Donnerstag, 24. März 2011

Thailand 2011/Khao Sok Nationalpark

27. Februar

Wir müssen um 6 Uhr aufstehen, uns bleibt nur wenig Zeit zum Frühstücken. Der Minibus ist schon voll, nur zwei Plätze sind noch für uns, die anderen Mitreisenden sind alle Russen. Komisches Gefühl, daß wir fast immer nur die einzigen Deutschen sind. Sie reden schreiend laut, was ich zu dem frühen Zeitpunkt nicht gut toleriere. Unser heutiger Guide nennt sich „Mr. Number One” und er ist eine sehr merkwürdige Figur.

Wir verlassen die Insel Phuket über eine Brücke und danach halten wir sofort am Straßenrand bei einem Markt an. Hier sagt Wan, daß der Busfahrer und er kurz aussteigen, sie wollen ein paar Ananas für uns zu dem Mittagessen kaufen, es dauert nur eine Minute. Die Russen reißen die Schiebetür auf und uns durchtrampelnd verschwinden sich innerhalb Sekunden zwischen den Verkaufsständen. Der Fahrer und der Guide merken erst davon nichts, nur als sie schon einsteigen, merken sie erst, daß hinten der ganze Bus leer ist. Die werden sehr aufgeregt (wir haben auch eine Meinung). Wir fahren langsam neben dem Markt los und hupen, daß die Russen es merken, daß sie einsteigen müssen. Ich wäre nicht böse gewesen, wenn wir sie hier lassen. Die machen immer nur Probleme. Sie haben einiges zusammengekauft, dazwischen auch Ananas, die sie so wie so nicht abschälen können. 



Unser Fahrer ist ein lustiger Typ, aber er fährt wie ein Verrückter. Ich sitze vorne in der Mitte und starre seine Manöver mit Beklemmungen an. Er drückt das Gas wie ein Wilder, überholt ständig jeden, egal ob eine unübersehbare Kurve oder Steigung kommt, und manchmal vergisst er nachdem in unsere Spur zurückzukommen, fährt einfach halbe Minute lang in der falschen Spur. Es alles sehend, kann ich mir schwierig vorstellen, daß ich an diesem Tag lebendig davon komme. Nur wenig seelischen Trost gibt mir der Spruch:  „Betrunkenen Menschen trifft nie Unglück”.  
Bald halten wir wieder an bei einem Café, wo wir viertel Stunde Pause halten. Ich verstehe nicht, warum wir so viel Pausen brauchen, weil wir nicht zum Weltende reisen, aber weit genug dazu, daß wir uns lieber beeilen sollten. 

Endlich erreichen wir Khao Lak und dort schauen wir das Tsunami Museum an. Es ist ein "Freilichtsmuseum" bzw. man kann am Rand des Urwaldes ein großes Boot von der Polizei sehen. Es steht an der selben Stelle, wo es damals der Tsunami ausgespuckt hat. Außerdem steht hier noch eine Hütte, wo Fotos und ein zusammenfassendes Schreiben von dem Tsunami in 2004 zu sehen sind.  




Wir lesen alles durch, und schauen die Bilder an, und unweltlich traurig erinnern wir uns, wie es alles gewesen sein sollte. Wir schauen das Schiff uns an - die Russen bleiben an einem Haufen und tratschen, rauchen und lachen, sie haben hier null Interesse. Nach viertel Stunde fahren wir weiter, aber paar Minuten danach halten wir bei einem 7/11 Laden wieder eine Pause. Hier kann man aufs Klo gehen und kalte Getränke oder was anderes kaufen. Ich habe das Gefühl, wir kommen nie nach Khao Sok an. 



Es ist schon fast Mittag, als wir zum Fluß ankommen, worauf wir mit Kanu fahren werden. Jede Zweiergruppe kriegt einen Paddler, der auch etwas auf englisch erzählt. Den seichten und langsamen Fluß umarmen fast die großen Bäume, auf deren Zweigen aufgerollte Schlangen ihre Schlafzeit haben, die jagen dann in der Nacht in dem Fluß. Wir sehen zwei davon. Das Kanu ist nicht bequem, und sie Sonne brennt von oben. Wan hat gesagt, wir sollen leise bleiben, dann haben wir Chancen wilde Tiere zu sehen. Die Russen aber schreien laut von einem Boot zum anderen und rauchen ständig, und werfen ihre Zigarettenkippen ins Wasser (Nationalpark!). Ich bin schockiert darüber, was für ein hemmungsloses Benehmen diese Menschen sich erlauben. Wir haben echt die Schnauze voll von denen. Der Fluß wird enger und schneller, an anderen Stellen wieder langsamer und tiefer. Es kommen in Sicht hutförmige, hohe, sehr grüne Berge und neben uns im Urwald pfeift ununterbrochen der rätselhafte Dschungelbewohner, den wir schon oft wo anders auch gehört haben. 











