Samstag, 30. April 2011

Mauritius - die Tage nach dem Sturm

26. Februar 2007, Montag, achter Tag

Wir stehen um 7 Uhr auf, es regnet. Wir wollen keine Zeit mehr verschwenden, heute wollen wir schon was von der Insel sehen. Unser Weg führt uns heute nach Norden. Wir halten in Tamarin bei dem Bäcker an, wo es leckere käsige Salzgebäcke gibt, wir tanken mit solchen Sachen für unterwegs auf. Wir wechseln Geld in der Bank, neben dem Bäcker und dann fahren wir nach Flic en Flac zu dem Autovermieter, weil wir die Miete um einen Tag verlängern wollen. Der Mann im Büro ist sehr freundlich, aber er kann es jetzt noch nicht sagen, ob es möglich ist. Er sagt, er muß nachfragen und wird uns eine Nachricht bei unserer Unterkunft hinterlassen. Er meint, wenn es klappt, dann können wir das Auto für einen Tag gratis länger bekommen, als Entschädigung wegen dem Sturm. Es ist eine sehr nette Geste! Wir schauen mal am Strand vorbei, und sehen dort mächtige Wellen. Dann fahren wir durch das Dorf, Bambous, wo ich die unteren ersten drei Fotos gemacht habe:





In den Dörfern liegen viele streunende Hunde einfach nur auf der Fahrbahn und lassen sich gar nicht von den Autos stören. Wir fahren zu dem Leuchtturm von Albion, von dem unsere Nachbaren uns erzählt haben. Der Turm steht oberhalb einer Steilküste auf den Felsen. Auf dem Weg dorthin, müssen wir uns mit dem Auto durch riesige Pfützen und Schlamm durchkämpfen. Bei dem Turm steigen wir aus und der Wind reißt uns mit tausend fast um. Sofort taucht ein Kerl auf und bietet uns an, daß er uns den Turm zeigt. Er ist barfüssig und saudreckig, spricht flüssig englisch, aber in einem Akzent, daß wir ihn kaum verstehen können. Wir waren noch nie in einem Leuchtturm, deshalb ist es für uns schon interessant. Die Riesenwellen bestürmen die wilde, felsige Küste. Hier gibt es kein Korallenriff, das die Küste schützen würde. Wir geben dann dem Mann etwas Geld für die Führung und er scheint damit unzufrieden zu sein. Es tut uns leid, wir haben ihn nicht darum gebeten. Bis wir nach Port Louis kommen, gießt der Regen wieder furchtbar stark und hört nachher heute gar nicht mehr auf. Wie bei unserem ersten Hiersein. Wir ziehen die Zeit in dem langweiligen Einkaufzentrum, aber es wird nicht schwächer, also gehen wir mit dem einen kleinen Schirm in die Stadt los. Das Basarviertel ist leicht zu finden, aber es ist ein Albtraum von meinem Leben. So was ähnliches habe ich bis jetzt nur in Filmen über Asien gesehen. Auf der Straße stehen endlose Reihen von Buden, wo man nur Gerümpel kaufen kann.  Dann merken wir die Gemüsehalle und gehen darein. 




Am zweiten Stock sind Basare und unten Gemüse und Obstverkäufer. Neben dieser Halle gibt es eine andere, wo Tücher, T-Shirts...und tausend solche touristenlockende Sachen sind. Ich will nichts kaufen, aber doch ein bißchen umschauen. Die Gänge sind zu eng und den Geruch....den kann ich gar nicht beschreiben, so penetranter starker Fekaliengeruch, gemischt mit Weihrauch. Ich kriege Brechreiz und flüchte von hier raus. Die Verkäufer versuchen uns überall dort zu halten und von einem Kauf zu überzeugen. Ich schüttele nur meinen Kopf und laufe nur rauswärts. Es bleibt ein furchtbares Erlebnis und ich will nie mehr in diese Halle. Im Regen können wir aber gar nichts machen, da der Wind den Schirm immer ausdreht. Es war genug von Port Louis. Wir haben die Schnauze voll. Wir essen in einem Bufet Gemüsereis mit Hühnchenfleisch, was sehr lecker und billig ist und wollen gehen, aber wir können nicht, da es so extrem stark schüttet, daß wir sofort durchnässen würden. Wir warten ewig, aber es regnet nur und zum Schluß rennen wir zu dem Auto. Diesmal werden wir weniger naß, als letztes mal hier. :-) Das nächste Ziel ist Pamplemousses. Auf meine riesige Enttäuschung ist der Botanische Garten geschlossen und wir sehen keine Spure davon, daß da jemand daran arbeiten würde, daß die ausgekippten Bäume weggeräumt werden. Nur das kann mich trösten, daß es im gießenden Regen kein Genuß gewesen wäre. Wir versuchen es paar Tage später nochmal. Aber, wenn das Wetter so bleibt, dann bleiben wenig Chancen, daß wir von der Insel überhaupt noch was sehen können. Es regnet schon wieder so stürmisch, daß man eigentlich nicht aus dem Auto steigen kann. Wir fahren trotzdem weiter nach Norden und schauen den prachtvollen Tempel von Triolet an. Ich finde diese Tempel sehr interessant, auf der anderen Seite aber auch geschmacklos die Mischung von vielen starken Farben und Motiven. Hier werden wir total naß. 




