Samstag, 29. Januar 2011

Teneriffa 2004/ Teil 2.

3. Tag, 25. Februar 2004. 

Das Programm des neuen Tages ist absolut wetterabhängig. Der Wettertest ergibt aber kein eindeutiges Ergebnis. Es ist warm, aber der Himmel ist bedeckt, manchmal guckt die Sonne heraus. Wir überlegen es uns sehr lang, was unser ideales heutiges Programm sein soll, bis wir uns endlich für den Loro Parque entscheiden.  Er ist ein gigantisch großer Tier- und Pflanzenpark, wo man einen ganzen Tag verbringen kann. Mich faszinieren hier (wie immer) mehr die Pflanzen als die Tiere, ich fühle mich wieder in einem riesigen botanischen Garten.  In diesem zwitterartigen Wetter ist der Loro Parque genau das ideale Programm, wenn es regnen würde, könnte man auch immer irgendwo reingehen...

Es ist schon nach 10 Uhr, als wir losgehen. Unten auf der Palmenpromenade kaufen wir die Tickets, die pro Person 20 Euro kosten. Dort steigen wir in die Bimmelbahn, die uns gratis zu dem Park liefert. Durch ein orientalisch wirkendes Tor treten wir in die Dschungelwelt ein. Beim Eingang kriegen wir eine Karte, auf der steht eine empfohlene Route. Verlaufen werden wir uns so nicht. Sofort nach dem Eingang liegt ein See mit goldenen Fischen, Koikarpfen und Flamingos und hinterher sieht man einen endlosen Palmenwald. Hier werden wir mit Papageien fotografiert und wenn wir später gehen, können wir das Foto kaufen. Der Pfad geht durch den Palmendschungel los. Am Anfang gibt es kaum was zu sehen, außer, daß ich in meinem Leben noch nie so viele Palmen auf einem Haufen gesehen habe. Bald gehen wir durch einen Tunnel in eine unterirdische Welt ein, wo ein wirklich märchenhaft echt wirkender Südpolargebietteil gestaltet ist. Hinter der Glasscheibe ist alles eisig, zwar schwimmen auch Eisschollen auf dem Wasser und unzählige Pinguine sind überall zu sehen. Wenn manche ins Wasser springen, dann können wir sie am besten direkt durch die Glasscheibe sehen, wie sie schwimmen und wenn sie Futter bekommen, wie sie sich über die Fische stürzen. Zwischendurch schneit künstlicher Schnee aus der Decke. Dann kommen wir zu einer riesigen Glasrolle, die mehrere Stockwerke hoch und gute paar Meter breit sein kann. In dieser schwimmen mehrere tausende silberne Fische rings herum, immer in einer Richtung. Es schaut super aus. 



Gleichwie wir von hier rauskommen, kommen wir zu dem Schauplatz der Robbenshow. Die Vorstellung ist sehr niveauvoll  und witzig. Nachher gehen wir bei Schimpansen vorbei und kommen gleich in einen dichten Dschungel an. Hier begleiten uns auf beiden Seiten des Pfades in großen Käfigen viele-viele verschiedene Papageisorten: kleine, große und alle haben andere Farben. Mich faszinieren hier weiterhin viel mehr die Pflanzen, als irgendwelche Tierarten, die in Käfigen sitzen müssen. Wir erreichen einen Teil, wo hausgroße Kakteen und Drachenbäume, dann Orchideen und besondere Palmenarten wachsen.


