Mittwoch, 3. August 2011

Kos 2008/1.

KOS – September 2008

Wir haben ein schweres dreiviertel Jahr hinter uns gehabt, mit zwei traurigen Totesfällen in der Famielie und mit Umzug und viel Ausgaben für neue Möbel...
Es war so, daß wir in diesem Jahr keinen zweiten Urlaub (im Frühjahr waren wir schon auf Teneriffa) uns erlauben können, aber ich bin fast verrückt von den Gedanken geworden, daß ich in diesem Jahr mein geliebtes Griechenland nicht sehen dürfte. Ideen hätte ich genug gehabt, aber wir brauchten diesmal eine billige Lösung und es hat alles entschieden. Irgendeine Insel, wohin täglich mehrere Maschinen fliegen, wo wir in der großen Auswahl, bestimmt was günstiges finden können. Aber durch ein Reisebüro gab nichts günstiges und so wurde es unsere erste selbst, ohne Reisebüro organisierte Reise (und seitdem alle, die ihr gefolgt haben). Wir wollten höchstens 400 Euro pro Person ausgeben. Kos war nie auf meiner Wunschliste, sondern andere griechische Inseln, aber die waren alle teurer.  

Wir haben alles im Internet ausgesucht und selber gebucht:  
Flugticket: München – Athen (Lufthansa), Athen – Kos (Aegean Airlines), genauso zurück,  LH: 253 Euro/Person, Aegean: 86 Euro/Persn, also kompletter Flug pro Person: 339 Euro.
Die Unterkunft haben wir auch per Internet gebucht. Hier haben wir viele Ängste gehabt, irgendwo für eine ganz wildfremde Person Geld zu überweisen, wir haben da null vertrauen gehabt, deshalb wollten wir wenigstens einen deutschen Gastgeber suchen. Deutsche sind bekannt von ihrer Prezisität und Ehrlichkeit. :-) Schließlich haben wir eine sehr einfache Unterkunft für 230 Euro für 10 Tage, mit Transfer vom Flughafen, gefunden. Die Besitzerin, die schon seit langem auf Kos lebt, wollte 100 Euro Vorauszahlung per Überweisung. So haben wir diese Reise insgesamt pro Person für 454 Euro zusammengebastelt. Wir waren zufrieden damit.  
Ähnliche Reisen haben die Resiekataloge für 800/Person angeboten. Von der Unterkunft waren im Internet leider nur Außenaufnahmen, was in mir eine schlechte Intuition hervorgerufen hat.
  
Der Reisetag – 15. September 2009

Bei der Lufthansa geht alles schnell, man muß nicht 2 Stunden vor dem Flug am Flughafen sein (wie bei den Charterflügen) und tatsächlich, wir checken kaum ein, und bleiben knapp nur paar Minuten, daß ich einen Tee aus den gratis Automaten trinken kann und wir steigen schon ein. 
Wir fliegen mit vielen starken Turbulenzen, aber sie stören uns nicht besonders. 

In Athen läuft dagegen alles im Schneckentempo ab. Es dauert 50 Minuten, bis unsere Koffer auf dem Laufband erscheinen, wenn es bei dem Rückflug auch so wird, dann verpassen wir unsere zweite Maschine. Wir gehen kurz aus dem Gebäude raus, das Wetter zu checken und es ist 25° Grad, schwüle und smogige Hitze. Wir gehen dann auf den ersten Stock, und checken bei Aegean ein, und nachher kann ich 10 Minuten bei einem gratis Internetterminal paar Zeilen nach Hause schreiben und M. holt zwei Frappés. Die Wartezeit vergeht schnell und ich gucke sehnsüchtig auf die Schilder der Inlandsflüge: Chios, Paros, Samos, Kalymnos, Lesvos…alle stehen unter meinen Reisewünschen. Wir fliegen mit einem kleinen Jet und kriegen auf dem 35-minütigen Flug eine kleine Packung Erdnüsse und ein Getränk.  
Um 17:15 landen wir auf Kos und uns empfängt betäubend dampfige Tropenhitze. Wir suchen eine Frau mit Schildchen in ihrer Hand (wie man es aus den Filmen kennt) mit unseren Namen drauf, aber langsam geht jede schon weg und auf uns wartet niemand, wir beginnen nervös zu werden. Aber schließlich finden wir draußen eine einsam stehende Frau und sie ist es, Marion, unsere Gastgeberin, die seit 30 Jahren auf Kos lebt. Sie ist schon auf den ersten Eindruck sehr nett und freundlich und fährt uns mit einem fast zerfallendem alten Auto zu der etwas weiter entfernt liegenden Unterkunft.  

