Donnerstag, 19. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/7-8. Tag, Meridas Umgebung

7. Tag, 11. November 2009

Ich wache in der Nacht, auf die Geräusche von einem Windsturm auf. Da es hier keinen Frühstücksraum gibt, serviert der Besitzer unser Frühstück auf dem Balkon. Das Frühstück ist heute sehr ärmlich, aber liebevoll zubereitet. Heute bleiben wir hungrig, aber entschädigt uns dafür die Aussicht und die, in jeder Minute vor unseren Augen fliegenden Pelikane.



Wir packen zusammen, bezahlen die Zimmer und um 8:15 Uhr sind wir schon wieder unterwegs. Wir fahren an der Nordküste des Yucatans (Golf von Mexiko) weiter. Heute haben wir starken Wind, aber auch starke Sonne. Am Anfang führt die schmale Landstraße wieder durch "Savannen" und nach dem Dorf Dzilam de Bravo liegen auf beiden Seiten der Straße Sumpfgebiete, die voll mit Wasservögel sind. Schade, daß ich noch keine ernstere Kamera mit einem starken Zoom besitze. 


Wir sehen hier ca. 100 km das selbe, wie gestern auf dem Bootsausflug. Wir halten sehr oft zu fotografieren an, V. und U. haben insgesamt nicht so viel Interesse an der Tierwelt wie wir, sie fahren einfach weiter. Davon wird ein bißchen Chaos, da die Radiosender nach kurzer Zeit keinen Empfang mehr haben und wir wissen es nicht mehr, wo und wann wir uns wieder treffen. Wir hoffen nur, daß sie irgendwo auf uns warten. Für mich ist es nicht schön, bzw. bedeutet Stress, die ganze Zeit darüber nachdenken, wie es dann später wird, ob wir einander noch finden, oder erst abends im Hotel? Und grundsätzlich fühle ich mich viel sicherer, wenn wir zusammen fahren. Die Strände des Golfes von Mexiko sind hier nicht schön, das Wasser ist überall braun. Ob es jetzt nur von dem Wind ist, wissen wir nicht. Wir haben aber gedacht, daß wir heute den halben Tag an einem wunderschönen Strand verbringen werden, aber jedes mal, wenn wir zur Küste runterschauen, sind davon total enttäuscht. 

In solchen Hütten wohnen die armen Einheimischen:

An einer Strecke begleitet uns kilometerlang eine große Kokuspalmenplantage. Ich habe so was noch nie gesehen, ein echter Palmendschungel. Ich starre sie an und fotografiere ständig, so schön ist es. Wir finden leider keinen fürs baden geeigneten Strand. 


Dann auf einmal zufällig sehen wir V. und U. als sie aus einem Dorf kommen und dann fahren wir wieder hinter einander. Uns wäre es schon sehr notwendig zu tanken. Sie haben in dem Dorf getankt, er sagt auch was darüber bei runtergelassenem Fenster, aber ich kriege es irgendwie nicht mit und durchs Missverständnis, denken wir, daß wir jetzt gemeinsam auf Tankstellensuche sind. 


Später, gute 50 km lang vor Progresso, reihen sich prachtvolle Villen aneinander an der Küste. Hier schauen wir auch runter zu der Küste, aber das Wasser ist genauso dreckig und das Meer wellt sich so sehr. Hier kann man auch nicht baden. Aber dafür liegen an der Küste Millionen von Muscheln, so, daß sie einen zusammenhängenden Muschelteppich bilden. Wie die Kieselsteine am Baggersee, so liegen hier die Muscheln entlang der ganzen Küste. Wir sammeln hier ganz viele, schöne Stücke. 


Mittlerweile steht schon unser Benzinanzeiger auf Null und wir sind schon ein bißchen verzweifelt, was wir tun, wenn unser Benzin ausgeht. Hier kommt es schon raus, daß V. und U. bereits getankt haben und wir suchen in Progresso nach Tankstelle, aber finden nirgendwo eine. Wir fragen viele Örtliche spanisch nach Benzin, aber keiner weiß was. Unglaublich. Jetzt entweder verstehen sie uns nicht oder sie tanken nie. Endlich finden wir was, und tanken in dem letzten Moment. Dann geben wir es schon auf, den Traumstrand zu finden, und fahren lieber zu der Ruinenstadt, Dzibilchaltun.

