Sonntag, 27. März 2011

Frappé

Wie sehr lieben wir diese braune Plörre. :-) ??? 
Und ich hasse Kaffee! Dann warum? Ich weiß es gar nicht. Weil es nicht nur um den Geschmack geht, sondern es ist ein Ritual. Und den Geschmack kann man nach seinem Wunsch gestalten.

hier mit mehr Milch
Hier etwas stärker

Als ich im vorigen Frühling gerade M. die Detaile unserer Griechenlandreise auf dem Computer zeigend zergliedert habe, hat er gesagt, daß solche Ruhe nirgendwo anders, als in Griechenland gibt. Dann habe ich nur so viel gesagt  - und währenddessen zwei große Frappé auf den Computertisch gestellt - daß die schlauen  griechischen Männer eben deshalb den Frappé erfunden haben, damit sie zu Hause zu ihren Frauen sagen können  "Schatzi, ich haue mal auf einen Frappé in die Kafeterie ab!"  :-) 

Und dann setzt sich der griechischen Mann ins Café, wo die Frau (meistens) nichts zu suchen hat. Er bestellt seinen Frappé, den er dann minimum eine Stunde lang trinkt. Zwischendurch glotzt er und dreht seine Kombostini. Und warum MUß man einen Frappé eine Stunde lang trinken? Ich kann es erklären. :-)


Man fängt einen Frappé mit paar Löffeln Nescafé und Zucker und einen fingerbreit Wasser an zu machen. Diese Mischung schlägt man mit einem speziellen Frappémixer so lang, bis es ein fester Schaum wird. Dann kommen die Milch und das eiskalte Wasser, die im Glas runterlaufen und eine völlig geschmacklose Lösung bilden, da der ganze Kaffeegeschmack (und die Stärke - Koffein) oben in dem Schaum steckt. Dieser Schaum löst sich aber sehr langsam und nur dann, wenn man ihn ständig heftig rührt auf. Wenn wir den Frappé einfach schön lang stehen lassen, dann fallen die kleinen Nescafé Körnchen auch von sich selbst runter. Einem echten Frappékonsumenten bleibt nie Schaum zurück in seinem Glas. Aber daß der obere harte Schaum in der unteren Flüßigkeit  sich auflöst, braucht viel Zeit. 


Wer war der erste, wer diese Art der Anfertigung eines Kaffees erfunden hat?
Angeblich wollte ein Mann 1957 auf der Internationalen Handelsmesse in Thessaloniki seinen Kaffee von instant Kaffepulver fertig machen, aber er konnte dort dazu kein Wasser kochen. Er hat dann die Idee von dem einen Aussteller genommen, der ein Kindergetränk verkaufen wollte, das man in einem Shaker zusammenschütteln soll. So hat der Mann sein Kaffeepulver, Zucker und kaltes Wasser in einem Shaker zusammengeschüttelt und so ist der Frappé entstanden, der dann ganz Griechenland erobert hat. 



Der Frappé ist eine Zeremonie und nicht nur Genuß. Wer einen Frappé bestellt, soll sich dazu die Zeit nehmen und einen wolkenloses, verlangsamten Hirnmodus aufnehmen und halbe Stunde lang relaxen.

Ich kann mich sehr ärgern, wenn ich Gäste habe und ich biete ihnen "Eiskaffee" an (da sie den Namen Frappé gar nicht kennen) und sie saugen sofort von unten die wässerige Brühe aus und lassen den ganzen feinen Schaum drin und jammern dann, was für ein schwacher Kaffee es war. Und wenn ich ihnen erklären will, wie man Frappé trinkt, dann nehmen sie es als Belehrung und gefällt ihnen gar nicht. Es sind die, die nie einen schönen Urlaub in Griechenland haben und die haben bei mir keinen Frappé verdient! :-) 


Ich mache meinen Frappé so:
- zwei TL Nescafé (wenn es geht die originale Marke, es schäumt nämlich am besten - da ich keinen Kaffeegeschmack mag, ich kaufe die "milde" Version, es ist nicht nur milder, sondern noch cremiger) und werfe ich dazu ein TL Kristallzucker, dies alles in ein tiefes, langes, schmales Glas und ich lasse dazu ca. 2 cm hoch kaltes Leitungswasser rein (man kann auch Mineralwasser ohne Kohlensäure, im Tiefkühlschrank abgekühlt ,nehmen). 

Es ist mein ganz einfacher Frappémixer aus Griechenland (kostet ca. 8 Euro)

Dann schlage ich mit dem Mixer diese wenige Flüßigkeit so lang, bis der Schaum so hart wird, daß auch ein Löffel darin stehen bleibt. Richtig ist, wenn das Glas jetzt bis zu seiner Hälfte mit Kaffeeschaum voll ist und keine Flüßigkeit drin mehr übrig bleibt. Dann lasse ich vorsichtig über der Innenwand des Glases ca. 2 fingerbreit Milch reinlaufen, und dann genauso vorsichtig (damit der Schaum nicht zusammenfällt) so viel kaltes Leitungswasser, daß das Glas fast voll wird. Dann kommen die Eiswürfel auch ganz vorsichtig rein und ein Löffel Vanille oder Straciatella Eis. Dann braucht man nur noch einen Strohhalm und die Zeit, eine bequeme Balkonliege und Sonnenschein.  


Ich habe vor einer Woche meine "offizielle Frappésaison" eröffnet, d.h. ich habe aus dem Schrank die Frappémaschine ausgegraben und habe meine ersten Frappés auf dem Balkon genossen. :-)

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

Kommentare:

  1. Och männo....das hättest du mal eher sagen sollen. Habe gerade nen löslichen Kaffee weggeworfen (war stehengeblieben), weil ich ihn auf die herkömmliche Art nicht mag.

    Na, dann werde ich mal Nescafé holen und dein Rezept austesten. Hört sich lecker und auch erfrischend an.

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  2. Ohh, wir trinken es jeden Sommer und schmeckt wirklich göttlich, man kann auch ein Schuss Bailey's reintun. :-)

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