Der Regen geht uns echt schon auf die Nerven und daß auch, daß wir in naßen, kalten Sachen im Auto sitzen. Wir schauen den Strand von Trou aux Biches an, der auch so noch, in dem grauen Wetter schön ist. 









Dann kommt Grand Baie. Unterwegs treffen wir eine sehr schöne indische Kirche, wo ich barfüßig reingehen darf. Jedes Dorf hat außer der prachtvollen indischen Kirchen, auch eine grünfarbige Moschee. In Gran Baie steigen wir nicht aus, sondern schauen dann den Strand von Pereybere an. Hier baden paar Menschen in dem gießenden Regen, wo Kokuspalmen im Sand stehen. Ich bin erkältet geworden, meine Nase läuft endlos.   Gegen halb 6 fahren wir los nach Hause, aber zuerst kehren wir in einen riesigen Supermarkt ein. Hier kaufen wir Lebensmittel. Heimwegs finden wir alle Wege, sogar noch in der Innenstadt von Port Louis - worauf ich stolz bin. Gegen 20 Uhr kommen wir zu Hause an. Wir essen und duschen. Danach hört der Regen auf und es wird ein sternenklarer Himmel. Es ist gemein von dem Schicksal, aber es macht in mir eine neue Hoffnung, daß es ab morgen schon schön wird. Sonst werden wir gleich so wie die Einheimischen, die sich von keinen Regen stören lassen, und im größten Regen spazieren sie auch so, ohne Schirm, als gar nichts wäre. Aber ich glaube, von diesem Stil bin ich erkältet geworden. Die Luft ist so dunstig, so feucht, daß wir unsere frischen Klamotten  feucht aus dem Schrank ausnehmen. Mein Buch, die Blätter meines Notizheftes sind auch alle naß und die Schrift wird verschmiert. Die Spitze sind die Süßtabletten, die in ihrer Dose einfach zu einer flüssigen Masse geworden sind. Es gibt keine einzelne Tablette mehr, sondern nur eine Puderzucker ähnliche Creme. Über unsere Kekse und Chips brauche ich gar nichts zu erzählen. :-( Die Durchschnittszeit vom trocknen unserer Handtücher und naßen Klamotten ist 4 Tage! Jetzt regnet es nicht mehr, aber dafür tobt erneut wilder Wind. Wir sitzen lang auf der Terasse. 

27. Februar 2007, Dienstag, neunter Tag

Wir stehen bißchen nach 7 Uhr auf, der Wind tobt, aber es regnet momentan nicht. Man wird langsam depressiv von dem Wetter. Um 9 Uhr fahren wir nach Süden los. Zuerst kaufen wir für unterwegs Backwaren und eine Telefonkarte, wir geben die Postkarten auf, und fahren Richtung Le Morne. Unser Ziel ist der La Vanille Krokodilpark, den wir kaum finden können, weil nur ein einziges Schild bei St. Aubin gibt, aber danach fährt man zwischen Zuckerrohrfeldern und die Wege schlängeln sich, wie in einem Labyrinth und man weiß nicht mehr, wo man abbiegen soll, keine Schilder sind mehr zu finden. Wir fahren nur nach Gefühl und finden schließlich den Park.  




Die anderen Menschen fahren hierher mit Taxi. Hier führt auch eine Palmenallee zu dem Eingang. Zu unserer Freude fängt es genau dann zu regnen an, als wir aus dem Auto steigen. Der Eintritt ist 195 Rupien/Person. Der Park gefällt mir sehr gut. Es gibt viele Tiere, die mich aber kalt lassen, mich macht die dschungelartige Pflanzenwelt verrückt. Ich fühle mich wie in einem tropischen Urwald. Für mich bleibt der Park ein großes Erlebnis von der Insel. Wir haben aber schon wieder nicht an die Mücken gedacht, die stechen uns so voll, daß wir aussehen, als ob wir Windpocken hätten. Es gibt einen Teil im Park, wo ein Stück Dschungel ist und dort sehen wir wunderschöne Pflanzen, bis zum Himmel ragende und armdicke Bambusse. Wir sehen auch ein Kameleon, der sich gerade in ein Loch reinstecken will. Wir treiben ihn heraus und er bläst sich auf und ändert seine Farbe. Als wir aus dem Park rauskommen fällt der Regen wie ein Vorhang über uns. Wir warten lange Minuten bei dem Ausgang, aber es wird nicht ruhiger. M. läuft mit dem Schirm zu dem Auto und holt mich ab. Wir werden innerhalb Sekunden total naß. 






