Montag, 4. Juli 2011

Barfüßig in Franken :-)

Die letzten zwei Junitage haben wir bei unseren Freunden im Fränkischen Seenland verbracht. Ursprünglich wollten wir  nach Garmisch zu wandern und auch eine Nacht dort zelten, aber weil nur schlechtes Wetter vorausgesagt wurde, haben wir uns schnell umentschieden. 

Am Mittwoch früh fahren wir zu unseren Freunden und verzehren bei Ihnen ein gemeinsames Frühstück. Danach fahren wir zum Brombachsee, wo es einen Barfußpfad gibt. Hier kann man seine Schuhe in Schränke schließen und dann im Wald über den Barfußpfad laufen, was ca. eine Stunde lang dauert. Es gibt viele unterschiedliche Strecken, die mit verschiedenen Sachen bestreut sind, wie z. B. mit Körnern, Kieseln, Holzspänen oder eben auch mit Glasscherben und es gibt Becken mit Schlamm oder kleine Bäche mit eiskaltem Wasser. 




Nachher spüren wir angenehmes Kribbelgefühl in unseren Füßen. In der Umgebung gibt es viele Kirschbäume, wo die Landwirte Kirschen verkaufen oder man kann sie auch selber pflücken. Wir kaufen hier 2 kg Kirschen für 5 Euro (in München zwischen 5-7 Euro ein Kilo - oft die selben fränkischen Kirschen!).

Landschaft am Brombachsee


Da es sehr heiß ist, gehen wir zum Brombachsee runter zu baden. Er hat sehr kaltes Wasser, aber kurz gehen wir alle rein und es erfrischt uns richtig und danach liegen wir noch ein bißchen in der Sonne und essen die ganzen 2 Kilo Kirschen spurlos auf. :-)  
Es wird langsam gewitterig und wir fahren nach Hause. Wir haben Glück, weil es überall grauer Himmel ist und regnet, nur bei uns nicht. So können wir grillen. Unsere Männer kümmern sich um die Grillsachen und wir machen Salat und Tzatziki. Die fränkischen Bratwürste (vom Metzger) sind genial lecker. Wir futtern uns so satt, daß uns fast schlecht geht, so ist ein Spaziergang sehr empfehlenswert. Ich mag bei V. und U. spazieren gehen, da die wunderschöne hügelige Landschaft direkt vor der Haustür liegt. Es dämmert schon, und irgendwie schwärmen hunderte Bremsen, die uns in Truppen angreifen. So ist unser Spaziergang nur eine Qual und vergeht mit ständiger Rumschlagerei um uns. Trotzdem schaffen uns paar von diesen bösen Viechern anzustechen. 

Ein Reh guckt aus dem Getreide raus
Wilde Blumenwiesen

Danach bleiben wir noch bis Mitternacht wach und in der Nacht regnet es stark. 

Wir schlafen sehr schlecht, da wir Mücken im Zimmer haben, die uns ständig stechen.
Am nächsten Morgen hat es sehr abgekühlt. V. und U. fahren weg um frische Brötchen zu holen. Erneut frühstücken wir wie die Könige. Wir überlegen, was wir heute alles machen könnten. Wenn das Wetter nicht besser wird, gibt es in der Nähe auch ein Thermalbad

Zuerst fahren wir Richtung Spalt und von dort spazieren wir durch den Wald zu dem Müllerloch. Der Wald ist dicht mit wilden Blaubeeren bewachsen. Wir probieren nur paar davon, weil man es immer wieder hört, man sollte nichts im Wald, wegen dem Fuchsbandwurm essen. Die sind so lecker und es gibt davon so viel, ich könnte hier bestimmt einen Eimer voll pflücken. Schade.




Wir gehen durch das Müllerloch (eine sehr kleine Klamm) von oben nach unten durch und dann in einer parallelen "Minischlucht", in der Massendorfer Schlucht zurück.  

Müllerloch

Große Schnecke - kleine Schnecke :-)
Massendorfer Schlucht


Danach fahren wir ins Dorf, Abenberg (und nicht Abensberg, wo wir ca. vor einem Monat waren), wo es einige schöne Fachwerkhäuser und eine Burg gibt. Laut unseren Freunden befindet sich hier die beste Bäckerei von der ganzen Gegend, so kaufen wir dort alle frisches Brot. Dann gehen wir in die Burg (kein Eintritt) und deren 30 m hohen Bastei (2 Euro), wovon man einen sehr schönen Ausblick auf die Umgebung kriegt. 

Abenberg





Nachher wollen unsere Freunde uns eine andere "Minischlucht" zeigen, worauf wir keine Lust mehr haben, aber sie wollen sie uns unbedingt zeigen, also fahren wir zum Schnittlinger Loch, das noch kleiner ist, als die zwei vorherigen waren. In der Umgebung sind überall Kirschplantagen. Ich sehe endlich mal auch Sauerkirschen in Deutschland - die es bei uns in Ungarn immer gibt und die sehr lecker sind, und seit ich hier lebe die leider nie mehr frisch im Laden zu kaufen kriege, höchstens nur im Glas eingelegt. Ich liebe sie aber so, wie sie von dem Baum gepflückt sind. Wir fragen den Landwirt, ob wir Sauerkirschen pflücken dürfen, aber wir dürfen leider nicht, weil sie noch unreif sind. Dafür pflücken wir aber sehr viele Kirschen und so, daß wir sie selber pflücken, kostet ein Kilo nur 1,5 Euro. 

Unreife Sauerkirschen
sehr reife Kirschen

Danach halten wir in Spalt noch an, und schauen dort das alte Kornhaus und die Kirche daneben an. Ich liebe die Fachwerkhäuser. Wenn ich sie sehe, ich kriege immer so ein Gefühl, als wenn ich eine Zeitreise ins Mittelalter machen würde. Ich bin fasziniert von diesen fränkischen Kleinstädtchen. 

Kornhaus in Spalt
Fachwerkhaus mit einem Stück mittelalterlicher Stadtmauer drin:

Zum Schluß fahren wir nach Pleinfeld, wo V. oft bei einem bestimmten Metzger einkauft und wir wollen dort auch einige Aufschnitte und Bratwürste zum mitnehmen kaufen. Alles ist so lecker und kostet wieder nur die Hälfte, als in München. Ich glaube, ich könnte hier locker leben: wunderschöne Landschaft, Städte und alles ist viel billiger.

Das Gebäude der Metzgerei in Pleinfeld


Schließlich gehen wir in Pleinfeld in den Kastanienhof zum essen. Die Portionen sind so riesig, daß eine für eine vierköpfige Familie genug wäre. Alles schmeckt lecker, die Preise sind ein bißchen hoch. Uhh, wir können uns schon wieder kaum wegen unseren vollgefüllten Bäuchen bewegen. 

Wir fahren noch für eine Stunde zu unseren Freunden und dann nach Hause. Es waren zwei sehr schöne Tage.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

1 Kommentar:

  1. Muss schön sein mal so barfuß in einen speziellen Park laufen zu können.

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