Mittwoch, 27. April 2011

Mauritius - 3-4. Tage

21. Februar 2007, Mittwoch, dritter Tag

Die Sonne scheint wieder. Um 10 Uhr, ganz pünktlich bringt ein Mann unseren Mietwagen (wir haben ihn noch zu Hause gebucht). Es ist ein neuer Nissan Micra - mit der Vermietung läuft alles in Ordnung. Wir wursteln noch eine Stunde rum, bis es zu regnen anfängt. So, wegen dem Regen entscheiden wir uns die Stadt, Port Louis anzuschauen. Die Landschaft hüllt sich fast in abendliche Finsterniss. 

Flameboyant Allee - leider ohne Blumen
Port Louis

Wir suchen in Port Louis den Hafen, genauer das "Le Caudan Waterfront" genannte Einkaufzentrum, wo man länger billig und überwacht parken kann. Bis wir es finden, ist schon Windsturm und das Wasser gießt vom Himmel. So kommt die Stadtbesichtigung leider gar nicht zur Frage, statt dessen schauen wir das Einkaufzentrum an, aber es ist nicht zu groß und noch weniger interessant. Der Regen macht unsere Laune kaputt. Es ist richtig stürmisch geworden und es regnet wahnsinnig stark. Wir warten lang, daß es vielleicht aufhört, aber es wird nicht besser, so gehen wir mit hängenden Gesichtern zu dem Auto zurück. Wir sind bis auf die Unterhosen naß, aber da wir damit gerechnet haben, haben wir Handtücher und Wechselklamotten auch dabei. :-) Wir veranstalten kurze und schnelle Striptease im Auto und schimpfen noch ein bißchen über das Wetter und fahren nach Hause. Wir verfahren uns schon gleich am Anfang und biegen dann bei Phoenix von der Autobahn ab. Da erkenne ich einen Platz, wo wir schon von dem Flughafen auf dem Weg zum Hotel  gefahren sind, aber wir finden die Abzweigung Richtung Flic en Flac nicht. Wir kreiseln insgesamt 3,5 Stunden zwischen den Teeplantagen und Städten: Phoenix, Vacoas, Curepipe und Quatre Bornes, bis nach mehrmaliger Nachfrage endlich ein Tankwart den Weg Richtung Flic en Flac uns zeigt. So schaffen wir den, hin halb stündigen Weg, nach Hause während 5 Stunden! :-)  Um 17 Uhr sind wir wieder in La Preneus, und dann hört der Regen genau für 10 Minuten auf, und nachher regnet es erneut pausenlos. Heute kochen wir Nudel Bolognese. Gegen 18 Uhr tobt schon mit voller Stärke der Sturm, und wir ahnen noch nichts davon, was uns erwartet. Abends hört der Regen auf und wir gehen Muscheln sammeln. Nach dem Duschen schauen wir von der Terasse den starken Windsturm und ich schlafe sehr unruhig, da ich Gedanken habe, wie unsere Ausflüge klappen sollen, wenn das Wetter so bleibt. Ich stehe in der Nacht öfter auf und gucke mal raus - aber der Sturm tobt weiterhin. 

22. Februar 2007, Donnerstag, vierter Tag

Wir stehen um 8 Uhr auf, und es ist weiterhin sehr windig, aber der Himmel ist halb blau, halb bewölkt. Wir fahren um halb 10 Richtung Süden der Insel los. Bald kommen wir zu einer sehr stimmungsvollen Straße, die Affenbrotbäume umarmen und links und rechts, hohe Agave Kakteen und niedrige Palmen bilden Dschungel.  Die Straße ist so wie eine Achterbahn - rauf und runter. Dann kommen wir zu einer Bucht an, wo gerade Ebbe ist, und kleine Mangroven stehen in dem sumpfigen Boden. Die sind so interessant, bis jetzt haben wir so was nur noch im Fernsehen gesehen. Wo so was wächst, sind meistens auch Krokodile da. :-)



Öfter erscheinen mächtige Fikusbäume mit Luftwurzeln entlang der Straße. Bei der Siedlung Grande Case Noyale fängt der Weg auf den Berg sich zu schlängeln an. In diesem Dorf leben die Menschen in furchtbarer Armut, ihre auseinanderfallenden Buden sind überwiegend von Wellenaluminiumblechen gebaut. Die Vegetation ist sehr üppig grün und wir haben einen Blick auf die Küste, auf den Fels von Le Morne und auf die, um die Insel Bénitiers umliegenden Lagunen. Es erschließt sich eine wahnsinnige Vielfalt von Farben vor unseren Augen. Die Straße wird zu heftigen Serpeninen und es fängt zu regnen an. 


