Montag, 23. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/10-11. Tag, Edzna, Campeche, Paleque

10. Tag, 14. November 2009

In der früh wachen wir wieder mit diesem wundervollen Vogelgesang auf, und es ist sehr kalt, daß man seinen Atem sieht. Der Frühstückssaal ist elegant und das Frühstück ist sehr lecker und ausreichend. 

Um 8:45 Uhr fahren wir los. Mit dem Zusammenfahren klappt es jetzt irgendwie nicht. U. will immer vorne fahren und wir mögen langsam fahren, die Geschwindigkeitsgrenzen einhalten und immer alles schauen und viel fotografieren. Einmal sage ich Bescheid per Radiosender, daß wir anhalten müssen, und sie sagen, sie fahren langsam weiter. Dann holen wir sie nicht mehr ein. Wir treffen uns dann beim Eingang der Ruinen von Edzna. 



Die Ruinen von Edzna machen keinen besonderen Eindruck auf mich, wegen mir hätten wir sie sogar ausgelassen.  


Aus Edzna fahren wir auf einer Straße Richtung Campeche, wo kein Mensch außer uns fährt. Hier ist die Umgebung ganz anders, als je wo anders davor. Wir fahren neben Ackerlandschaften, was wir hier noch nirgendwo gesehen haben.  

Wir entscheiden uns einstimmig, daß wir baden wollen und einen schönen Strand suchen werden. Wir gucken öfter von Campeche südlich zu der Küste runter, aber hier gibt es gar keine Strände, alles ist steinig, oder überall stehen Privatgrundstücke, daß man gar nicht zur Küste kommt. Endlich sehen wir ein Schild mit "Playa...irgendwas" und fahren dorthin. Hier empfängt uns ein großer betonierter Parkplatz, wo wir fürs Parken bezahlen müssen. Dann müssen wir Eintritt für den Strand zahlen und dort extra Geld, wenn wir Sonnenschirm wollen, extra Geld für WC. Und der Strand selber ist lächerlich. Das Meer schließt eine Mauer ab und man kann über Treppenstufen ins schmutzige, braune Wasser gehen. Ich habe keinen Bock darauf, ich bleibe bei unseren Sachen um aufzupassen, die anderen gehen kurz baden. Na ja, zu solchem Strand muß ich nicht unbedingt 11 und 1/2 Stunden fliegen, so was kriege ich auch am Balaton: 


Campeche
Auch in Campeche finden wir unser Hotel (Oceanview) ganz leicht. Es ist sehr schön, modern, sauber und elegant. Direkt hinter dem Hotel ist ein Gewerbegebiet, mit vielen Geschäften, Schnellimbissen. Hier essen wir schnell was im KFC. Danach fotografieren wir den Sonnenuntergang an der Küste, die direkt dem Hotel gegenüber ist. 




Dann gehen wir in den Walmart um einzukaufen. Dort ist die Klimatisierung sehr stark und wir frieren uns alle sehr. Es lässt U. seine Ohrenentzündung wieder entflammen. 

U. ist quengelig, er will schon wieder um halb 8 ins Bett. Wir wollen die Stadt anschauen. Nach langer Diskussion gehen die zwei ins Hotel zurück und wir gehen ins Stadtzentrum zu spazieren. Dort ist gerade irgendeine Feier und am Hauptplatz ist ein Konzert und überall sind sehr viele Menschen.  




Der Stadtkern von Campeche ist renoviert und die Straßen sind sehr schön mit ihren bunten Würfelhäusern und schmiedeeisernen Laternen. Hier holen wir wieder Geld aus einer Bank, dann gehen wir ins Hotel zurück ich gehe noch zu dem gratis Internet. Wir gehen sehr spät ins Bett.
Morgen fahren wir getrennt, da U. es sich in den Kopf genagelt hat, daß wir hier schon um halb 4 losfahren müssen und wir wollen nicht so früh aufstehen. Wir denken, es bleibt so und so auch keine Zeit für die Ruinen von Palenque und deshalb möchten wir uns lieber ausschlafen, und gemütlich langsam fahren, und unterwegs paar Strände anschauen. Ich schlafe mit schlechten Gefühlen ein. Es wird das erste Mal, daß wir uns für eine so lange Strecke trennen und es noch genau dort, wo die Foren die Strecke am gefährlichsten beschrieben haben. (heute: 258 km)

