Donnerstag, 7. April 2011

Teneriffa 2008/Teil 5.

10. Tag, 4. Mai, Sonntag

Ich stehe um 8 Uhr auf. Der Himmel ist wolkenlos und man kann weit sehen. Bis jetzt war noch morgens nie so klare Sicht, war immer sehr dunstig, man konnte die Umrisse des Teides immer nur verschwommen sehen, aber heute sehe ich seine Umrisse sehr stark über unserem Hausdach. Gegen 10 Uhr gehen wir gute zwei Stunden in die Stadt zu spazieren. Nach dem Mittagessen verbringen wir den ganzen Nachmittag an dem Martianez Strand. 



11. Tag, 5. Mai, Montag

Ich stehe um 7:45 Uhr auf, ich wecke M. und um 9 Uhr gehen wir mit unseren Wandersachen zu einem Autovermieter von dem Hotel, bei dem wir noch gestern Abend, ab heute für 3 Tage, ein Auto gemietet haben (Orcar wollte diesmal für drei Tage viel teurer geben, als vorher für 5 Tage). Aber das Geschäft ist noch zu und kommt kein Mensch. Um 9:15 sind wir schon sehr nervös, da wir eine 6-7-stündige Wanderung vorgehabt haben. Ich schicke M. ins Hotel zu telefonieren. Dann warten wir weiter und endlich kommt um 9:35 Uhr ein junges Mädchen, die laut M. wie Miss Piggy ausschaut. Auf unsere Reklamation, antwortet sie frech, daß ihre Arbeitszeit nur um 10 Uhr anfängt und sie weiß nicht, wo der Chef ist. Wir kriegen einen uralten Seat, der Tank ist so leer, daß der Anzeiger schon pfeift. Zuerst tanken wir, dann fahren wir lustlos Richtung Santa Cruz los, auf der Autobahn ist natürlich Stau. :-( 

Hier schon nach dem Stau...
Schließlich sind wir schon sauer und haben keine Lust irgendwas zu machen. Wir ziehen trotzdem durch, was wir vorgehabt haben. Wir fahren von San Andres ins Anagagebirge rein. Die Landschaft ist faszinierend, alles ist mit Kakteen und anderen merkwürdigen Pflanzen vollgewachsen.  


Wir kommen um 11:30 Uhr zu der letzten Station des langen, kurvenreichen Weges, in Chamorga an. Von hier machen wir uns auf dem Weg auf eine lange Tour, durch den "Hexenwald" nach El Bailadero, und dann wieder zurück. Laut dem Wanderführer dauert es alles insgesamt 7 Stunden. Der Pfad fängt sofort nach dem Dorf an, und führt zuerst durch Farne. Im Wald ist es ziemlich kalt. Er wurde auch als Nebelwald benannt, weil dieser Teil der Insel verhüllt sich immer in Passatwolken. Es ist total interessant "live" zu sehen, daß diese Wolken von Westen kommend an den Berg einstürzen und dann rasen sie mit großer Geschwindigkeit aufwärts auf dem Berghang. Es ist ähnliches Bild, wie bei Konzerten von den Rauchmaschinen der "Stimmungsrauch" hochfliegt. Es ist wirklich ganz fenomenal, daß wir auf dem Kamm stehend, dieses Ereignis mit unseren eigenen Augen beobachten können. Der weiße Nebel rast ganz schnell an uns vorbei, und bringt eiskalte Luft mit sich. Wie er den Bergkamm erreicht, verbreitet er sich ganz mysteriös zwischen den Bäumen, als ob jemand eine Rauchbombe dort eingeworfen hätte. Die Feuchtigkeit dieses Nebels fangen die Pflanzen ein, deren Zweige zu 90% dick mit Moos bewachsen sind. Sehr interessant ist dies alles. Also wir marschieren in diesem Wald, wo ziemlich kalt und feucht ist. Am Anfang müssen wir paar hundert Höhenmeter nach oben, und keuchend, schwitzend kommen wir auf dem Kamm an, wo dann der eisige Wind uns ins Gesicht schlägt. Nach dem Kamm beginnt der richtige Geisterwald. Die blattlosen Baumäste hängen überall quer über dem Pfad, und rattern in dem Wind zusammen, wie Hirschgeweih, währenddessen die Zweige anderer Bäume so quietschen, wie eine seit langen Jahren nicht mehr eingeölte Holztür. Der Wind  faucht zwischen den Bäumen und von den Bäumen hängen die Moosknoten wie Bärte runter, man sieht an denen die Wassertropfen, die sie von dem Nebel gefangen haben.  




Es ist hier alles so unheimlich. M. findet es wiztig, und fängt an Gruselgeschichten zu erzählen. Dann sehen wir  auf dem Pfad eine verreckte Ratte, mit aushängenden Därmen. Das war mir alles genug ich kriege solche Angst und denke, daß der "Waldmörder" hier rumläuft, daß ich ab jetzt in jedem Ton, jeder Bewegung nur Monster sehe. Nach 2,5 Stunden erreichen wir eine Stelle, wo der Pfad die Autostraße kreuzt. Ich habe keine Lust mehr weiterzugehen, lieber will ich zurück und es auch lieber auf der Straße, als nochmal in diesem Horrorwald. So laufen wir ca. 7 km entlang der Autostraße nach Chamorga zurück. Einmal brennt die Sonne, und einmal spazieren wir in eine aufsteigende Wolke rein und dann wird es eiskalt. Sehr interessant. 
Im Dorf setzen wir uns und essen unsere Sandwiches. Nachher fahren wir Richtung Taganana weiter. Hier habe ich schon unertragbare Kopfschmerzen und die Serpentinstraße tut für meine Verdaungsorgane auch nicht gerade gut. Ich bpn voll erledigt und lustlos. Jetzt fühle ich so, daß diese Tour noch brutaler war, als die  Paisaje Lunar. Wir schauen noch auf die Küste runter und dann fahren wir nach Hause.  


Wir sind um 18 Uhr daheim und duschen. Heute war nicht so warm, ist nur 20 Grad. Wir fahren dann in den Alcampo. Wir kommen mit zwei rosafarbigen Fischen (Sama) zurück, die sehr lecker sind. Wir öffnen den furchtbar trockenen Wein, den wir vom Hotel geschenkt bekommen haben, im Hof spielt wieder "Sergio" (oder wie er heißt). Am liebsten würde ich die Weinflasche zu seinem Kopf hauen. :)

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. *lacht*...daran muss man sich gewöhnen. Uhrzeiten sind nur Schall und Rauch und Pünktlichkeit so ziemlich ein Fremdwort *gg*

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