Endlose Ravinal-Palmendschungel bedecken die Berghänge. Zum Glück, bis wir zu dem Chamarel Grundstück ankommen, hört der Regen auf. Es ist hier ein riesiges Grundstück, wo bei dem Eingang eine Bude mit Schranke steht und wir müssen Eintritt (75 Rupia/Person) für den Wächter zahlen. Dann fahren wir in einer Palmenallee durch, danach schlängelt sich der Weg in einem von Palmen und anderen tropischen Pflanzen gemischten Dschungel. Die Erde hat feuerrote Farbe.




Manchmal verwandelt sich die Landschaft in Zuckerrohrplantagen und ab und zu ragen von dem Zuckerrohrfeldern Affenbrotbäume Richtung Himmel auf, ich bin völlig verzaubert, ich fühle mich so, als wenn ich in einer afrikanischen Safari wäre. Unbeschreiblich ist die Kavalkade der Farben und der Vielfalt der tropischen Pflanzen. Unsere erste Station ist der Chamarel-Wasserfall. Die Luft is so dunstig, daß ich leider kein scharfes Foto von dem machen kann.



Von hier fahren wir auf der kurvenreichen Straße in die Richtung der "sieben farbigen Erde". Unterwegs sehen wir einige Taxis, kein einziges Privatauto fährt außer uns hier. Bei der Chamarel-Erde erwartet uns eine neuere Bude, wo unsere Eintrittskarte kontrolliert wird. Paar Meter gehen wir dann zu Fuß durch echten Dschungel. Es tröpfelt. Ich wünsche mir hier aus voller Kraft, daß die Sonne scheint, weil  die Farben dieser Erde sonst keinen Kontrast haben. Und sie scheint für uns paar Minuten lang, damit ich schöne Fotos machen kann.  Wunderschöne Ansicht ist dieser hügelige Boden, welcher eine Mischung der Farben von braun, lila, gelb und rot zeigt und diese Farben bilden einen ganz kräftigen Kontrast mit dem dahinter liegenden grünen Urwald. 




Am Rand der Geländer findet man einen kleinen abgezäunten Garten, wo riesige Seychellen-Schildkröten sind. Es gibt hier noch einen Erlebnisspark, wo man über, zwischen den Bäumen ausgespannten Hängebrücken, gehen kann. Wir würden gerne noch dahin, aber hängt der Fuß des Regens über uns und die Mücken haben uns schon sowieso aufgefressen, also verzichten wir lieber darauf.  


Wir fahren Richtung Grand Bassin weiter. Die Straße führt kilometerlang durch Ravinal-Palmendschungel. Dann halten wir in einem Parkplatz an, und wir laufen ca. 50 Meter, damit wir einen Blick auf den Black River Wasserfall bekommen. Es regnet leider. Von dem Aussichtspunkt kann man durch die ganze Schlucht des Flusses sehen. Wir fahren weiter und kurz darauf kommt eine Abzweigung, wo wir abbiegen, damit wir erneut zu einem anderen Aussichtspunkt kommen. Wir fahren ca. 1 km und spazieren von dem Parkplatz dahin, wo wir einen Blick auf den Alexandra-Wasserfall haben. Hier gießt es schon stark. Auf den Bäumen hier, sind freilebende Affen zu sehen, die sind aber schon an den Menschen gewöhnt und lassen sich fotografieren.  




