Montag, 25. Juli 2011

Karpathos - die Insel der Winde 2007/4.

13. September 2007

Heute schlafen wir ein bißchen länger und gegen 11 Uhr gehen wir zum Strand. Erneut weht ganz starker Wind, aber warm ist es trotzdem. Im Sand liegend kriegen wir alle zehn Minuten eine "Peeling-Behandlung". :-) Der Wind ist sehr nervend und heute ist die Brandung auch sehr stark. 


Später essen wir im Gyrosbuffet (wo wir schon öfter waren) Hähnchensouvlaki mit Pommes und Tzatziki und dann auch noch Eis.
Am Abend gehen wir am Hafen in ein Fischrestaurant, aber es enttäuscht uns sehr. Die Bedienung läuft uninteressiert rum, und bei der Aufnahme unserer Bestellung versteckt eine Brotecke hinter ihrem Rücken und kaut das davon abgebissene Stück weiter. In der Menükarte steht nicht mal die Hälfte von den Speisen, die draußen auf dem Schild standen. Das Essen wird wieder nur Miniportion und auch nicht zu gut und das Getränk muß ich extra erwähnen...Wenn jemand auf Karpathos Sprite bestellt, soll erst im Restaurant herumschauen, ob auf den anderen Tischen originale Dosengetränke stehen, oder komische, kleine, örtliche grüne Glasflaschen. Man kriegt hier nämlich irgendwelche örtlich hergestellte Limo die nur nach Prill schmeckt! Wir bleiben hier hungrig und zahlen dafür aber 25 Euro. Wir sind sehr enttäuscht und schon nicht erstes, und leider auch noch nicht letztes Mal, auf der Insel von dem Essen.

Wir spazieren noch und zum Schluß setzen wir uns in die Bar, wo immer nur Griechen sitzen und wo wir schon öfter waren. Auf dem Heimweg ist mir sehr kalt, der Wind weht ganz stark, aber bis wir heimkommen, hört schon wieder auf. So können wir noch länger auf der Terasse sitzen. 

14. September 2007

Solange bis ich zum Ausflug zusammenpacke, geht M. zu dem Autovermieter einen Roller zu holen. Wir kriegen es statt 15 für 13 Euro/Tag, da wir schon dort Auto gemietet haben. Wir mieten den Roller für 4 Tage und gegen 10 Uhr fahren wir zu den Stränden der Ammopi-Bucht los. Der Wind tobt heute extrem, das Meer wellt sich sehr stark und auf dem Roller sitzend ist es sehr unangenehm. Die Ammopi-Buchten sind ziemlich gut geschützt, geschlossen, dort finden wir Windstille und ruhiges Wasser.   



Zuerst schauen wir jede einzelne Bucht von oben an, damit wir auswählen können, welche uns am besten gefällt und dort möchten wir dann den ganzen Tag verbringen. Es sind sehr große Unterschiede zwischen den Buchten, es gibt felsige, kieselige, sandige, FKK...Schließlich wählen wir eine ganz kleine sandige Bucht (Mikri Ammopi) aus, wo das Wasser langsam tief wird und kristallklar ist. Beim Schnorcheln können wir mindestens 50-80 Meter weit unter dem Wasser sehen und es hat eine zauberhaufte blaue Farbe, was mich total fasziniert. Neben der felsigen Küste kann man zahlreiche Fische sehen und wir sehen auch einen großen orangefarbigen Seestern. Aber das Wasser wirkt hier irgendwie viel kälter, als bei Pigadia. Wir schnorcheln eine Stunde lang und ich friere mich schon so sehr, daß mein Körper sich zittert und meine Finger lila sind. Zum Glück läuft aus der Dusche (deren Schlauch in der Sonne aufgehitzt ist) ganz heißes Wasser, es tut jetzt so gut.  

Mikri Ammopi


Wir sonnen uns und dann, als wir Hunger bekommen, gehen wir in die große Ammopi Bucht rüber, wo viele Tavernen sind und setzen uns auf die Terasse einer ganz großen Taverne, direkt am Meer. Es gibt große Auswahl von Gerichten und ist auch ziemlich billig hier. Aber nach den vorherigen Erfahtungen bestellen wir doch ein bißchen skeptisch, ich, meinen lang gewünschten Stifado und M. Pastitio. Wir bekommen unser Essen sehr schnell und beide sind auch ganz große Portionen, aber geschmacklich haben beide nicht viel zu tun mit den Speisen, die wir bestellt haben. Wir bezahlen 17 Euro und fahen mit vollen Bäuchen zu einem anderen nah liegenden Strand, welcher sich zwischen hohen Felsen, tief in U-Form erstreckt. An seiner schmalen Küste sind paar sandige Sonnenterassen über einander gerichtet, die Küste selbst ist betoniert (wie in Kroatien immer) und führen zwischen den Fischerbooten betonierte Treppen ins Wasser, welches hier auch sehr kalt ist. Es wird wahnsinnig schnell sehr tief.   