Wir können gar nicht alles anschauen, dafür reicht ein Tag nicht. So müssen wir auf einige Sachen verzichten.  Als nächstes gehen wir in ein Kino rein, wo ein erdgeschichtlicher Film von der Urzeit projeziert wird. Schließlich kommen wir zu dem Höhepunkt des Parkes an: zu dem Delfinbecken. Auf dem Weg zu dem Becken sehen wir weiße Tiger, die sich gerade sonnen. Auf die Delfinshow warten wir eine ganze Weile. Das Becken ist schön groß und hat unglaubliche azurblaue Farbe, es zieht mich so an, daß ich am liebsten sofort reinspringen würde und dann mit den Delfinen zusammenschwimmen würde. Die Sitzreihen sind wie in einem Theater angeordnet. Es ist der hochliegendste Punkt des Parkes, man kann von hier über die Palmen bis zum Ozean sehen. Papageien fliegen über die Palmen. Vier Delfine und zwei Trainer fangen die Show an. Ich genieße es (habe so was noch nie gesehen) aber ich finde es zu kurz. Nachher sehen wir nicht mehr vieles an, die Zeit ist unglaublich schnell weggeflogen und wir haben noch einen langen Spaziergang vor uns bis zum Eingang. Es ist schon 17 Uhr, als wir aus dem Park raustreten und entscheiden uns, zu Fuß zurückzugehen.



Nach einer Hausreihe folgt eine felsige, wilde Küste und dann der lange, breite schwarzsandige Playa Jardin. Ich verstehe sofort, warum er so heißt: "Garten", denn der hinter dem Strand liegende Teil ist so, wie ein Dschungel. Wahnsinnig üppig grün! Hier sehen wir mehrere große Hotelkomplexe mit riesigen Gärten. 


Wir spazieren entlang des Strandes in dem Sand, wir haben super Wetter, es wäre schön, jetzt hier zu baden, aber wir haben keine Badesachen dabei, und wahrscheinlich werden wir uns gar nicht zumuten ins Wasser zu gehen, da es sich hier ganz wild wellt. Andere Menschen hängen sich nur ihre Knöchel in den Ozean. Wir trollen uns weiter nach Hause, erst über die lange Steinmole von gestern, dann kaufen wir die Zutaten zu unserem Abendessen in dem Martianez-Laden ein. Schließlich schleppen wir uns erledigt über den Treppen auf unseren Berg auf. Heute haben wir eine größere Portion Garnelen und Sardinen gekauft. Wir bereiten alles ähnlich vor wie gestern, die Beilage ist nur Salat. Mit den Garnelen muß man lange rumwursteln, bis man sie aus ihren Panzern rauskriegt, aber die Arbeit lohnt sich, da sie göttlich lecker sind. Wir werden satt. Nur einen Nachteil gibt es, was nicht gerade angenehm ist: unser Mülleimer ist voll mit dem stinkenden Fischabfall  und das ganze Zimmer stinkt wahnsinnig davon. Wir müssen unseren Müll selber entfernen. :-) 

4. Tag, 26. Februar 2004

Die Nächte sind weiterhin sehr kalt. Ich verstehe es nicht, warum es keine Decke im Schrank gibt, in Griechenland gibt es immer, obwohl dort haben wir es noch nie gebraucht. Wir wollten schon bei der Rezeption welche bitten, aber irgendwie verschieben wir es immer auf später. So schlafe ich jede Nacht im Jogginganzug, aber ich friere mich so auch. Es gibt nur das Leinentuch und die Zierdecke. In der früh kratzt mein Hals. 