Dieses Ruinengeländer liegt auf dem Weg nach Merida. Schon im Parkplatz greifen uns Riesenmücken an, aber hier eine ganz andere Art, wie vorher die so mini waren, die hierherigen sind fast so groß, wie die Fliegen. Diese sind so agressiv, daß das Authan sie auch nicht vertreibt.  

Weil wir es wissen, daß in der Ausgrabungstätte eine offene, seeähnliche Cenote ist, worin man auch baden kann, packen wir unsere Badesachen zusammen und gehen mit vollen Rucksäcken los. Wir kaufen die Eintrittskarten und gehen noch ein gutes Stück bis zum Eingang. Dort werden wir aber nicht reingelassen, weil man hier keinen Rucksack oder Tasche mitnehmen darf. Wir sagen, daß wir auswärts gerne alles ausräumen, wenn sie es kontrollieren wollen, daß wir keinen Stein mitgenommen haben, aber es geht nicht. Wir müssen die Rucksäcke entweder in einen Schrank schließen (und dafür extra bezahlen) oder ins Auto zurückbringen. Wir gehen wütend zum Auto zurück und hängen alles auf uns, die Handtücher, die Schnorchel, Sonnen- und Antimückencremen in allen Händen. Wir schauen aus, wie Lastesel. Damit wir die Eingangswächter noch ein bißchen nerven können, tun wir die Schnorchel gleich aufs Gesicht und so spazieren wir zu den Ruinen ein. Wir lachen uns echt tot über uns selbst. So klettern wir, mit dem Schnorchel auf dem Kopf, auf die kleinen Pyramiden. Total witzig ist es. 



Diese Cenote ist aber eine Enttäuschung. Sie ist klein, schmutzig und viele Menschen baden drin. Weil es heute sehr heiß ist und gestern hat es mit baden nicht geklappt, baden wir jetzt halbe Stunde hier in dem See. Als wir rauskommen, werden wir innerhalb Sekunden von diesen "Pferdemoskitos" zusammengestochen. V. und U. ziehen sich schneller an und wollen hier schnell weg von den Mücken und bis wir auch fertig sind, finden wir sie nicht mehr. Ich ärgere mich total, daß sie die Radiosender nicht einschalten. Wir beginnen die Ruinenstätte anzuschauen und denken, daß wir die anderen sowieso schnell finden werden, da das Geländer gut durchsichtbar ist. Aber wir finden sie nicht. Wir schauen die Ruinen an und als wir fertig sind, wissen wir nicht mehr, was ist jetzt richtig, hier die zwei noch suchen, oder draußen auf sie zu warten. Dann denken wir, am Auto ist doch besser, weil sie auch irgendwann zum Auto müssen. 



Bis wir die Ruinen anschauen, bleibt in uns kaum mehr Blut, weil alle Moskitos von Dzibilchaltun von uns tanken. Wir haben das Gefühl, wir waren lang genug hier und V. und U. sind schon bestimmt am Auto und warten auf uns. Aber sie sind nicht dort. Wir müssen vor den Mücken ins Auto flüchten, aber da drinnen ist backofenheiß, also wählen wir doch den Mückentod, als die Hitze. Wir warten fast eine Stunde auf sie und sind sehr wütend. Als sie ankommen, denken sie das selbe über uns. Wir fahren schlecht gelaunt nach Merida los. Da V. die einzige ist, die ein bißchen spanisch kann und nur ich habe einen Stadtplan von Merida, gebe ich es ihr und wir schicken sie voraus.

Merida ist höllisch. Eine schmutzige, abgewöhnte Stadt, die von einem Netzt geradeaus Straßen besteht. Statt Straßennamen gibt es hier Straßennummern. Und in diese Nummerierung ist 0,0 Logik. Die Hausreihen sind die schon aus Valladolid und anderen Städten bekannten einstöckigen, bunten Würfelhäuser. Wir verirren uns und schlängeln ewig in der langsam dunklen Stadt. Wir finden wahnsinnig schwierig das Hotel (Residencial), das von außen Edelheit und herrschaftliche Feinigkeit auszustrahlen versucht, aber in der Wirklichkeit ist es ein abgewohnter Dreckhaufen. 

