Sonntag, 3. April 2011

Teneriffa 2008/Teil 2.

3. Tag, 27. April, Sonntag

Wir stehen um 8 Uhr auf. Die Luft ist klar, trocken und heiß, so heiß, daß die Luft im Zimmer fast brennt.   Wir wollen einen kleinen Ausflug, entlang der näheren Küsten machen. 



Diese kaputte Blumen schauen genauso aus, wie die Fledermäuse
Papaya
Die Stadt hinter uns lassend, schlängelt sich der Pfad zwischen Bananenplantagen, und bald erreichen wir eine Schlucht (Barranco) und dann die unter steilen Felswänden liegenden rußschwarzen Sandstrände, die die Namen: Playa Bollullo, Playa Martin Alonzo und Playa del Pozo tragen. Unten auf den Stränden bespülen mächtige Wellen die Küsten und die ganze Küste hüllt sich in den, aus den Wellen auffliegenden winzigen Wasserkörnchen entstandenen Schleier. Viele Leute kommen hierher. Die erste Bucht ist schon voll. Wir haben eigentlich Ausflug und nicht baden geplant, so haben wir keine Badesachen dabei. Wir wollen trotzdem runtergehen um sie anzuschauen. Den zweiten und dritten Strand kann man schwierig erreichen, ein Pfad führt in dem steilen Felshang. Auf dem Strand ankommend sehen wir die ersten nackigen (männlichen) Päarchen. Wir spazieren entlang der ganzen Küste. Atemberaubend ist hier, da diese Küste ganz anders ist, als die ich schon in meinem Leben gesehen habe. Wir stehen unter einer gigantischen Felswand und der Sand ist so schwarz wie der Asphalt, die Wellen langen bis zum Himmel und wir können den feinen, frischen, kühlen Duft des Atlantik einatmen. 




Auf einem schattigen Fels sitzend verzehren wir unsere Sandwiches und glotzen die Wellen an. Zu baden geht kaum jemand rein, und wenn, dann auch nur am Rand, da die Wellen wirklich gefährlich sind. Übrigens verbieten Schilder das Baden. Wir gehen am Mittag dann zurück und es ist ganz sicher minimum 40 Grad, als ob wir in einer Wüste auf dem steilen Weg marschieren würden. Ich fühle mich so, daß mein Hirn gleich zerkocht. Total erledigt kommen wir wieder in Puerto an. Die meisten Geschäfte sind doch am Sonntag offen und wir überfallen das erste und kaufen kalte Getränke und Eiscreme, die wir dann sofort auf der Bank vor dem Laden essen. Es macht uns bißchen lebendig. Zu Hause essen wir ein Sandwich und gehen sofort zum Martianez Strand. Da man hier im Ozean nicht gut baden kann, bedient diese Anlage die Bequemlichkeit derer, die sich nach Baden sehnen. Der künstliche Strand ist überfüllt - da es so heiß und Wochenende ist - hauptsächlich mit Einheimischen. Erstaunend, wie viele dicke Jugendliche hier es gibt. Jeder zweite Jugendliche ist ein Fleischklops. In der Sonne kann man keine Minute aushalten, deshalb - wenn wir nicht gerade im eisigen Wasser sind - ziehen wir immer in den Schatten der Palmen. Wir gehen um 16 Uhr heim und ich koche nur was einfaches aus Packungssoße. Wir gehen hier abends nicht spazieren (wie immer in Griechenland), in Allgemeinem erholen wir uns, schauen TV, oder spielen Knobel. Die Stadt kennen wir schon, sie kann uns abends auch nichts neues geben. Heute haben wir für paar Tage (ab morgen früh) ein Auto gemietet. 

4. Tag, 28. April, Montag

Wir stehen um 9 Uhr auf, und um 9 Uhr geht M. auf die Ecke runter, um das Auto zu holen. Wir haben es für  5 Tage für 105 Euro gemietet, dort wo schon anderes Mal auch (beim Orcar) und da unsere Daten in ihrem Computer schon drin standen, haben sie von uns gar keine Ausweise verlangt. Ich packe die Rucksäcke und wir fahren auf Ausflug los. Unser erstes Ziel ist Icod de los Vinos, wo wir schon zweimal früher waren, aber bis jetzt hat es mit dem Schmetterlinghaus nie geklappt. Jetzt haben wir Glück, es ist fertig und wurde auch eine Tiefgarage dazugebaut. Der Eintritt ist 8 Euro/Person und fürs Parken zahlen wir 2 Euro. Nicht billig.  