An dem dritten Morgen unseres Hierseins erwartet uns bewölkter Himmel. Es nieselt und ist auch ziemlich kühl. Es ist ein bißchen frustrierend. Wenn wir auch nicht baden wollen, aber zu den Ausflügen wäre auch besser ein bißchen Sonnenschein. Es ist schwierig zu entscheiden, was am besten zu machen in solchem Wetter ist. Schließlich entscheiden wir uns, daß wir mit dem örtlichen Bus nach dem nah gelegenen La Orotava fahren. Laut Reiseführer hält der Bus unten an der Küste an, wo die Palmenpromende sich endet. Es ist wirklich so und er kommt auch noch pünktlich. Das Tickert ist billig und wir fahren nicht mehr als 15 Minuten. La Orotava ist nicht klein, der Bus kommt in einen dreckigen Busbahnhof an. Wir haben zuerst absolut keine Ahnung, in welcher Richtung wir zu den Sehenswürdigkeiten los sollen. In dem dünnen Reiseführer gibt es keine extra Karte von dem Ort. Es fängt sofort an stark zu regnen. Prima! Wir flüchten unter meinem kleinen zusammenklappbaren Regenschirm zu einer Tankstelle in der Nähe. Dort kaufen wir solche Tenefiffa Landkarte, worauf auch die wichtigeren Städte mit dabei sind. Wir müssen hier zeitlang warten, bis der Regen aufhört. Dann gehen wir in die Altstadt, wo wunderschöne traditionell gebaute Häuser zu sehen sind. Manche haben den ganzen inneren Hof mit holzgeschnitzten Balkonen und Holztreppen voll und manche kann man als Museum besuchen. Unglaublich viel Arbeit mußte es sein, diese Balkongeländer so schön zu schnitzen und unter den Balkonen sind Kasetten, die auch einzeln mit unterschiedlichen Mustern ausgearbeitet sind. Überwältigend! Dazu kommt noch als Plus die tropische Vegetation dieser Innenhöfe. Das Gesamtbild ist sehr fesselnd. 




Wir spazieren zum kleinen städtischen botanischen Garten. Hier steht ein ganz alter, riesiger Drachenbaum, und total große Bananenpflanzen. Von denen hängen als Lüster über den Pfad die komischen und großen Bananenblüten runter. Wir sehen viele Strelizien, die mir sehr gefallen und deren Stammort ist Südafrika. Es fängt leider wieder zu regnen an. Alles ist total grau, zu fotografieren lohnt es sich gar nicht mehr, und es tut mir so weh, weil ich dann zu Hause auch keine schöne Erinnerungen von hier haben werde. 
Schließlich bin ich doch froh, daß wir trotz des schlechten Wetters den Vormittag sinnvoll ausnützen konnten.  Jede hier verbrachte Minute ist uns ein Schatz und wir wollen sie nicht verbummeln. Nach ca. 2 Stunden Aufenthalt in La Orotava fahren wir mit dem öffentlichen Bus zurück nach Puerto de la Cruz. Der Bus hält nicht dort an, wo es uns günstig wäre, sondern fährt zu seiner Endstation, zu dem großen Busbahnhof. Der liegt schon eher in der Richtung des Playa Jardins in einer Tiefgarage. Es ist sehr weit von unserem Hotel, wir müssen lang nach Hause spazieren. Der Regen hört auf. 
Wir essen eine Kleinigkeit zu Mittag und überlegen uns, was wir noch mit dem Tag anfangen könnten und wir gehen wieder auf der Küste zur Bushaltestelle runter und steigen in einen Bus, welcher die Besucher zu der Bananarea el Guanche genannten Bananenplantage gratis hinfährt. Den Eintritt finden wir hier etwas zu viel:  14 Euro/Person. Dieser Park erinnert uns auch eher an einen botanischen Garten, als an eine Bananenplantage, da man hier alles sehen kann, nur eben kaum Bananen. Wir laufen auf dem Pfad in dem ganzen Garten herum. Es hat einen großen Kakteengarten, hat extra einen Teil für Orangen, Strelizien, Palmen und Bananen.  Die wundervollen Pflanzen gefallen uns sehr gut.




Zum Schluß setzen wir uns in ein "Freilichtkino", wo wir in einem Fernseher einen Film von dem Bananenanbau anschauen können. Nachher kommen wir zu einer Souvenierbude, wo man alles kaufen kann, wie zum Beispiel Keramiken, Bananenlikör etc.. Wir können den Bananenlikör ausprobieren. Wir gehen ein bißchen enttäuscht von hier weg, da wir gedacht haben, wir kommen zu einer richtigen Bananenplantage, wo wir dann in dem "Bananendschungel" rumspaziert wären während über unseren Köpfen mächtige Bananensträuße hängen würden. Dafür, was wir hier gesehen haben, war der Eintritt zu viel. Der Bus fährt uns dorthin zurück, wo wir eingestiegen sind. 

