Dienstag, 4. Januar 2011

Vier Tage in den Alpen

14 – 17. August 2006 Vier Tage in den Bergen

Am 14 August 2006 fahren wir in meine geliebten Berge für 4 Tage los. Es ist für mich so ein Gefühl, als ich nach Hause fahren würde. Ich könnte mir vorstellen, daß ich in Garmisch-Partenkirchen leben würde. Seit einer Woche ist es nur schlechtes Wetter. Hoffnungslos setzen wir uns ins Auto. Zum Glück bei Garmisch kommt die Sonne vor. Unser erster Ziel ist Mittenwald.

Das Wasser war wirklich so milchfarbig, da der Fluß viel durch Regen ausgelösten Kalk mitgeliefert hat.
Aus Mittenwald geht ein Pfad in die Leutaschklamm los. Die alten Holzstege wurden im vorigen Jahr abgebaut und jetzt sind überall starke, neue Stahlkonstruktionen in die Felsen gebohrt. Es schaut halt nicht so schön aus, aber ist viel sicherer. So kann man die ganze Klamm durchgehen. 
Ein Homepage von der Leutaschklamm 


Zuerst gehen wir unten auf den übrigen alten Stegen in die Klamm rein. Es sind bloß paar Meter bis zu einem Wasserfall. Danach laufen wir auf dem neuen Weg oberhalb der Klamm. Ich schätze, er ist so ca. 2 km lang. Wir sind schon fast am Ende, als es furchtbar stark zu regnen anfängt. Wir gehen auf einem Pfad außerhalb der Klamm zurück und finden dort ziemlich schnell eine Gaststätte und setzen uns dort auf einen Tee rein, so lang, bis der Regen aufhört.  




Die Leutaschklamm konnte mich nicht so faszinieren, als die früher gesehenen Klammen, da diese Stahlgerüste die ganze Stimmung unnatürlich und unschön machen. Der Regen hört doch nicht ganz auf, nur es wird schwächer, deshalb müssen wir auf das Zelten verzichten. Wir sind sowieso zum Abendessen in Eschenloche bei einem Ehepaar eigeladen, die wir in diesem Sommer, vor zwei Monaten auf der Insel Samos (in Griechenland) kennengelernt haben. Wir fahren gegen 6 Uhr zu denen. Die Stimmung ist sehr gut und nach dem Abendessen gehen wir in Eschenlohe noch spazieren. Man kann noch immer deutlich die vernichtenden Spuren von dem Bach sehen, der im vorigen Frühling hier aus seinem Bett ausgetreten ist und große Schäden verursacht hat. Wegen dem schlechtem Wetter schlafen wir bei unseren Freunden. 

15. August 2006 Fahrradtour zu den Isarquellen

Unsere Freunde sind sehr durchtrainierte Sportler, man kann fast Extremsportler sagen. Ihre Kondition ist vielmal stärker als unsere. Diese haben wir schon auf Samos erfahren, als wir eine kleine Tour (in 40 Grad) in dem Tal der Nachtigallen gemacht haben. Nach dieser Erfahrung, weiß ich eigentlich gar nicht, wie konnten wir uns es heute antun, daß wir diese große Fahrradtour gemeinsam machen? Sie können an einem Tag locker bis zu 60 km radeln, und denen machen steile Aufstiege absolut nichts aus, solang liegen wir schon von der kleinsten Steigung in unseren eigenen Ruinen. :D Wir fahren auf ihrer Empfehlung nach Scharnitz los, und dortvon in einem Tal zu den Isarquellen. Sie sagen, hier wäre das Gelände ganz flach und leicht zu fahren. Aus dem Dorf losfahrend, sind die ersten paar Meter wirklich noch eben.




Die vom Regenwasser angestaute Isar hat von dem Kalk eine helle Türkisfarbe. Bald kommt eine ganz steile Strecke, wo ich das Fahrrad nur schieben kann. Nachher fällt der Weg zu dem Bach ab und der Rest des Weges führt direkt paralell mit dem Bach. Die unterschiedlichen Farben des Wassers sind faszinierend. Auf dem Weg begleiten uns Föhren, grasende Kühe, Alpenwildblumen. Ich bin total verzaubert von allem. Wir kommen am Ende des 22 km langen Weges zu einer mit Bergen umschlossenen Wiese an. Sie heißt  Kastenalm und hat eine Hütte, wo man Pause machen kann. Ab hier kann man nur zu Fuß weitergehen. Für uns hat so viel für heute gereicht.




