Donnerstag, 5. Mai 2011

Bodensee 2004

Wir wollten im August 2004 zum Großglockner mit Zelt, aber zwei Tage davor haben wir im Radio gehört, daß dort 50 cm Schnee gefallen sind, so haben wir uns ganz schnell für den Bodensee umentschieden. 

27. August 2004 - Wir fahren in der früh aus München los. Leider haben wir nur drei Tage frei. Unser kleines Auto ist krachend vollgepackt mit unseren Campingsachen und oben drauf sind die zwei Fahrräder.  Unterwegs schauen wir das Städtchen Wangen an, bzw. dessen mittelalterlichen Stadtkern. Die Altstadt  erinnert mich an die Gebäude, die ich aus den Rittermärchen meiner Kindheit kenne. Diese ehemaligen mittelalterlichen Städte sind alle ähnlich: haben Stadtmauer und schöne Türme und Torbögen, Wandmalereien, Brunnen und Fachwerkhäuser - die mir so gut gefallen. 


Wangen

In Lindau war ich einmal, als ich 12 war, aber an mehr, als die Löwen aus dem Hafen, kann ich mich nicht mehr erinnern. Die stimmungsvollen Gassen des Städtchens sind mit Kopfsteinpflaster bedeckt und haben viele Häuser mit Wandmalereien. Heute haben wir keine Fernsicht, da es zu dunstig ist, so können wir leider die - von den Kalenderbildern gut gekannten - schneebedeckten Berge in Österreich nicht sehen. In der Fußgängerzone finden wir unseren Lieblingsimbiss, die Nordsee und wir essen dann gleich hier Mittag. Am blauen Himmel fliegt ein riesiger Zeppelin. Die werden in dem nah liegenden Friedrichshafen hergestellt und fliegen oft zu uns nach Oberschleißheim.   

Lindau


Ich möchte heute noch vieles anschauen, und da es schon Mittag ist, können wir leider nicht ewig in Lindau bleiben. Wir fahren entlang der Nordküste weiter. Links haben wir fast immer einen Blick auf den See und rechts sind endlose Apfel- und Birnenhaine.


Wir kommen in Markdorf an. An dem einem Platz des Ortes herrscht mediterrane Stimmung. Hier gibt es nicht zu viel anzuschauen, so fahren wir gleich weiter nach Meersburg. Diese Siedlung lässt uns um paar Jahrhunderte in der Zeit zurückfliegen. Im Hof, der an der steilen Küste des Sees stehenden Burg, können wir eine alte Wassermühle anschauen, und die steilen, kurvigen Gässchen der Altstadt schmücken alte, schöne Fachwerkhäuser. Um den See müssen wir überall Parkgebühr zahlen und es ist gar nicht leicht, überhaupt einen Parkplatz zu finden.  


Unsere nächste Station ist Uhldingen, wo das berühmte Pfahlbaumuseum zu finden ist. Hier wurde ein Teil einer Pfahlbausiedlung aus der Stein- und Bronzezeit (4.000 bis 850 v. Chr.) nachgebaut. Wir schauen es an und gefällt uns sehr gut. Ich habe einmal im Fernsehen einen Film darüber gesehen, wie dieses Museum gebaut wurde, es war echt interessant. Hier erreicht uns der Sonnenuntergang und wir müssen nach Campingplatz suchen.


Wir finden zwischen Uhldingen und Überlingen einen schönen Campingplatz. Wir kriegen hier eine Magnetkarte, damit öffnen sich die Schranke am Eingang und auch die Tür der Duschkabinen. Alles ist schön, gepflegt, es gibt warmes Wasser ohne Münzen und auch noch Föhne. Totaler luxus! Wir schlafen hier in unserem Zelt. 