Nachher gehen wir noch spazieren, heute aber nicht runter zu der Küste, sondern bergauf, in Richtung des  Botanischen Gartens. Später kaufen wir dort oben in dem großen Laden (Hypertrebol) ein. Hier gibt es auch Fischtheke, nur kleiner, als in dem anderen Laden. Wir essen zu Abend und denken nach dem morgigen Programm nach. Am Abend gehen wir zu dem am nahesten liegenden Autovermieter (Orcar beim Hotel Casablanca) und mieten sofort einen kleinen Wagen (Fiat Punto, welcher fast auseinander fällt) für drei Tage (tgl. 20 Euro). Die Angestellte ist sehr korrekt, schreibt alles genau auf. Prinzipiell dürften wir das Auto erst morgen früh mitnehmen, für die drei ganzen Tagen, aber das Büro öffnet erst nur um 8:30 Uhr, und wir möchten in dieser Uhrzeit schon unterwegs sein. Auf diese Erklärung gibt sie es uns einfach schon heute Abend. Wir fahren eine Proberunde, das Auto passt. Wir warten sehr aufgeregt auf den morgigen Tag.

5. Tag, 27. Februar 2004

Wir stehen früh auf, aber zu früh lohnt es sich nicht, da es Winter ist und es wird ziemlich spät hell und der Morgendunst löst sich sehr spät auf. Wir fahren um 8 Uhr entlang der Nordküste los. Es ist heute ausgesprochen kalt. Zuerst halten wir bei dem Aussichtspunkt Mirador de San Pedro an. Von hier kann man auf die große Bananenplantage runterblicken, welche zwischen der Straße und der Küste liegt. Nah zu der Küste stehen zwischen den Bananen Finkas (Grundstücke mit großen Häusern), deren schneeweiße Häuser mit ihren roten Ziegeldächern sich zwischen Palmen verstecken. Alles ist üppig grün, nicht nur die ebenen Teile, sondern auch die ganz steilen Felsen. In der Mitte der Bananenplantage ragt ein mächtiger Drachenbaum Richtung Himmel auf. Der Himmel ist wieder grau und bewölkt, wir werden heute auch keinen schönen Tag haben. Manchmal sehen wir von der Straße aus ganz kurz den schneebedeckten Gipfel des Teides. Interessant, daß er von hier eine ganz andere, dickere, rundere, flachere Halbkugelform hat, als von Puerto de la Cruz sehend.   


Bald kommen wir in Icod de Los Vinos an. Wie sein Name es erahnen lässt, hat diese Stadt was mit Wein zu tun. Diese Umgebung ist nämlich ein Weinanbaugebiet. In Icod gibt es mehrere Sachen anzuschauen, aber wir haben hier kein Glück. Zuerst haben wir ein Problem einen Parkplatz zu finden, es sind sehr enge und steile Gassen, alles vollgeparkt. Wir finden letztendlich ganz außerhalb, in dem Richtung Teide liegenden Viertel der Stadt einen Platz und spazieren zurück. Die Hauptattraktion von Icod ist der "1000 Jahre alte" Drachenbaum. Dessen Alter weiß wahrscheinlich niemand genau, aber Tausend klingt halt so gut. :D Wir sehen hier ganz viele Häuser mit Holzbalkonen. Gefällt uns hier gut. Endlich kommen wir wieder ins Zentrum, wo wir "den alten Drachen", den Drago Milenario sehen können. Er ist wirklich groß und interessant. Er steht in einem üppig grünen Garten, hat einen kräftigen Stamm und große dichte Krone.  Ein echtes Monstrum.