Das Schmetterlinghaus ist nicht zu groß, trotzdem können wir eine Stunde hier verbringen. Ich mache viele Fotos. Es gibt auch einen Brutkasten und man kann durch eine Glasscheibe beobachten, wie die Larven auf Zweigen hängen und in jeder Minute schlüpft davon ein Schmetterling aus.
Danach halten wir in Garachico an, um die Naturlavabecken wieder anzuschauen, da es hier vor zwei Jahren mächtige Wellen gaben, sind wir neugierig, ob man hier jetzt baden kann. Jetzt ist das Meer ruhig und man kann baden.  


Ich mache paar Bilder und dann halten wir in Buenavista an. Wir schauen uns hier um, aber sehr interessant ist es nicht. Danach machen wir uns auf den Weg nach Punta de Teno. Die Straße ist schmal, steil und sie wird nur durch einen Betonrandstein von der tiefen Schlucht getrennt. Unten ist das Meer und oben genau so steile Felswände, wo ab und zu kleinere Steinbrocken auf die Straße runterkommen. 



Auf einmal kommen wir auf eine felsige Hochebene an, die mit wilden Kakteen vollgewachsen ist. Die Sonne brennt wieder unertragbar stark, wir haben uns in der früh überall (auch unter den Klamottan) mit Sonnencreme mit Faktor 30 eingecremt, trotzdem bin ich innerhalb weniger Minuten krebsrot. Es tobt auf dem Kap starker Wind  und wie es zu einem Kap gehört, steht hier ein rot-weißer Leuchtturm. Dessen Tor ist aber geschlossen. Von hier fahren wir Richtung Masca weiter, obwohl ich die durch den Feuerbrand von 2007 abgebrannte Landschaft jetzt nicht gerne sehen möchte. Zu meiner Überraschung, hat sich die Landschaft während einem Jahr sehr viel regeneriert. Ich habe eine schwarze Mondlandschaft erwartet, dagegen ist hier schon ganz viel Grünes. Man merkt leider die Spuren am meisten auf den Palmenhainen. Wo früher mehrere hunderte üppige Kanarische Palmen standen, stehen jetzt schwarze Baumstämme ohne Blätter. Aber man merkt bei manchen, daß sie zu sich kommen werden, da oben schon die ersten Blätter wachsen. Vielleicht braucht die Natur nur 5 Jahren und hier wird alles so wie vorher.  


Der selbe Ort, fast von dem selben Winkel fotografiert, oben aus 2008, unten von 2006:


Die Serpentinstraße macht mich völlig kaputt. Zum Schluß muß ich fast kotzen. Was es noch schlimmer macht, daß im Auto bestimmt 50 Grad heiß ist und keine Klimaanlage. Durch die Fensterscheibe kriege ich schon auf meinem Arm die Sonnenallergie. Wir können nichts mehr, wir sind erledigt von der Hitze, wollen nur schnell nach Hause. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr von der Hitze gequält, wie heute hier. Wir wollten urspünglich heute noch in den Jungle Park, aber wir haben keine seelische Kraft mehr aus dem Auto auszusteigen und in 45 Grad rumlaufen. Wir sitzen im Auto gekocht, so, wie irgendwelche Hypnotisierten. Ich starre vor mich, bin schwummerig, matt und duselig und meine Seele ist gar nicht mehr da. In Adeje halten wir an, was kaltes zu trinken. Ich komme zu mir in dem klimatisierten Raum von einem Mc Donald's, wie verwelkte Blume nach dem Gießen. Wir essen ein Sandwich und da es schon 16 Uhr ist, kommt so wie so nicht mehr der Jungle Park in Frage. Wir fahren über die Autobahn los, aber die finde ich zu langweilig und möchte lieber den Kalderaweg fahren. So fahren wir durch Vilaflor auf den Berg auf und durch den gigantischen Urkrater des Teides weiter.  Es dauert natürlich länger, als auf der Autobahn gewesen wäre, aber es ist viel interessanter hier. Zum Schluß kaufen wir in dem Alcampo (= in Ungarn: Auchan) ein, und nach dem Abendessen schauen wir Fernsehen. 


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

Kommentare:

  1. Witzig....AlCampo-Auchan. Kann man mal sehen wie doch die Unternehmen alle irgendwie zusammenhängen. :-))

    Wieder tolle Fotos und klasse zu lesen.

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  2. Deine Fotos sind toll.Wir werden im Dezember dort sein.
    LG Christa

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