Nach paar Metern schwimmen ist schon ca. 10-meterige Tiefe unter uns und weiter außen schon sogar 30-40 Meter! Das Wasser ist kristallklar und in der Tiefe auf dem Boden liegen hausgroße Felsblöcke. Wir entdecken hier eine überraschend vielfältige Fischwelt. Manchmal steht ein Felsblock so im Wasser, daß seine Spitze nur ca. einen Meter unter der Wasseroberfläche ist, daß man sich darauf stellen kann. Komisches Gefühl weit draußen im Meer auf einem festen Boden zu stehen, bis neben uns die Felswände in die große Tiefe stürzen. Von außen sieht es bestimmt sehr verwirrend aus, uns hier, weit von der Küste im Wasser stehen zu sehen. Mich macht es ängstlich, wenn ich darunter in die Tiefe schaue. Wir sind nur 2-300 m weit von der Küste und erleben solche Tiefen, was sonst normalerweise nur mit Boot könnten. Wir würden hier gerne so richtig, mit Flaschen tauchen, aber wir haben es noch nie gemacht, es wäre schon schön einmal es auch ausprobieren zu dürfen. Hier werden wir erneut Eiswürfel im Wasser, wir wollen uns nachher in der Sonne aufwärmen, aber nach 10 Minuten zieht sich der Schatten des Berges über uns und wir frieren uns im Wind. Also ab mit uns nach Hause! Wir haben wieder keine Ahnung, wie spät es sein kann, aber wir täuschen uns schon wieder, da wir schon um 17:15 daheim sind und dachten aber, es wäre schon viel später. Nach dem Duschen gehen wir in den Lebensmittelladen an der Ecke, um Gemüse und Fetakäse zum griechischen Salat zu kaufen. Es wird unser Abendessen und heute sind wir zu faul spazieren zu gehen.  

Ein ganz lieber Gartenbewohner, der bei uns immer nach Essen bettelt: 

15. September 2007

Heute wollen wir die versteckten Buchten an unserer (und immer windigeren) Inselseite aufsuchen. Die erste, die zu uns am nähesten liegt ist die Bucht von Achata. Eine Serpentinenstraße zweigt bei Aperi ab und schlängelt sich in einem wildromantischen Schluchttal bis zur Küste. Der Strand ist wunderschön und das Wasser hat zauberhafte Farbe, aber da es hier alles voll mit Sonnenliegen ist, und wir was einsameres wollen, fahren wir erst weiter.  

Achata

Die nächste Bucht ist Kyra Panagia. Hier befindet sich die kleine rotkuppelige Kapelle, die auf allen Fotos von der Insel darauf steht und ich kann sie jetzt in der Sonne auch gut fotografieren. Der Strand ist hier auch voll und es gibt keinen Schatten, Achata war doch besser, wir fahren zurück.  

Kyra Panagia


Wir mieten hier Liegen und Sonnenschirm für 6 Euro für den ganzen Tag. Auf der Insel kosten sie überall so viel. Die Küste ist sandig, aber je näher wir zum Wasser gehen, desto steiniger wird er. Nach drei Schritten im Meer langt das Wasser schon bis zum Hals und nach paar Metern schwimmen ist es ganz tief unter uns, so ähnlich, wie in der gestrigen Bucht. So 50-80 Meter weit von der Küste steht ein großer Fels aus dem Wasser aus. Wir schwimmen dorthin und wir sehen, daß der Fels Richtung Küste stufig in die Tiefe runter geht, aber Richtung des offenen Meeres fällt er nagelgerade steil in die ca. 50 m Tiefe, was uns wieder ängstlich macht und nicht gerne darüber schwimmen wollen. Wir bleiben lieber an seiner anderen Seite und gucken lang die vielen Fschen an! 

Achata


Später essen wir eine Kleinigkeit in der Strandtaverne und genießen noch lange diesen schönen Strand. Auf dem Heimweg kaufen wir ein und nach dem Duschen gehen wir in die Stadt zum Abendessen. Wir gehen heute zu einem Grillbuffet in der Altstadt  und essen hier einen wahnsinnig großen Grillmixteller. Alles schmeckt sehr gut und wir werden absolut satt und zahlen dafür nur 16,80 Euro. Dann spazieren wir noch lang. 


Wie jeden Abend, weht heute auch ganz starker kühler Wind. Heimwegs will ich Gemüse kaufen. In der Hauptstraße gibt es bestimmt 5-6 Gemüseläden, und alle sind ganz voll mit Waren, man findet aber trotzdem zwischen mehreren Kisten Tomaten kein Stück, welche nicht faul wäre. Ich verstehe nicht warum sie so viele Waren bestellen, was sie nicht verkaufen können. Alles ist höllisch teuer, obwohl man sein Gemüse auch auf der Insel anbauen könnte. Die neue Ware kommt aber jede Woche einmal mit der Fähre aus Kreta! Ich erfahre es aus dem Reiseführer, daß der größte Teil der Einheimischen von Karpathos ausgewandert ist und  regelmäßig lebt kein Mensch mehr hier. Die Auswanderer kommen für die Touristensaison zurück, sie beschäftigen sich aber nicht mehr mit Landwirtschaft, denen ist es einfacher die Waren zu importieren...


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Sehr interessante Eindrücke, vor allem wenn man noch nicht dagewesen ist.

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