Am 28. in der früh packen wir unsere Sachen zusammen und fahren entlang der Nordküste weiter. Zuerst besuchen wir Salem, wo ein Schloß und seine Abtei, bzw. ein Weinanbau-, und Feuerwehrmuseum zu sehen sind. Alles in einem riesigen, ordentlichen Park. Der Eintritt ist ziemlich teuer, aber man kann nur Teilkarten zu bestimmten Teilen kaufen und so ist es billiger. Wir kaufen unsere Tickets nur für die Außenanlage und spazieren dort lang, die Zeit vergeht schnell. Wir dürfen mit diesem Ticket auch ins Feuerwehrmuseum. Es ist schon Mittag, als wir weiterfahren. 




Wir fahren nach Überlingen. Wir finden in der Stadt keinen Parkplatz, deshalb parken wir in dem Gartenviertel auf dem Hügel und nehmen unsere Fahrräder von dem Dach und fahren so, schnell in die Altstadt rein. Auch Überlingen fasziniert mich, aber bis jetzt steht bei mir in Schönheit Meersburg an der ersten Stelle. Wir sperren die Fahrräder an dem Hauptplatz mit Schlösser ab und spazieren eine gute Stunde durch die Altstadt.   


Wir fahren um die zwei westlichen Landzungen des Bodensees zu der Insel Mainau. Man kann aus Überlingen auch mit dem Schiff darüberfahren. 




Für Mainau bräuchten wir eigentlich einen ganzen Tag, aber wir haben nur paar Stunden. Der Eintritt ist hier auch nicht wenig. Über eine Holzbrücke kann man vom Parkplatz aus auf die Insel spazieren. Ich habe von der Blumeninsel irgendwie mehr erwartet. Es wiederholt sich immer das gleiche, bzw. die selben Blumensorten, ich habe hier eine viel größere Vielfalt von Pflanzen erwartet. Neben dem Schloß gibt es ein Palmen- und auch ein Schmetterlinghaus. Wir schauen diese auch an und dann fahren wir nach Konstanz. Es ist schon spät, die Sonne steht schon ganz unten. Hier machen wir es genau so mit dem Parken und den Fahrrädern, wie wir es  in Überlingen gemacht haben. 


Wir müssen schon ganz schnell einen Campingplatz in der Nähe finden, sonst werden sie evtl. schon zu. Wir finden nur schwierig einen irgendwo vor Radolfzell. Der liegt direkt an dem Seeufer und ist ganz voll. Es ist schwierig einen Platz für uns zu finden. Die Duschen sind in einer verfallenen Holzhütte, die WC-s sind katastrophal dreckig. Himmel und Erde Unterschied zwischen den zwei Campingplätzen von gestern und heute. Wir wärmen Abendessen auf und trinken noch Bier vor dem Zelt, aber die Mücken fressen uns auf. 

Am 29. früh Morgen packen wir wieder und fahren in die Schweiz. Es fängt leider zu regnen an und wir fahren nach Schaffhausen. Zum Glück hört es dort wieder auf. Wir können ca. 4-500 m weit von dem Wasserfall parken und spazieren an dem Rheinufer dorthin. Wir schauen die Wasserfälle an, und gehen zu dem Schloß rüber, und dann gehen wir auf dem anderen Ufer des Rheins bis zur ersten Brücke, und von dort rüber zu unserem Auto zurück.  Dann schauen wir Schaffhausen mit unseren Fahrrädern an und die Stadt gefällt uns sehr gut.  



Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell. Langsam müssen wir uns schon auf den Weg nach Hause machen. Aber davor wollen wir noch Stein am Rhein anschauen. Bis wir dort einen Parkplatz finden, gießt es schon wieder ganz stark. Wir warten halbe Stunde lang im Auto, daß es aufhört und dann gehen wir los. Ich beurteile Stein am Rhein als die schönste Stadt am Bodensee, die ich bis jetzt gesehen habe. Wir kaufen hier paar schweizerische Schokoladen (natürlich für schöne hohe Preise) und fahren nach Hause. 


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