11. Tag, 15. November 2009

Es ist das einzige Hotel, wo man schon ab 6:30 Uhr frühstücken kann, es nützen wir auch aus und um 7:45 Uhr sitzen wir schon im Auto, auf dem Weg Richtung Palenque. Am Anfang fahren wir auf der Küstenstraße. Das Wasser ist ruhig, glatt und seine Farbe ist wunderschön hellblau. Überall sind zahllose Wasservögel, die ich ständig aus dem Auto (unterwegs) fotografiere. Heute hat alles besonders starke Farbe, das Frühmorgenlicht zaubert einen anderen Kontrast in die Bilder, als das spätere Licht. Seit Rio Lagartos sehen wir ständig, überall wahnsinnig viele Vögel, langsam scheint der ganze Yucatan ein Wasservogelreservat zu sein. Die weißen Reiher begleiten uns ständig in den seichten Sümpfen neben der Straße, aber die kann ich nie fotografieren, sofort wenn sie die Kamera hören, fliegen sie weg. Auf der breiten, nagelgeraden Landstraße ist null Verkehr, nur selten kommt ein mächtiger Laster entgegen. Heute ist ein heißer Tag. 





Zwischen Champoton und Sabancuy finden wir eine schöne Küste. Dort baden wir mal kurz, aber das Wasser ist sehr trüb und stinkt fürchterlich nach Schwefel. Dieser Geruch war auch bei Rio Lagartos dabei, und wo das Wasser so riecht, färbt es meinen silbernen Fußzehring zu blauschwarz (ich kann ihn dann mit Zahnpasta wieder glänzend machen). Wir wissen nicht, woher der Geruch stammt, aber es ist arg stark und würgend. Der Strand hat weißen Sand und überall liegen Muscheln am Haufen. Hier sehen wir auch viele Wasservögel. Die Sonne brennt mit tausend und als wir trocken werden, fahren wir weiter. 




Nach dem Dorf Sabancuy, fahren wir auf einer Straße, auf deren beiden Seiten Sümpfe liegen. Man sieht das Gewässer von den vielen Seerosen gar nicht, nur die zahllosen Wasservögel überall. Wir erreichen die Staatsgrenze von Campeche und Tabasco, wo wir an einen militärischen Kontrollpunkt stoßen. Jetzt wissen wir schon unsere Rolle in diesem Spiel: einfach harmlos blöd schauen; wenn sie Frage stellen, worin wir erahnen nach dem Wort „español” hörend, daß es die Frage war, ob wir spanisch sprechen, die Antwort geben: Aleman. Nach dem schauen sie meistens auf den Rücksitz rein, schauen dann M. an und sagen lächelnd: "Oliver Kahn" und winken, daß wir weiter dürfen. :D Englisch soll man nicht sprechen, weil sie angeblich die Amerikaner nicht mögen und sie machen viel größeren Zirkus um die englisch sprechenden Touristen. Sie verlangen von uns nie einmal irgendwelche Ausweise (ob wir wirklich "aleman" sind), nicht einmal den Führerschein oder die Unterlagen über die Autovermietung. Das „Aleman” ist das zauberhafte Wort, und wenn wir es aussprechen, sind wir "amigos" und dürfen immer weiter.

Nach dem Kontrollpunkt folgt eine sehr breite, autobahnähnliche Straße, wo außer uns nur Vögel zu sehen sind. Sehr langweilige Strecke. Später wird dann davon eine enge Landstraße mit furchtbarer Qualität.  