Wir fahren jetzt Richtung Curepipe weiter. Wir finden den Krater Trou aux Cerfs, der dank des Regens mit Wasser vollgefüllt ist. Es ist hier ein guter Aussichtspunkt, aber wir können leider von dem Panorama wegen dem dichten grauen Nebel nichts genießen. Wir versuchen hier den Botanischen Garten anzuschauen, wenn es mit dem großen Garten in Pamplemousses nicht klappen würde, dann wollen wir wenigstens einen hier sehen.  Also, wir schauen den kleineren Garten in Curepipe an, wo man komischerweise auch mit dem Auto reinfahren darf. Er ist nicht zu groß und liegt leider in Ruinen. Mindestens 50 Arbeiter sammeln die Zweige von dem Boden oder schneiden die ab, die noch halb hängen. In der Mitte des Gartens ist ein See vom Regenwasser entstanden. Auf dem Heimweg essen wir in einem KFC.




Dann suchen wir noch den Tamarin-Wasserfall. Mauritius ist das Land der "liegenden Polizisten" (Bodenschwellen)!!! Wir parken in der Nähe vom Wasserfall und sofort drängen sich drei Einheimische uns auf, daß sie uns dahin begleiten, wo man den Wasserfall sieht. Es würde aber nur der Blöde nicht selber finden! Der eine lässt uns nicht in Ruhe. Wir lehnen ihn ab, wir versuchen einfach ihn zu ignorieren, aber er kommt trotzdem mit uns, und labert die ganze Zeit irgendwas. Wir laufen vorne weg, er uns hinterher mit seinem Fahrrad. Dieser Wasserfall ist der größte auf der Insel und jetzt ist extrem wasserreich und braun von dem vielen Regen. Der Mann will uns beide vor dem Wasserfall unbedingt fotografieren, wir können nur unsere Ruhe haben, wenn wir es ihm zulassen. Aber auf dem Foto sieht man dann nur uns (mit saueren Gesichtern) und nichts von dem Wasserfall. Er will dann Geld dafür, wir geben aber nichts, wir wollten ihn nicht haben und wir hassen solches Gedränge, de nervt mich schon sehr, ich schimpfe mit ihm auf ungarisch. :-) Er lässt uns nicht in Ruhe, begleitet uns zurück zum Auto und sagt ständig wieviel Geld er haben will, wir steigen schnell ins Auto und ich zeige ihm was, dann fahren wir schnell weg. So was ist sehr belastend. Vielleicht, wenn das Foto gut wäre, hätte ich ihm was gegeben...Von hier fahren wir nach Hause, ich habe starken Schnupfen und meine Ohren tun weh. Schon um halb 5 sind wir daheim und es ist keine Nachricht von dem Autovermieter da. Ich wundere mich aber nicht darüber, weil es hier keine Rezeption gibt, nur hinter der Küche ist ein kleiner Raum für das Personal, wo ein Telefon ist, aber der ist immer geschlossen. Wir spazieren im Regen entlang des Strandes, ich sammele Muscheln und wir kommen pitsch naß zurück. Langsam kann ich unsere mehrere Kilo Muscheln nirgendwo mehr deponieren, so muß ich nach dem Abendessen sie selektieren und einen Teil von denen an die Küste zurückbringen. Heute telefonieren wir nach Hause, und sitzen noch auf der Terasse, aber heute werden wir schnell schläfrig. Ich lege mich schon seit Tagen jeden Abend mit dem Stichwort hin: "Morgen wird es schon schön!" M. versteht es nicht, woher ich diesen Optimismus schöpfe, gerade ich, wer bei solchen Situationen sehr schnell nervös und deprimiert oder eben histerisch wird. Es muß schon sein, daß noch schönes Wetter kommt, es kann doch wohl nicht sein, daß sich mein tropischer Traum in der Finsternis versinkt.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Schon mistig wenn der Urlaub so in Regen versinkt, aber dennoch muss ich sagen dass die Fotos sehr viel ausssagen und ich immer noch "mitreise"

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  2. Vielen Dank für die wunderbaren Zeilen, ich bin für Mauritius Shirts in billigen Shirts suchen, suchte ich im Online-Unternehmen, aber sie sind so teuer und außerhalb des Bereichs, scheint Ihr Unternehmen wirklich gut, wie man alles deutlich erklärt.
    Mauritius Shirt

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