Kastenalm:


Wir erholen uns hier ca. 1 Stunde lang, essen hier und genießen die Sonne und die Stimmung von der schönen Alpenlandschaft. Auf dem Rückweg halten wir bei dem Isarursprung an, also dort, wo die drei Quellen der Isar in einem verzäunten Naturschutzgebiet zu sehen sind. Wir finden nur die eine Quelle und danach machen wir uns schon auf den Rückweg. In Scharnitz verabschieden wir uns von unseren Freunden, sie fahren nach Hause, und wir nach GAP. Unser Ziel ist - wie immer - der Campingplatz in Grainau. Auf unsere Überraschung und Freude wurden paar Lebensmittelläden gegenüber dem Campingplatz gebaut, so müssen wir nicht mehr nach GAP wegen einkaufen reinfahren. Wir stellen unser Zelt auf, duschen und verzehren unser Abendessen ganz gemütlich draußen. Die untergehende Sonne beleuchtet die mächtigen Felswände des Vorderen Waxensteines, und sie spielen in roten Farben. Was kann man sich noch mehr wünschen, als so eine "Terasse", mit so einem Garten und Panorama??  Heute muß man mich nicht in dem Traum schaukeln, da die Fahhradtour meine ganzen Kräfte ausgesaugt hat.  



16. August 2006 Bergwanderung unterhalb der Alpspitze

Gestern Abend konnten wir keine Entscheidung treffen, wo wir heute zum Wandern gehen sollen. Während unseres Frühstücks besprechen wir es, daß wir mit der Seilbahn auf den Hausberg fahren, aber als wir dort ankommen, empfängt uns eine Überraschung: die ganze Seilbahn liegt in Stücke auseinandergebaut, also ist nicht im Bertieb. So, mit einer Schnellentscheidung fahren wir zu der nah gelegenen Kreuzeckbahn. Diese bringt uns (einen 800 meterigen Höchenunterschied überschreitend) auf 1650 m hoch.

Wo man zwei weiße Häuser weit unten auf dem Berg sehen kann, dort ist die Bergstation der Kreuzeckbahn. Unter sieht man Garmisch-Partenkirchen. 
Von dem Keruzeck gehen wir zur Osterfelder Hütte los. Zuerst marschieren wir auf einem schlängelnden Weg, aber später wird es uns zu langweilig und wir streifen von dem offiziellen Pfad ab, und steigen über einen sehr steilen Hirtenpfad in kurzer Zeit 300 m Höhenunterschied auf. Dann kommen wir zu einer Abzweigung,   und ab dort laufen wir wieder auf dem normalen Pfad noch ca. 200 m aufwärts. So kommen wir zu der Bergstation der Alpspitzbahn an, welche auf  2150 m liegt.



Hier oben ist es kalt und leicht bewölkt. Wir essen unser Pausenbrot auf der Terasse der Seilbahn und trinken dazu heißen Tee. Wir haben noch immer keinen konkreten Plan, wie wir weiter gehen möchten. Von hier kann man direkt ins Höllental herunterschauen, es wäre auch eine Möglichkeit durch dieses runterzusteigen. Aber wir überlegen es ewig.

das Höllental

Auf dem Wegweiserschild sehen wir, ab hier gehen ganz viele Höhenwanderungen los, so auch Klettersteige. Wir wollen uns gerne so was anschauen, wie es aussieht, ob man so was auch ohne Ausrüstung machen kann. Da steht die bekannte Alpspitz-Ferrata auch mit dabei, steht aber auf dem Schild: "nur für Geübte"! Schließlich entscheiden wir uns, daß wir einen kleineren Klettersteig ausprobieren, und wenn es zu gefährlich wird, dann drehen wir um. Wir haben keine Ahnung, wie es wird, also sind wir ganz aufgeregt. Nach kurzem kommt eine Abzweigung, ein Weg führt auf die Alpspitze (2628 m), wir wählen den anderen Weg, der heißt: Alpsiptze-Nordwandgang: Osterfelder Wand, Bernadeinwände. Ich bin sehr aufgeregt und habe auch ein bißchen Angst, wie es wird, ob es gefährlich ist, aber mich treibt die Sehnsucht der Entdeckung. M. geht immer vor, ich hinter ihm. Auf unsere Instinkte hörend, halten wir einen gewissen Abstand zwischen uns, wenn einer Steine lostreten würde, nicht daß sie dem anderen auf den Kopf fallen. 