Merida nachts
Nach duschen gehen wir eine verlässliche Bank suchen. Wir finden ziemlich schnell eine und nehmen Geld raus und setzen uns in einen Burger King zu essen. Wir fallen fast schon vor lauter Hunger um. Wir essen hier billig und ausreichend. Ich möchte schon endlich Postkarten kaufen, aber bis jetzt haben wir die nirgends gesehen. Wir spazieren ein bißchen im Stadtzentrum, aber das Bett zieht uns schon wie ein Magnet an, wir sind alle totmüde. 

Die Nacht ist furchtbar, ich schlafe kaum. Das Hotel ist sehr laut. Auch wegen dem Straßenverkehr, aber hauptsächlich weil auf unserem Stockwerk eine mexikanische Männergesellschaft wohnt und sie sitzen ganze Nacht auf der offenen Terasse, die am Ende des Flurs ist und saufen, schreien und sogar auch noch an den Türen klopfen. M. merkt davon nichts, er schläft wieder wie ein Murmeltier. Ich beneide ihn so sehr dafür. (heute: 272 km)

8. Tag, 12. November 2009

Nach dem Frühstück gehe ich mit M. in einen Lebensmittelladen, irgendwas für unterwegs zum Knabbern zu kaufen. Ich fühle mich nicht zu gut, habe leider irgendwo eine Blasenentzündung eingesammelt und habe Blasenkrämpfe und Schüttelfrost. 


Die Männergesellschaft hat in dem Flur Glasscherben hinter sich gelassen, was niemand wegräumt. Wir fahren gegen halb 9 auf Tagesausflug los. Wir finden den, aus der Stadt ausführenden Weg, Richtung Uxmal ganz leicht. Wir sehen oft die, mit Maschinenwaffen ausgerüsteten Polizisten oder Soldaten auf den Pick-ups. Man fühlt sich nicht zu wohl, wenn man sie sieht. Sie erwecken Angst in uns. Die Straßen haben hier ganz gute Qualität und außer paar Trucks sind sie ganz verkehrlos. 

Wir möchten die Cenote Kankirixche finden, die nach den Bildern, die ich von ihr im Internet gesehen habe, eigentlich mein Favorit wäre, und ich wollte sie unbedingt sehen, aber nach der, aus dem Internet ausgedruckten Beschreibung, finden wir sie nicht.

Wir folgen der Beschreibung und einigen Schildern und wir kommen zu einem versteckten kleinen Dorf an. Hier fragt V. bei mehreren Menschen nach der Cenote, aber wo sie alle uns hinschicken, dort finden wir immer nur einen Reifenspurenweg, welcher durch den Busch führt und aus roter Tonerde besteht. Wir versuchen hier mit einem Auto weiterzufahren, das andere lassen wir stehen. Zwischen den zwei Reifenspuren ist der grasige Teil manchmal so hoch, daß wir ab und zu hängenbleiben. Das Auto schaut schon braun von dem aufgeworfenen Matsch aus und die Motorhaube ist voll rote Tonerde. Der Weg wird immer schmäler und von beiden Seiten sind wir von Buschdschungel umgeben. Die stacheligen Büsche kratzen ständig die Seiten des Autos.  


Ich will hier nicht mehr weiterfahren, ich habe Angst, daß das Auto hier kaputt geht und wir bleiben hier hilflos, zwischen Vogelspinnen und Giftschlangen. Laut der Beschreibung aus dem Internet ist es eine bekannte Cenote, hauptsächlich Taucher kommen hierher, ich kann mir es schwierig vorstellen, daß sie so versteckt liegt, deshalb denke ich, wir sind hier nicht richtig. Aber U. will es nicht kurz vor dem Ziel aufgeben und er läuft mit dem Radiosender zu Fuß auf diesem Weg weiter und wir warten im Auto, was er da finden wird. Irgendwann haben wir dann keine Sendung mehr und er kommt ca, nach 15 Minuten zurück und sagt, daß er nichts gefunden hat. So haben wir zwei Stunden für die Sucherei dieser Cenote verschwendet und von einer plötzlichen Idee gesteuert fahren wir jetzt alle zu den Ruinen von Mayapan.  


Hier gibt es keinen Menschen außer uns. Wir müssen in ein dickes Buch unsere Namen und Nationalitäten schreiben (und ab hier wird es dann bei jeder Ruinenstadt typisch). Hier sehe ich, daß an dem selben Tag direkt vor uns hier Ungaren waren. Es ist mir ein schönes Gefühl, über Landsmänner in der Nähe zu wissen. 