Die Unterkunft: 
Unser Apartment liegt ca. 3,5 km entfernt von Kos Stadt, neben der Siedlung Lambi, eigentlich ganz außerhalb. In der Nähe gibt es gar nichts, bzw. eine Taverne und einen Kleinladen schon. Ca. 100 Meter entfernt ist eine Bushaltestelle, von dem öffentlichen Bus, womit man nach Kos Stadt reinfahren kann. Von der Küste trennt uns nur die Hauptsraße, aber die Küste ist hier überhaupt nicht schön, steinig und zu offen, das Wasser wellt sich ständig heftig. 
In dem großen Garten reihen sich (ich glaube) 10, zweistöckige Häuser aneinander. Der Garten ist voll mit Pflanzen und sehr schön, auch die Apartments - aber die nur von außen! Es gibt Parkplätze im Hof und auch einen Grillplatz.
Wir bekommen ein Apartment im Erdgeschoß. Zuerst kommen wir in einen breiten Vorraum rein, wo die Küche und ein Ersatzbett ist. Dahinter ist das Schlafzimmer mit zwei zusammengeschobenen Betten und einem Kleiderschrank. Das Badedzimmer ist klein, die Duschzelle hat keinen Vorhang, das Wasser spritzt überall hin. Es ist Kanalgeruch und nach abends halb 7 läuft nicht mehr warmes Wasser. Putzfrau kommt nie. Frische Bettwäsche und Handtücher kriegen wir einmal in der Woche, aber müssen wir selbst wechseln. Man muß seinen Müll selber wegtragen und auch selber putzen. Es gibt aber auch kein Klopapier! Die Einrichtung ist uralt, häßlich, aber ist doch für die Ziele geeignet, die Küche ist gut ausgestattet. Jedes Fenster hat Mückennetz.




Die Nachteile haben wir im Voraus nicht gekannt, aber weil die Unterkunft pro Nacht nur 23 Euro gekostet hat, haben wir schon solche Zustände erahnt und so sind wir auch nicht enttäuscht oder überrascht. Ist okay, wir wollten Billigurlaub und haben ihn auch bekommen. :-) 

Im Haus sind hauptsächlich jährlich zurückkehrende Rentnerpaare, die meistens einen ganzen Monat lang hier bleiben.  

Marion fragt uns, ob wir Kaffeemaschine oder lieber einen Wasserkocher wollen und eine Minute drauf bringt sie schon den Wasserkocher und einen Wäscheständer. Sie hat vier Dosenbiere und eine Flasche Mineralwasser in den Kühlschrank für uns und den Küchentisch hat sie mit einem Hibiskusstrauß geschmückt. Sehr sehr nett und aufmerksam. Sie fragt, ob wir was mieten wollen, ja einen Roller für die ganze Zeit, sie kennt jemanden, bei dem wir ihn für 10Euro/Tag kriegen und sie telefoniert sofort. Wir gehen duschen und 10 Minuten später klopft schon bei uns ein Jorgos genannter netter Kerl. Er hat uns den Roller gebracht. Ich bin vor einer Minute aus der Dusche gekommen, und M. steht noch darunter, muß ich wohl in einem Handtuch gewickelt die Rollermiete erledigen. So haben wir schon für 9 Tage für 90 Euro ein kleines Motorrad.  Dazwischen grüßen uns die älteren Deutschen über uns und fragen, ob wir schon Bier haben, wenn nicht, sie geben uns. :-) Wir sind solche Freundlichkeit gar nicht gewöhnt. 

Nachdem wir ausgepackt und geduscht haben, gehen wir in den Laden an der Ecke paar Grundsachen zu kaufen, dazwischen auch eine Glühbirne, weil im Schlafzimmer sie nicht brennt. Dann tanken wir das Mofa auch gleich voll und fahren nach Kos Stadt rein. Aber heute haben wir keine Lust mehr hier umzuschauen, es war nur so 'ne Probefahrt, wir machen nur eine Runde mit dem Mofa. So auf kurzen Bick hat sie uns gut gefallen, aber jetzt sind wir zu müde dazu, lieber sitzen wir noch ein bißchen auf der Terasse in dem lauwarmen, leicht windigen, angenehmen Abend und essen was kaltes. Hier gibt es sehr viel Mücken, die uns nie in Ruhe lassen. Die älteren Nachbaren kommen nacheinander aus der Stadt mit ihren Fahrrädern heim und alle begrüßen uns und schreien ihre Namen laut. Wir unterhalten uns mit denen ein bißchen. Für uns ist ein bißchen belastend diese extreme Freundlichkeit und ihre Kennenlernlust. Um Mitternacht gehen wir schlafen.  