Der Garten, wo der Baum steht ist jetzt geschlossen, wir können zu dem Baum nicht näher. Auf dem Hauptplatz steht die schöne San Arcos Kirche und in der Mitte des Platzes ein riesiger Fikusbaum mit Luftwurzeln (so wie im bot. Garten in Puerto). Der Platz ist mit schönen Häusern umgeben. Wir könnten hier längere Zeit auch verbringen, aber es bläst starker kalter Wind und wir haben keine Lust mehr. Ah ja, das Schmetterlingshaus wäre auch noch hier, was uns auch sehr interessiert, aber den Entritt für 7 Euro finden wir zu viel und gehen nicht rein. Wir fahren weiter. 


Unsere nächste Station ist Garachico. Es ist ein Dorf an der Ozeanküste, wo die aus den Bergen runterlaufende Lava durch das Dorf in den Ozean gelaufen ist, und erschöpfte so interessante Naturlavabecken. Die schauen wir lange an. Hier wurde ein bißchen künstlich nachgeholfen und wurde ein Beckensystem mit Leitern und Brücken ausgebildet, wo man baden kann. In den Becken ist das durch Wellen aus dem Ozean reingebrachte Salzwasser, das kristallklar und eiskalt ist. Hier badet heute kein Mensch. Ich möchte sie gerne ausprobieren, aber es ist einfach zu kalt dazu. Im Sommer ist hier dieser Strand bestimmt ganz voll. Ich entschließe mich, wenn wir nochmal kommen, dann will ich hier unbedingt baden. Wir sehen in den Becken viele bunte kleine Fische. Sonst finde ich Grachico nicht zu interessant. Wir schauen in einen Laden ein wo man hunderte Gerümpel kaufen kann. Wir kaufen nichts, fahren wieder weiter. Nach Garachico kommt eine Abzweigung, wir fahren an der Küste entlang weiter.  

Das nächste Dorf ist Los Silos. Wir halten hier auch an und machen einen ganz kurzen Spaziergang um seinen Dorfplatz, den mächtige "Brokklibäume" zieren (da ich es nie erfahren habe, wie diese Bäume wirklich heißen, bleiben sie für uns immer nur noch "Brokkolibäume". Wären sie vielleicht die Loorbeerbäume?). Ab hier fängt eine Serpentinstraße an, welche sich ins Teno-Gebirge hochschlängelt. Wir fahren durch eine atemberaubende Landschaft. Alles ist unglaublich grün, die Felswände der Berge auch!  Zurückblickend sehen wir eine seltsame Formation in dem hinter uns liegenden Tal, es schaut so aus, als wenn  es ein Fußabdruck eines Dinosauriers wäre. :-) Kurz darauf, nach einer Kurve erschließt sich ein neuer Anblick vor uns.  Die Ebene kann man nicht mehr sehen, wir sind zwischen senkrechten Felswänden, und ich  kann mich nicht oft genug wundern: neben der schlängelnden Straße wachsen wild überall riesige Kakteen (es kann man schon als Kakteenwald bezeichnen) und Orangenbäume und Palmen. Auf einer Strecke führt die Straße durch einen echten Palmenwald. Hier halten wir auch an, ich muß es mir anschauen, ich schwärme nur, ich sage pausenlos, so was gibt es gar nicht, daß es die Wirklichkeit ist, es ist wundervoll. Ich bin so aufgeregt,  ich kann diese vielen Eindrücke gar nicht so schnell verarbeiten. Es sind die kanarischen Palmen. 
Diese Sorte gibt's nur auf den Inseln.  Sie schauen so aus, wie die Dattelpalmen, nur sie haben eben viel mehr Blätter, ihre Kronen sind so sehr dicht und die gelben Datteln hängen auf denen in riesigen Sträußen. Die Straße selbst gefällt mir auch sehr, weil der Straßenrand nicht die übliche Leitplanke ist, sondern reihen sich von schneeweißem Stein gemachten kleine Basteien ewig aneinander. Es ist total stimmungsvoll und von weitem sieht es so aus, wie eine kleine Chinesische Mauer. 