Nach der Kanufahrt bekommen wir Mittagessen, wie immer, hier auch reichlich und lecker. Hinten sitzt ein Gibbonaffe angekettet, den kann man fotografieren und auch streicheln und er macht Späße, z.B. nimmt jemandem seine Mütze weg, tut auf seinen eigenen Kopf usw...  







Von hier fahren wir nur ein bißchen und halten wieder an, wo freilebende Affen sind, die kann man auch von Nah anschauen, aber die sind schon an den Menschen gewöhnt. Es gibt hier Obststände und die Leute kaufen alles für die Affen und die fressen nur den ganzen Tag.  




Schließlich kommt der Höhepunkt des Tages, das Elefantentrekking. Wir fahren noch ca. viertel Stunde mit dem Bus und kommen zu einer Bananenplantage an. Hier ist der Ausgangspunkt, wo wir später von einem Gerüst auf die Elefanten steigen können. Momentan ist hier kein Elefant und bald teilt Wan uns mit, daß wir leider anderthalb Stunden lang warten müssen, bis wir hier an die Reihe kommen. Na super! Wieder tolle Organisation! Hier gibt es Bänke wo wir uns hinsetzen können und bekommen Kaffee, Tee oder kaltes Wasser. Hier ist eine extrem starke Luftfeuchtigkeit, wir schwitzen sehr. Es gibt hier auch ein kleines angekettetes Äffchen und alle Russen gehen gleich zu ihm und fotografieren, füttern oder ärgern ihn, bis wir vorne bleiben und sehen, wie die ersten Elefanten von der Tour zurückkommen. Wir dürfen sie mit Ananas füttern und ihre Rüssel streicheln oder an dem Bach anschauen, wie sie gebadet werden. Die Russen merken davon nichts. 




Die Touristen steigen von den Elefanten runter, dann lassen sie ihre Treiber (die auch ihre Herrchen sind) sie zu dem Geländer für paar Minuten Pause hin und dort kriegen sie von uns Ananas. Danach werden sie im Bach gewaschen, es gefällt ihnen sehr gut. Jeder Treiber gießt mit Wasser seinen eigenen Elefant. Diese ganze Erholungszeit dauert höchstens 5 Minuten für den Elefanten und dann müssen sie schon wieder arbeiten. Wir machen hier alles mit, geben ihnen Ananas, streicheln ihre Rüssel und schauen zu wie sie gebadet werden. Es ist für uns ein richtiges Erlebnis und die anderen merken davon nichts, denen ist nur der Affe interessant. 






Endlich kommen wir an die Reihe, und die Russen merken wieder nichts, da muß der Wan sie betteln, daß sie endlich mal kommen. Bis es denen bewusst wird, daß die Elefanten schon da sind, wir zwei steigen schon auf den ersten Elefant auf, und sie wollen erst die anderen zu füttern anfangen, da herrscht ein Chaos zwischen denen und wir sitzen schon auf dem riesigen Tier. 