Mayapan ist eine kleine Kopie von Chichen Itza. Mich erinnert sie an eine Modellstadt, da die Gebäude hier viel kleiner sind, als es wir bis jetzt gesehen haben. Wir dürfen hier auf alles aufklettern. Mayapan ist trotz der wenigen Besucher eine sehr gepflegte Ruinenstätte. Überall liegt dichter, grüner Rasen und wir sehen oft sich sonnende Iguanas hier.




Nach Mayapan möchten wir irgendwo baden und da ich ganz interessante Cenoten in der Nähe, im Internet gefunden habe, suchen wir halt diese. Von denen hat noch kein Mensch ein Wort in den Reiseforen erzählt, obwohl sie wirklich besonders sind. Wer in diese Umgebung fährt, darf sie keines Falls auslassen!!  

Mit der Pferdekutsche durch den Dschungel zu den  drei Cenoten bei Cuzama

Das winzige Dorf, Cuzamá liegt 40 km südöstlich von Merida. Von Mayapan kommen wir über eine sehr schmale, hügelige ("Achterbahn") Straße hierher. Dann landen wir in einer unglaublichen Märchenwelt.






Als wir schon in Cuzamá ankommen, sehen wir sofort überall im Dorf diese schmalspurigen Schienen, und einsam stehende, witzig aussehende Holzkutschen neben der Straße. Zuerst denken wir, daß hier dieses Kutschenfahrtgeschäft wahrscheinlich schon lange Pleite gegangen ist. Dann kommen wir zu einem Parkplatz  und dort merken wir die erste Kutsche, die auf den Schienen mit Touristen fährt, und die ein ganz armes, ausgehungertes Pferdchen zieht.  

Wir fragen, was es kostet und setzten uns gleich auf die bizarr aussehende Kutsche und fühlen uns sofort so, als ob wir Teilnehmer eines uralten amerikanischen Komödienfilms wären. Die Kutschen sind schon so uralt, sie fallen fast auseinander. Der Kutscher sitzt ganz vorne auf einer Holzbank und treibt sein Pferd mit einer Peitsche. Wir sitzen hinter ihm, gegenüber einander und klappern mit dem komischen Zeug und denken alle, daß wir in einen Traum gefallen sind. Wenn Gegenverkehr kommt, dann hält unser Kutscher an, treibt uns runter, hängt sein Pferd von der Kutsche ab, hebt den Holzwagen von den Schienen, und stellt ihn auf die Seite. Die andere Kutsche fährt vorbei, und unser Kutscher hebt dann unseren Wagen auf die Schiene zurück, als nichts geschehen wäre. Es sieht alles so was von unwahrscheinlich aus, daß wir bis heute es kaum glauben können, daß es Wirklichkeit und kein Traum war. Erst fahren wir neben Kakteenwald, dann lange-lange Kilometer durch den Buschdschungel, bis wir zu der ersten Cenote ankommen. Die heißt Cenote Chelentun und wir dürfen halbe Stunde lang drinnen schwimmen. Die Cenote hat einen breiten Eingang, und man kann über Holztreppen in die Höhle zum Wasser runtergehen. Das Wasser hat vorne, wo die Sonne reinscheint, ganz unvorstellbare wunderschöne Farben, und nach hinten wird es immer dunkler. Zuerst trauen wir nicht unsere Sachen ohne Bewachung da zu lassen, ich bleibe dort und fotografiere die anderen. Aber später gehe ich auch rein. Das Wasser ist überhaupt nicht kalt. Ich fühle mich in einem Märchen, als ich in dem zauberhaften Farben des Sees schwimme.




Danach steigen wir wieder auf unsere Kutsche und fahren ewig lang zu der hintersten (dritten) Cenote, die Cenote Bolonchoojol heißt. Hier müssen wir in einem engen, dunklen Schacht über eine lange Holzleiter runtersteigen. Unten erwartet uns Dunkelheit, daß wir gar nichts sehen können. Auf der Decke gibt es ein ca. halbes Meter breites Loch, dort könnte Licht reinkommen, wenn dessen Weg die dicken, bis zum Wasser runterhängenden Baumwurzeln nicht versperren würden. Als unsere Augen sich an die Finsternis gewöhnen, sehen wir, daß dieser Höhlensee auch ganz kristallklares, türkisfarbiges Wasser hat. Atemberaubend schön! Hier genießen wir auch sehr das Schwimmen und hier innen ist das Wasser noch wärmer, als es bei dem anderen war. Die Luft ist auch total angenehm warm. 