Wir sind schon vor dem berühmten Dorf, Masca, als wir wieder anhalten, weil hier eine noch dichtere Palmenoase neben der Straße ist, ein echter dichter Palmenwald, welchen ich bis jetzt nur in Filmen gesehen habe. Masca ist ein sehr kleines Dörfchen, es besteht nur aus paar Häusern und ist auch mit vielen Palmen umgeben. Wir halten hier nicht an. Hier beginnt die Macsa-Schlucht, eine wildromantische Klamm, wodurch man bis zur Ozeanküste runtergehen kann. Ich fühle sehr große Motivation, daß ich durch diese Schlucht durchwandern sollte, aber es dauert hin und zurück gute 6 Stunden, so kommt es jetzt gar nicht in Frage, aber es kann natürlich ein sicherer Anlass sein, daß ich später es sagen kann, ich muß auf diese Insel zurück, da ich noch in der Masca-Schlucht nicht war. ;-) Man kann über diese grünen Berge auch durch die graue Masse  durchsehen und zeichnen sich die Konturen der Nachbarinsel La Gomera in dem Nebel ab. Ich würde gerne auch dorthin mal ein bißchen rüberspringen. Es gibt auch Schiffsausflüge. Wieder ein Grund, auf die Insel noch einmal zurückzukehren.  

La Gomera erblickend habe ich jetzt in Gedanken jede einzelne Kanarische Insel eingeflogen. Die Sehnsucht hat mich sofort erwischt, ich möchte alle sehen. Ich entschließe mich hier in diesem Moment, wir werden alle nach einander bereisen. Mittlerweile führt die Straße durch Santiago del Teide schon auf den südlichen Teil der Insel. Bald gelangen wir an die Küste, zuerst bei Puerto de Santiago. Diese Stadt ist mir sehr abstossend. Häßlicher Baustil, die Häuser stehen stufenartig im Hang, die ganze Stadt schaut so aus, als wenn von der Küste aufwärts die Häusermassen selber riesen Stufen wären. Es wirkt so künstlich, so häßlich. In dem großen, künstlich herausgebildeten Hafen ankern hunderte Yachten. 



Es ist bestimmt die Zone der Reichen, aber es hat an sich keinen Charme, nichts bestechendes. Hier kann man ein Stück aus der Los Gigantes genannten Felsenwand sehen. Ab hier sind südlich die Urlaubsortschaften fast zusammengewachsen. Wir spüren die Grenze zwischen Playa de las Americas und Los Christianos nicht. Irgendwo zwischen diesen zwei gönnen wir uns auf dem schwarzsandigen Strand eine Stunde Erholung. Der Strand ist überhaupt nicht schön und er ist überfüllt. Das Wasser wird langsam tiefer, aber die Wellen haben es aufgewühlt und so schaut es aus, wie ein undurchsichtiges, schwarzes Abwaschwasser und es ist eiskalt, ich schätze, es kann nicht wärmer als ca. 16 Grad sein. Der Strand wird nicht mein Liebling, aber ich mußte  ihn unbedingt ausprobieren, erstmal im Leben im Ozean zu baden. Der Himmel wir immer schwärzer, und in der Ferne zucken Blitze am Himmel auf. Wir müssen uns auf den Heimweg machen. Jetzt sind wir an dem weitesten Punkt der Insel von Puerto de la Cruz. Auf der südlichen Autobahn schaffen wir die Heimfahrt in einer guten Stunde. Am Abend spazieren wir noch im Puerto und ich flehe, daß wir morgen nicht so schlechtes Wetter kriegen.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Da dürftest du dich im nächsten Jahr auch wieder auf den Loro Parque freuen. Gibt viele sehr schöne Änderungen.

    Unverständlich ohne Decke oder Radiator zu vermieten. Für mich nicht nachvollziehbar :-((

    AntwortenLöschen
  2. Der Apartment war furchtbar, ein Rattenloch, aber sind wir auch nicht mehr dorthin gegangen, und der Casablanca, wohin wir jetzt immer gehen, ist einfach perfekt.

    AntwortenLöschen