtung Gaistal weiter. Die Oberfläche der Schneedecke glänzt in dem Sonnenschein, als hätten unbekannte Riesen die Landschaft mit Millionen von Diamanten bestreut. 



Wir waren schon vor einem Jahr hier und auf der gut bekannten Strecke. Nach Scharnitz biegen wir auf einen Forstweg ab. Hier sieht man den Asphalt nicht mehr, alles nur weiß, mit Puderzucker bestreute Föhrenwäler umschlingen uns. Als ob wir ins Land von Frau Holle gelangt wären. 



An einer Stelle steige ich zu fotografieren aus und es ist  –17 Grad! Die Luft ist so klar, da sagt man bei uns in Ungarn "man kann sie beißen". Am liebsten würde ich gar nicht weiterfahren, so bezaubert mich die Schönheit dieser Landschaft. Aber bald kommen wir in Leutasch an. Hier sind mehrere kleine, miteinander zusammengewachsene Dörfer auf einem Haufen. Wir parken in Kirchplatzl (genannten Dorf) und gehen auf einen langen Spaziergang ins Gaistal (anderer Name: Leutacher Ache). Neben dem zugefrorenen eingeschneiten Bachbett führt paralell ein Wanderpfad, er ist vom Schnee freigemacht. 

Leutacher Ache


Hier bewegen sich die Temperaturen zwischen –15 und –17 Grad, abhängig davon, ob wir gerade in der Sonne oder im Schatten sind. Ich weiß nicht wieviel Kilometer wir insgesamt in dieser Traumwelt spazieren, aber hin und zurück dauert es 4 Stunden!  Wir frieren nicht. Wir sind gut warm angezogen und sind immer in Bewegung, ab und zu schlucken wir heißen Tee aus der Thermoskanne. Der zugefrorene Bach und die glänzenden Schneekristalle bilden solchige Wunder, die ich vorher nur in Naturfilmen gesehen habe. Jetzt bin ich auch im Film und darf es selber fotografieren.


Ich bin ganz verzaubert. Aber der Winterabend lässt sich früh spüren, wir müssen langsam nach Hause.  Auf dem Rückweg zum Auto laufen wir neben der Landstraße. In dem einen Dorf schießen Leute auf dem zugefroreren kleinen See Eisstock. Die Kinder laufen Schlittschuh. Das erträumte Idyll wird zur Realität.

8. Mai 2006 Eschenlohe, Asamklamm

Wir sind schon sehr aufgeregt, daß wir in die Berge zu wandern gehen dürften, aber wir wissen schon, daß  im Mai noch auf den niedrigeren Höhen auch Schnee liegen kann. Deshalb wählen wir eine Talwanderung aus. Wir fahren nur 50 Minuten aus München nach Eschenlohe. Es ist auch ein ganz stimmungsvolles Alpendorf.  Die Wiesen sind zusammenhängend gelb von Löwenzahn (ungarisch: Hundmilch), alles blüht, aber auf den Bergen sieht man noch einige Schneeflecken.  

Hier beginnt die Asamklamm. Hier leider nicht zu durchgehen, aber eine Brücke führt darüber: 

Der Weg, der laut Karte eindeutig aussieht, als ob er paralell mit dem Bach wäre, führt aber neben dem Bach immer steiler aufwärts. Da wir jetzt keine andere Idee haben zu einer "Flachwanderung", entschließen wir uns, wir gehen so weit rauf, wie uns der Schnee lässt. Wir kommen doch ziemich weit, bis auf 1600 Höhenmeter. Hier empfängt uns ein bekanntes Bild:  der Pfad ist dick vom Schnee bedeckt, wie vor einem Jahr in Ehrwald. 



An den lehrhaften Ausflug erinnernd riskieren wir es nicht, wir gehen nicht weiter. Wir sind zufrieden, haben schon bis jetzt eine schöne Tour gemacht. Auf einmal wird der Himmel schwarz und es beginnt es zu donnern.  Uns erwischt sofort ein strakes Gewitter wir nässen ganz durch. Es ist sehr unangenehm in den nassen Klamotten noch Stunden zu laufen.  Doch dringt Freude durch meine Seele. Es ist Frühling, es ist erst unser erster Besuch in meinen geliebten Bergen, und hoffentlich kommen im Sommer mehrere davon. Wir müssen nicht mehr lange warten und wir können uns die für uns noch unbekannten Winkel des Wetterstein Gebirges erobern.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Wieder traumhafte Fotos und schöner Bericht. Macht mir riesigen Spaß hier zu lesen.

    Hoffe ihr hattet ein schönes Silvester und wünschen dann auch heute ein frohes Neues Jahr.

    Möge euch Gesundheit, Glück, Liebe und Zufriedenheit begleiten.

    liebe Grüße Petra

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