Dann fahren wir über die Grenze zwischen Tabasco und Chiapas. Bei dieser Kontrolle fragen die, mit Maschinenwaffen ausgerüsteten Soldaten sofort auf englisch, wo wir hinfahren. Wir sagen, nach Palenque. Dann fragen sie, daß wir dort die Ruinen anschauen wollen? Blöde Frage. („Nein, wir wollen unsere Verwandten besuchen.”) Wir sagen, ja, und dürfen fahren. Auf der ganzen Strecke gibt es nicht einmal ein Schild, welches nach Palenque hinweisen würde. Ich konzentriere mich sehr, daß ich die Dorfnamen auf der Karte finde, aber keines von diesen Dörfern steht auf unserer Karte. So verpassen wir die Abfahrt nach Palenque und fahren Richtung Villahermosa weiter. Irgendwann wird es mir dann doch verdächtig, daß wir schon zu lang fahren und wir wenden. Wir sind ca. 15 km weitergefahren. In den kleinen Dörfern sind wahnsinnig viele Bodenschwellen und bei jeder stehen Einheimische und versuchen durch das Fenster in Tüten gepackte, aufgeschnittene (und schon gärende) Früchte oder Krapfen uns zu verkaufen. Es ist sehr nervig. Helfen kann aber keiner von denen. Ich frage auf spanisch (vom Wörterbuch), wo die Abzweigung nach Palenque ist, aber sie ziehen nur ihre Schulter hoch. 

Endlich finden wir die Abfahrt (aus dieser Richtung gibt es Schild) und gegen 15 Uhr kommen wir zum Hotel an (Mission Palenque), das wir diesmal nicht so leicht finden. Das Zimmer ist düster und gefällt uns überhaupt nicht nach den schönen vorherigen. Die Einrichtung ist uralt, abgewohnt. Sauber ist es schon, aber irgendwie total widerlich. Es ist am Erdgeschoss und unter der Tür ist ein 5 mm breiter Schlitz, wo alle möglichen Insekten in der Nacht reingrabbeln können. 



Wir packen gerade aus dem Auto unsere Sachen raus, als V. und U. kommen. Sie waren bei dem Misol-Ha Wasserfall, wir wollen heute nichts mehr machen. Wir essen Brot und Konserven und gehen dann zum Pool um uns zu erfrischen. Dann duschen wir und hören irgendwelches grausame Schreien. Es sind die Brüllaffen.  Wenn man es nicht weiß, was dieser Ton ist, dann klingt es sehr unheimlich. Wir fahren nach Palenque Stadt rein, die gar nicht so klein ist. Wir möchten abendessen und auf der Hauptstraße gibt es genügend Restaurants und Buffets. Bei einem dreht sich gyrosähnliches Fleisch auf dem Spieß.  Es gefällt uns und wir gehen hier rein. Wir essen dann hier ein göttliches Abendessen und sehr billig! Erst wird das Fleisch von dem Spieß geschnitten, dann noch kleiner geschnitten, und zuletzt wird es in einer Pfanne mit den gewünschten Zutaten (wie Schinken, Champignon, Ananas, Chilli usw.) nochmal angebraten, mit einer Soße aufgegossen und mit Käse bestreut. Dazu gibt es vier unterschiedliche Soßen und Tortillas. Dann muß man es selber zusammenbasteln, wie man es will. Himmlisch lecker ist es und kostet nur (pro Person) 80 Pesos (ca. 2 Euro). Wir werden damit so satt, daß es uns fast schlecht geht. M. und ich möchten noch gerne in Palenque spazieren, aber U. will schon wieder ins Bett (um halb 8!). Da wir mit ihrem Auto gekommen sind, müssen wir uns anpassen und mit ihnen ins Hotel zurückfahren. Uns fehlt sehr das abendliche Leben, wir sind zu Hause immer lange wach und hier auch, und wir mögen nicht jeden Abend im Hotelzimmer sitzen oder vor dem, draußen Dosenbier saufen. Wir würden schon gerne abends mehr Programme machen oder einfach nur Knüffeln oder Karte spielen. (heute: 451 km)


Wir schlafen hier gut.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Tja, so ne Erfahrung kenne ich, von daher lieber "alleine" in Urlaub fahren/fliegen ;-)

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