Auf dem Rücken des Elefantes fühlen wir uns so, als ob wir von dem Dach eines Londoner Stadtrundfahrtbuses runtergucken würden. Er ist so hoch. Der Sitz ist furchtbar unbequem. Bei jedem Schritt kippt es etwas links und dann rechts und pendelt mit uns hin und her. Der Metallrahmen der kleinen Bank, worauf wir sitzen, haut bei jedem Schritt uns auf die Wirbelsäule, immer auf den selben Wirbel. Sehr unangenehm. Am Anfang tut der Elo uns leid, wir wollen unsere Füße gar nicht auf seinen Kopf tun, sondern hängen sie seitlich runter. Aber lange halten wir in dieser unbequemen Position nicht aus. Schließlich tun wir unsere Füße doch auf seinen Kopf, ganz sanft, vorsichtig - aber wir denken, ihm ist es wahrscheinlich nur streicheln und kein richtiger Druck und wir selber auf seinen Rücken sind vielleicht so schwer für ihn, wie für uns unsere Rucksäcke. Er tut uns trotzdem leid. Aber sein Treiber geht gut mit ihm um und es beruhigt uns wenigstens. Die Umgebung ist am Anfang nicht sehr interessant, wir gehen erst neben der Bananenplantage, dann zwischen Kautschukbäumen. Später gehen wir in einem Bach und endlich kommen wir in den richtigen Urwald an. Der Dschungel fasziniert uns mit seiner Üppigkeit, Baumriesen und Tönen. Wir gehen hier leider nur paar hundert Meter und danach kommt wieder so ein Gerüst, wie das, wo wir auf den Elefant gestiegen sind, und jetzt müssen wir runtersteigen. Der Treiber schickt uns zu dem Wasserfall weg, wir schauen es schnell an, aber ist keine große Nummer und baden wollen wir hier auch nicht, wir wollen unseren Elo!!! :-) Die Russen sind noch nicht da. Als wir vom Wasserfall zurückkommen, badet der Treiber gerade unter der kleinen Holzbrücke unseren Elo und wir dürfen es von oben anschauen. Unser Elo ist ein 30 jähriger großer Bulle. Langsam kommen schon die Russen und wir wollen bißchen in den Wald laufen, um paar Fotos von den Riesenbäumen zu machen, aber die Treiber lassen uns keinen Schritt von hier weg, da die jetzt kommenden Elefanten uns tot treten könnten. Sie wollen uns eigentlich überhaupt nicht hier haben, versuchen uns zum Wasserfall zurückzuschicken. Die Russen laufen alle zum Wasserfall weg und wir bleiben auf der kleinen Brücke und schauen die Elefanten. 












Die Russen kommen nicht so schnell zurück, wie wir, die baden dort und wir bleiben mit den Elefanten und können anschauen, wie sie alle nacheinander gebadet werden. Einer von den Treibern merkt es, daß wir großes Interesse haben und winkt uns, daß wir dahin gehen sollen, wo gerade sein Elefant aus dem Bachbecken über das steile Bachufer raufkommt. Er lässt uns direkt an seinen Elefant um zu fotografieren und wir dürfen ihn auch streicheln. Das mächtige Tier bleibt so halbwegs auf dem steilen Hang stehen, so daß unsere Köpfe in der gleichen Höhe sind, so können wir ihn auf der Stirn streicheln und es scheint ihm zu gefallen. Für uns ist es ein wunderschöner Moment, das größte Erlebnis dieses Urlaubes. 

Unser Treiber denkt, wir haben hier keine Interesse an dem Wasserfall, deshalb stehen wir hier und er will schon mit uns zurückgehen. Er lässt mich direkt auf das Genick unseres Elo sitzen, aber da bleibe ich nicht lang, weil es sehr unbequem ist und wackelt. Er macht von uns paar Fotos, kann aber leider mit der Kamera nicht richtig umgehen, so werden die meisten Bilder verschwommen. Zum Schluß kaufen wir die zwei Fotos, die von uns noch am Anfang gemacht wurden. Sie sind teuer, aber Wan sagt, daß das Geld für die Heilung der Elefanten verwendet wird. Wir geben unserem Treiber Trinkgeld, er freut sich sehr, man merkt, daß es  hier nicht üblich ist. Er montiert alles von seinem Elefant ab und danach dürfen wir ihn wieder mit Ananas füttern und seinen Rüssel streicheln. Es ist Feierabend, unser Treiber setzt sich auf sein Motorrad und sein Elefant läuft neben ihm, wie ein Hund beim Spazieren neben seinem Herrchen. Lustig schaut es aus. Sie gehen nach Hause. Die anderen Treiber baden noch ihre Elefanten, es können wir wieder zuschauen. 





Wir warten nur noch auf den Russen und fahren nach Hause. Die 200 km scheinen jetzt sehr lang zu sein. Wir halten wieder öfter an, Getränke zu kaufen oder für Toilette. 
Zu Hause gehen wir sofort in den Pool zu schwimmen, es erfrischt uns immer so schön. 
Es war ein super Tag!

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

1 Kommentar:

  1. Muss toll sein auf so einem Elefanten eine Tour zu machen.

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