Erster Tag - 16. September 2008

Um 10 Uhr fahren wir mit dem Roller in die Stadt rein, wir spazieren im Hafen, schauen die Burg und die Agora an, und spazieren weiter in den Basarenstraßen. Wir hören oft ungarische Wörter. Kos erinnert uns sehr stark an Rhodos Stadt, aber hier ist es ein bißchen ruhiger. Alles gefällt uns, aber es ist zu warm, bis Mittag schwimmen wir im Schweiß und zum Schluß setzen wir uns zu einer Taverne ein, um Gyros zu essen. Hier fällt es uns auf, daß das Restaurant voll mit Engländern ist. Nach dem Essen fahren wir heim. 










Marion hat uns wieder überrascht, da wir gestern nach Lidl gefragt haben, weil man in Griechenland meistens nur dort Mineralwasser mit Kohlensäure kriegt, hat sie uns heute früh schon gleich eine Sechserpackung mitgebracht und vor unsere Tür gestellt. Solche Gastfreundlichkeit habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Wir essen eine Scheibe Brot und fahren los, in der Nähe einen schöneren Strand zu suchen. 


Wir wollen nicht viel Zeit mit der Sucherei verlieren, so fahren wir nur 1-2 km weit weg, Richtung Tigaki und gehen gleich bei dem ersten Strand, wo Sanddünen sind, zum Mehr runter. Die Dünen sind grau, schauen aus, wie Zementhaufen und sind voll mit Müll. Die Küste selbst ist sehr schmal und das Wasser ist voll mit Seegras und Steinen. Kein guter Strand, aber wir bleiben doch hier und genießen die Sonne, das Baden. Direkt uns gegenüber liegt die Türkei, so nah, daß man seine Städte klar sehen kann. 
Nach dem Strand duschen wir daheim, was jedes Mal eine Katastrophe ist. Egal wie ich mich in die Ecke hocke und aufpasse, schwimmt danach immer alles und das Wasser steht dann zentimetertief, lang im Bad, weil der Abfluß in der Mitte verstopft ist. Es gibt ein Aufwischding (mit Gummi drauf), womit man das Wasser wenigstens Richtung Abfluß kehren kann. 


Wir fahren in die Stadt. Wir suchen ein Fischrestaurant nicht direkt im Zentrum, sondern etwas weiter und bestellen eine Fischplatte, die dann 30 Euro kostet!! Auf Karpathos war es 18 und waren viel mehr Sachen drauf! Hier kriegen wir 4 Stück Sardinen, ein gegrilltes Schwertfischfilet, eine kleinere Dorade und paar Kalamaris dafür. Teuer, aber lecker. Danach spazieren wir noch eine große Runde in der Stadt.  


Zweiter Tag – 17. September 

Um halb 10 fahren wir zu unserer ersten Station, zum Asklepion. Es ist bewölkt, wir denken es wird regnen. Wir sind zwischen den ersten, die heute die Ruinen besuchen, so sind noch kaum Menschen hier außer uns.  Die Ruinen liegen sehr schön im Hang, in einem von Zykaden schmetternden Kieferwald und man sieht bis zum Meer runter. Gefällt uns hier, aber wir schauen alles sehr schnell an. Als wir rausgehen, kommen die großen Reisebusse mit den Menschenmassen.  



Von hier fahren wir zu dem Bergdorf, Zia und fahren bei einer Müllverbrennungsanlage vorbei, von der dicker stinkender Rauch rauffliegt und wir sehen diesen Rauch während dem ganzen Urlaub ständig. Wir streifen zwei alte Dörfer, deren Häuser schon zerfallen und dann erreichen wir bei einer Kreuzung, wo eine große Blaukuppelkirche steht, die Hauptstraße, die nach Zia führt und hier fahren zahllose Touristen zu dem Dorf rauf. Viele fahren hier irgendein Fahrzeug, welches aussieht, wie ein großes Go-Cart. Von Radfahrern gibt es auch extrem viel und denen macht es anscheinend gar nichts aus, auf der ganz steilen Serpentinenstraße ins Dorf raufzuradeln.  