Nach erneuter halben Stunde, sitzen wir schon wieder auf der witzigen Kutsche, und jetzt ist jemanden schon eingefallen, die Mücken aufzuwecken, da bis jetzt noch keine gab und jetzt kommen tausende und sie fressen uns auf. Ich habe in youtube ein Video von einer Cenote gesehen, wo bei dem Eingang eine Vogelspinne war. Es geht nicht aus meinem Kopf und ich starre ständig den Boden neben den Schienen, aber ich sehe keine. :D (von dieser Höhle ist leider kein Foto gelungen)


Wir kommen jetzt zu der mittleren Höhle (Cenote Chansinic‘che) an. In diese führen auch Holztreppen, ähnlich wie bei der ersten, nur der Eingang ist hier viel enger. Oben ist die Decke eingestürzt und durch ein 2 Meter breites Loch kommt hier das Licht rein. Wie gewohnt, hängen hier auch Baumwurzeln bis zum Wasser runter. Die Höhle hat eine regelmäßige Kreisform, das Wasser ist sehr blau und sehr klar (auch sehr tief) und am wärmsten nach den anderen. Hinten gibt es mehrere Felsbänke, wo man sich hinsetzen kann, wenn man darüber schwimmt. Alle drei Cenoten sind riesige Erlebnisse für uns und auch selber die Kutschenfahrt. 

Als wir von der letzten Höhle zurückfahren, dämmert es schon fast und die Luft kühlt sich total ab, wir frieren uns in den nassen Sachen auf der Kutsche, und die Mücken haben ausgiebiges Abendessen von uns. 

Im Parkplatz will eine Frau Geld für das Parken, sie sagt, daß wir auf ihrem Grundstück parken. Sie verlangt Geld und wir lachen sie nur aus und geben zuerst nichts, aber dann wird sie richtig böse und ich drücke ihr 15 Pesos in die Hand für die zwei Autos, aber sie will 40 pro Auto haben. Es kriegt sie halt nicht und sie schimpft mit Besen in der Hand nach uns. Es wird leider schnell dunkel und wir wissen gar nicht mehr, wo wir sind. Wir finden den richtigen Weg nicht mehr nach Merida. Wir fahren oft durch verrückte Dörfer, wo die Bewohner alle auf den Straßen sind, und ein Durcheinander herrscht, wie in einem Ameisenhaufen. Jeder hat hier auf Fahrräder montierte Dreiradkutschen und sie fahren mit diesen Dingen so wie sie gerade Lust haben, wie besoffene Verrückte quer über die Straße. Wir müssen uns stark konzentrieren, damit wir keinen überfahren. Wir finden sehr schwierig nach Merida zurück und genauso in der Stadt zum Hotel. Unterwegs sehen wir ab und zu in die Häuser der Dörfer rein. Die sind alle sehr klein und stehen fast in Ruinen, aber Fernseher hat doch jeder drin. Meistens hängt eine Hängematte quer im Zimmer. Die Schulkinder spielen in ihren Schuluniformen auf den Straßen. Die Jungen haben lila Hose und weißes Hemd, die Mädchen karierten Rock und weiße Bluse. 

Wir finden in der Nähe des Hotels einen sehr großen Supermarkt und kaufen dort einige Lebensmittel und Getränke. Wir versuchen irgendwas in der Apotheke für meine Blase und auch was für U's Ohr zu kriegen (er hat Ohrenentzündung gekriegt), aber die Apotheker verstehen uns nicht und es klappt gar nicht. Ich nehme Antibiotika und U. nichts. 

Wir verzehren unser Abendessen, was aus Brot und Thunfischkonserven besteht, auf der Dachterasse des Hotels und bewundern die schönen Lichter der flachen Stadt. 


Die mexikanische Alkoholikernachbaren toben heute Nacht genau so, wie gestern. Heute kann keiner von uns schlafen und schließlich geht M. raus und schimpft sie zusammen, und danach wird Ruhe.  (heute: 188 km)

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Ich bin schon gespannt wie es weitergeht...

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  2. Jetzt kann ich 1-2 Tage nicht übersetzen, da kommen andere Berichte rein (ich habe immer paar al "Vorrat" in Entwürfen. :-)

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