Am Anfang müssen wir uns an in den Fels genagelten Stahlringen klammernd hochziehen, danach gehen wir in einem finsteren Felstunnel, wo man gar nichts sehen kann, aber wir haben immer eine Taschenlampe bei uns. Nachher kommt ein Geröllhang und Stahlleitern, die über aufrechte Felswände führen. Ich genieße dies alles!  Unter uns die Tiefe, Angst haben wir nicht, wir sind aufgeregt und genießen dieses neue Erlebnis. Nach den Leitern kommt eine Felswand, wo man sich an Stahlseilen festhalten kann und man findet eigentlich immer den nächsten Schritt. Nur diese Wand scheint endlos zu sein und dieser Abschnitt dauert sehr lang, manchmal haben wir das Gefühl, daß keine Möglichkeiten sind weiterzugehen, aber man findet letztendlich doch immer einen Weg. Wir gehen immer weiter, bis wir dann das Ende des Klettersteiges erreichen. Gefällt uns alles und wir haben es schon sofort entschieden, daß wir von solchen Klettersteigen viel mehr kennenlernen wollen, und werden im nächsten Jahr Ausrüstungen kaufen. Unter uns ist alles, wo wir früher auf den Berg raufgelaufen sind, und vor uns die Schöngänge. Dahin müssen wir zuerst ein Stück absteigen, und auf einem grasigen Hang wieder rauf zu einem Gipfelkreuz, welches auf  2143 m liegt. Hier lässt uns der starke Wind fast runterfliegen!  Es ist ein wahnsinniges Gefühl hier zu stehen, auf einem Gipfel, wo nur wir zu zweit sind und die ganze Umgebung einsehen können.


Wir machen auf dem grasigen Hang eine halbe Stunde Pause und essen. Von hier könnte man über einen leichten Klettersteig locker runtersteigen, dorthin wo der schlängelnde Pfad zur Bergstation der Kreuzeckbahn führt, aber wir wollen über einen neuen Weg nach unten. Deshalb gehen wir auf einem Pfad los, welcher diesen Berg umgeht. Der Weg ist immer steil, sehr steinig und ewig langgezogen. Bald kommt der kleine Stuibensee in Sicht.


Danach gehen wir zuerst zwischen Latschenkiefern, dann später durch einen Föhrenwald fast 3 Stunden lang bis wir wieder zur Bergstation der Kreuzeckbahn ziemlich erschöpft ankommen. Wir haben unsere Tickets nur für die Bergfahrt gekauft, deshalb gehen wir von dem Berg auch zu Fuß runter (nochmal 800 Meter Höhenunterschied). Der steile Weg nach unten macht schnell meine Knie fertig, zum Schluß kann ich kaum mehr laufen und falle auf der Skipiste ins Gras. Danach verlaufen uns noch. Es wird Abend bis wir zu unserem Auto ankommen. Heute essen wir im Schnellimbiß. Wir sind völlig erledigt, ausgepowert.


17. August 2006 Ein bißchen Österreich – Lermoos, Biberwier

Morgens bauen wir unser Zelt ab, aber es ist noch ganz naß von dem Morgentau und es nimmt sehr viel Zeit weg, bis wir die Planen trocknen, da wir sie naß doch nicht verräumen können. Für den heutigen Tag haben wir keinen Plan, wir möchten nur einfach irgendwo fahrradfahren. Am liebsten bei einem See, den wir noch nicht kennen. Von Lermoos und Biberwier liegen südlich fünf kleine Seen. Leider, hier sind keine ausgebauten Fahrradwege, der Pfad wird schnell zu steil, steinig und voll durchgewachsen mit Baumwurzeln. Es ist nicht geeignet für Fahrräder, und zu wandern haben wir keine Lust mehr, so fahren wir nach einer Stunde fahrradfahren nach Hause. 


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Auch wenn die Stahlgerüste sich nicht so schön in die Landschaft einfügen, schon atemberaubend.

    Muss toll sein durch diese Landschaft zu wandern.

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