Briefkästen eines ganzen Dorfes, so war es auch auf Karpathos
Zia

Wir bummeln durch das Dorf Zia in kürzester Zeit von einem seiner Enden bis zum anderen. Es gefällt uns, aber es sind hier einfach zu viele Touristen auf einem kleinen Haufen konzentriert und das ganze Dorf ist eigentlich ein großer Souvenirladen. Wir kaufen auch paar Kleinigkeiten und schauen lange Richtung Küste runter. Dann fahren wir durch das Dorf Lagoudi runter bis zur Haupstraße (Main Road). Wir wollen nach Pyli, aber wir verpassen die Abzweigung und wenden uns erst viel später. In Pyli fahren wir erst eine Runde mit dem Roller und dann sehen wir ein Schild, welches zu den Ruinen der Basilika Charmylos hinweist. Das Wort "Ruinen" ist etwas übertrieben dafür, was wir hier finden: ein einziges Gewölbe von der ehemaligen Basilika und darüber eine winzige weiße Kapelle. Wir wollen schon gehen, als auf einmal ein alter Mann aus dem Nichts hervorkommt. Er invitiert uns in die Kapelle. Er erzählt dauerhaft mit einem furchtbaren, unvererständlichen Englisch irgendwas und lässt mit uns sofort Kerzen anzünden, wofür er natürlich auch eine Spende erwartet. Wir hassen solche Fallen! :-) Wir geben ihm 5 Euro. Dann kriegen wir von ihm zwei Basilikumzweige, die gesegnet sind und er will unbedingt, daß wir uns mal mit ihm auf die Plastikstühle vor der Kapelle hinsetzen. Er nimmt eine Plastiktüte mit Trauben vor und gibt uns davon, und wir sollen es hier essen und mit ihm ein bißchen reden. Klar, daß er allein ist und ihm langweilig ist, freut sich über die angelockte Gesellschaft. Er zeigt aber gut erkennbare Zeichen von Altersdemenz und erzählt mit großer Freude dauerhaft von den Weltkriegen was, „Russia bumm, bumm” und „Amerika and England not good, Hungary is good”. Khmmm, wir möchten lieber gehen. :-) Zum Schluß strengt er sich gar nicht mehr an, erzählt fließend auf Griechisch und wir verstehen kein Wort. Wir nehmen höflich Abschied von ihm und fahren nach Kardamena weiter, in der Hoffnung eines leckeren Mittagessens. 

Mittlerweile ist immer mehr bewölkt geworden und jetzt nieselt es schon. Kardamena ist alles, nur hat nichts griechisches an sich. Der häßlichste griechische Urlaubsort, den ich jemals gesehen habe. An der Küste reihen sich zahlreiche englische Snackbars und zum Krebsrot abgebrannte Engländer sitzen überall und saufen schon mittags Bier. Charakterlose Häuser und häßlicher Strand, so viel ist Kardamena. Es fängt zu regnen an, und wir fahren enttäuscht weiter. Was uns auffällt und uns überrascht, auf der Insel Kos wird in großer Menge Tiere gezüchtet, wir sehen ständig grasende Kühe und viel Federvieh. Wir haben bei unseren früheren Griechenlandreisen noch nie so viele Zuchttiere gesehen.  

Der schwache Regen hört zum Glück schnell auf und wir landen in Mastichari, in einem freundlichen Urlaubsort, wo wir uns in eine Strandtaverne setzen und ich esse hier den besten Moussaka meines Lebens.  M. ißt Grillteller und wir zahlen mit zwei Getränken 16,50 Euro. Dann spazieren wir noch hier. 

Mastichari

Das Wetter kann nicht entscheiden, was es will, mal ist es bewölkt, mal sonnig, mal tröpfelt es... Das Meer wellt sich stark, so haben wir keine Lust hier zu baden, lieber fahren wir weiter an der Küste entlang, damit wir ein Bild bekommen, wo schöne Strände zu finden sind. Grundsätlich sind hier die Strände schön hellsandig, aber überall sind zu viel Liegen und diese Strände mögen wir nicht so gerne. Heute macht mich das Mofafahren kaputt, mir tut meine ganze Wirbelsäure, die einzelnen Wirbel, meine Schulter und das Genick so weh. Gegen 18 Uhr sind wir wieder daheim und ich würde mich so gerne in ein Schwimmbecken werfen, aber so was haben wir nicht und die Küste bei uns ist absolut häßlich, dort haben wir keinen Bock zu baden.  

Zuerst faulenzen wir ein bißchen, dann duschen wir und fahren in Kos Stadt rein. Wir erkundigen uns bei den Schiffen, was für Schiffsausflüge es gibt (wohin und welcher was kostet). Wir gucken erst am Hafen die ca. 20 Schiffe an. Bei jedem steht ein Schild mit seinem Angebot, die meisten machen das selbe Programm: baden bei den Inseln Plati, Pserimos und ein kurzer Aufenthalt auf Kalymnos, und Essen auf dem Schiff - kostet überall ca. 20 Euro. Die sind alle furchtbar aufdrängend. Dann schauen wir noch auf der anderen Straßenseite die Schiffsbüros an und schließlich wissen wir schon im Kopf, mit wem wir wohin wollen, buchen tun wir erst dann später. 


Dieser Eintrag ist hier zu auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Bin schon gespannt wie es weitergeht :-)

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  2. Ja, leider dauert es momentan länger, da ich einfach keine Lust zum Übersetzen habe, mache ich meistens täglich nur paar Zeilen...aber es kommt schon. :-)

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