Im Parkplatz kaufen wir Ananas und essen sie sofort, die schmecken so besonders geschmackvoll, wie wir noch nie eine gegessen haben. Dann ist die Straße schon wieder wie eine Achterbahn. Es kommt auf uns wie eine Nachtdunkelheit dichter Nebel. Bei dem heiligen See haben wir nur paar Meter Sichtweite. Wir warten viertel Stunde im Auto, aber es wird nicht besser, wir steigen aus, um ein bißchen herumzuschauen. Wir werden aber schnell naß und das Wetter treibt uns ins Auto zurück. Wir fahren nach Suillac. Unterwegs regnet es, aber als wir zu der Küste von Gris Gris ankommen, empfängt uns strahlend blauer Himmel. Nur der Wind tobt. Es ist eine besonders schöne Küste. 



Wir wollten ursprünglich heute noch den La Vanille Krokodilpark anschauen, aber wir haben den nicht gefunden, so widmen wir die übrige Zeit für ein Mittagessen hier bei Gris Gris, in einem kleinem örtlichen Restaurant, welches ein Reiseforumkollege uns empfohlen hat. Wir setzen uns auf die Terasse und eine junge indische Frau bedient uns. Unser Essen ist lecker; gegrillte Garnelen und Hühnchenkeulen in irgendwelchen Soßen...Zwischendurch hat es erneut gnadenlos zu regnen angefangen. Die zwei Mittagessen mit zwei Getränken kosten genau 400 Rupien (ca. 10 Euro). Der Regen hört wieder auf und wir gehen an diese wunderschöne Küste runter und in einer versteckten Ecke, hinter den Felsen sammeln wir besonders schöne und kleine Muscheln. Nachher fahren wir schon heim. Unterwegs sehen wir zahlreiche wunderschöne Küsten, manchmal halten wir an und spazieren ein bißchen am Strand.  



Der Allerschönste liegt in der Nähe von Bel Ombre. Auf dem kilometerlangen Strand sehen wir keinen Menschen, nur den endlosen weißen Sand. Hier finde ich eine große zweiteilige Muschel und viele schöne Korallenbrocken. Zwischen den Kasuarienbäumen liegen viele große Schneckenhäuser. Dann fahren wir durch kleine Dörfer, wo die Leute unter furchtbaren Verhältnissen leben und unterhalten sich in kleinen Gruppen auf der Straße, oder sitzen am Straßenrand allein, die Kinder spielen an der Küste. Es gibt hier sehr viele streunende Hunde. Man muß ständig aufpassen, daß man keinen überfährt. Ganz bis zu Le Morne wechseln sich schöne Küsten. Die Mangroven  von heute früh stehen jetzt im Wasser und die ausgetrocknete Bucht ist jetzt mit Wasser gefüllt. 


In unserem Dorf kaufen wir noch in dem großen Supermarkt ein. Manche Sachen sind sehr billig, andere dagegen zu teuer. Ich kaufe hier drei Packungen mauritischen Tee, eine Packung kostet nur 19 Rupien. Zu Hause im Parkplatz empfängt uns unser Sicherheitswächter und bittet uns darum, daß wir nicht unter den Bäumen parken sollen, da ein Zyklon kommt und kann das Auto verletzt werden. Er sagt dann noch, wir sollen nach abends 10 Uhr nirgends weggehen, da es durch den Sturm gefährlich sein kann, aber kann auch passieren, daß der tropische Sturm der Insel ausweicht und wir kriegen davon gar nichts mit. Wir realisieren irgendwie nicht genau, was ein solcher Zyklon bedeuten kann, wir denken, wenn dieser Sturm in der Nacht kommt, dann haben wir Glück, weil er weiterzieht bis wir schlafen und morgen haben wir wieder schönes Wetter. Wir schwimmen im Pool und duschen, dann essen wir auf der Terasse und trinken mauritisches Bier.  Ich glaube wirklich daran, daß dieser Wirbelsturm in der Nacht weitergeht und wir ab morgen unsere Programme lustig weitermachen können. Auf unseren Plänen stehen ein Bootsausflug auf das berühmte Inselchen Ile aux Cerfs und ein sogenannter Meeresbodenspaziergang. Diese zwei Sachen erwarte ich mit der größten Freude und erahne noch nichts davon, daß diese Sachen für mich für immer nur Träume bleiben.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen