Samstag, 6. August 2011

Kos 2008/2.

Dritter Tag – 18. September

Ich werde in der Nacht wach, weil der Wind über meinem Kopf die Fensterscheiben ständig einhaut, draußen tobt Windsturm, ich mache alles zu. Wir wollten heute auf Nissiros, deshalb habe ich den Wecker auf 7:45 Uhr eingestellt. Bei den Schiffgesellschaften kann man auch kurz vor der Abfahrt Ticket kaufen. Gut, daß wir es nicht gestern gekauft haben, da in solchem Wind kein Mensch auf das Meer will. So entscheide ich, daß ich uns lieber länger schlafen lasse. Ich werde dann um 10 Uhr wach und M. schläft noch immer. Ich wecke ihn, und erst versteht er nicht, warum ich den Schiffsausflug abgeblasen habe, aber eigentlich freut er sich über das längere Schlafen. 

Wir frühstücken bequem und erst um halb 12 fahren wir los, wie gestern, auf die andere Seite der Insel. Die Sonne scheint, aber in dem kalten Wind ist es auf dem Roller doch unangenehm kühl. Wenn man die Kefalos Bucht erreicht, kommen die schönen Badestrände nacheinander: Magic Beach, Sunny Beach, Banana Beach, Markos Beach, Paradise Beach, Camel Beach…Wir fahren zu jedem runter, damit wir für später schon einen guten auswählen können. Bei Agios Stefanos schauen wir die paar Ruinen von dem kleinen  Kap an und ich fotografiere viel. Die Strände sind sehr unterschiedlich, manche sind voll, manche kaum, manche sind sandig, andere kieselig... Bei dem ersten Strand hat es mir sehr gefallen, daß dort dieser grobkörnige Sand ist, wie bei Apella auf Karpathos, weil er nicht so auf die Haut klebt. Die Küste fällt schnell ab, das Wasser wird nach paar Schritten schon tief, aber sehr klar. Je näher wir Richtung Kamari fahren, desto staubiger und grauer wird der Sand, dort finde ich die Strände nicht mehr schön. Unten in den Buchten ist der Wind nicht so stark, wie oben auf der Landstraße und ohne Wind ist es in der Sonne gleich sehr heiß.

Magic Beach


Agios Stefanos
Kefalos Bucht


Wir fahren ins Dorf Kefalos rauf. Steile, mit Haarnadelkurven volle Straße führt zu dem, auf einer Felsklippe stehenden Dorf rauf. Von hier hat man sehr schönes Panorama. Kein einziges Schild weist hier hin, was in welcher Richtung wäre. Wir möchten nach Limnionas zum Mittagessen, weil der Reiseführer seine Fischtaverne so lobt. Wir fahren durch Kefalos und dann nur nach Gefühl durch eine hügelige Ebene, aber wir finden den richtigen Weg nicht. Wir fahren in die Stadt zurück und dann folgen wir dem Schild Richtung Agios Theologos. 


Wir fahren zu der Küste, nach Agios Theologos runter, aber hier steht kein Dorf, nur eine einzige große Strandtaverne, vor der große Touristenbusse parken und das Restaurant ist bis zum Platzen voll. Ich mache paar Fotos von der wilden, mit Sandsteinfelsen getrennten Küste und wir fahren nochmal los, um Limnionas zu suchen. Diesmal mit Erfolg. Hier ist, auf der Kefalos Halbinsel, die Landschaft besonders schön, das Grün der Macchiabüsche bildet starken Kontrast mit dem Dunkelblau des Meeres. Man hat in alle Richtungen einen weiten Blick. Limnionas ist aber eine Enttäuschung. Dort gibt es auch nur eine große Taverne, und genauso viele Touristenbusse und volles Restaurant. Hier möchten wir auch nicht essen. In Kefalos sind die Buffets auch voll, wir fahren wieder zu der Küste runter, um dort was zu suchen. 

Schließlich finden wir eine sympatische Taverne in einer kleinen Bucht. Sie heißt Katerina und schaut so typisch griechisch aus: blau-weißes Idyll, Fischernetze hängen unter der Decke mit Muscheln drin...Die Speisekarte ist aber hier erneut eine Enttäuschung, alles ist nach englischem Geschmack gerichtet, ich würde am liebsten aufstehen und gehen. Aber wir sind hungrig und es gibt 1-2 Sachen, die man essen kann. So bestelle ich meinen Liebling: gegrillten Octopus und M. gegrillten Thunfisch. Schließlich sind es große Portionen und sehr lecker. Wir essen noch Tzatziki dazu und mit Getränken zahlen wir 28,60.  


Danach kehren wir zu der, als erstes gesehenen Bucht zurück, die Polemi oder Magic Beach heißt. Hier war so grobkörniger Sand. In der Mitte reihen sich Sonnenliegen und rechts und links ist alles frei. Wir legen uns neben die Liegen hin, da es dort auch Dusche gibt. Das Wasser ist kristallklar und wird sehr schnell tief. Der Sand fasziniert mich hier total, weil es viele durchsichtige, kristallähnliche, viereckige Körnchen darin sind, die in der Sonne wie tausende Diamantenstücke glänzen. Der Sand ist so wie Graupen, wenn man aufsteht und schüttelt sich einmal, dann fällt alles runter, klebt nicht so, wie der feine Sand. Oh, ich liebe es so sehr. Da schon die Zeit ziemlich weggegangen ist, können wir hier nur eine halbe Stunde bleiben und müssen uns schon auf den Heimweg machen. Der Wind ist stärker geworden und die Sonne hat keine Kraft mehr, wir frieren uns sehr auf dem Roller. Zum Schluß kaufen wir noch im Lidl ein, wo wir dann endgültig durchfrieren, da die Klimatisierung so stark ist. 

Polemi/Magic Beach





Als wir heimkommen, ist der Wind schon so stark, daß wir uns nicht mehr auf die Terasse raussetzen können. So spielen wir heute bei dem Küchentisch im Zimmer Karten. Ich ahne schon, daß wir bei solchem Wetter morgen bestimmt wieder keinen Schiffsausflug machen können. Ich mache mir ein bißchen Sorgen, wenn das Wetter so bleibt, dann werden wir die Nachbarinseln gar nicht besuchen können.  

Vierter Tag – 19. September 

Wir stehen um 8 Uhr auf und eine Stunde später fahren wir schon erneut Richtung Kefalos. Da es dort gestern weniger windig war, als wo anders auf der Insel, denken wir, daß wir dort noch was mit dem Tag anfangen können. Unterwegs schauen wir die Festung von Andimachia an, die groß und kaputt ist, eigentlich nichts Interessantes. Auf dem Roller ist es extrem schlimm wegen dem starken Wind. Wir sehen auf dieser Insel ganz viele Militärbasen, wir können damit nichts anfangen, wenn manchmal auf der Landstraße Feldwägen, Panzer entgegenkommen, schließlich ist doch kein Krieg hier!!?? Den von Mastichari bis Kamari liegenden Teil der Insel, Richtung Kefalos, bildet eine Sandsteinhochebene. Diese ist von tiefen Schluchten durchschnitten und in diesen Schluchten verstecken sich diese Militärbasen. Trotzdem daß wir wissen, daß hier Frieden ist, diese Militärmanöver zu sehen, macht eine innere Unruhe in uns.



Zuerst fahren wir zu der einen, der äußerst liegenden und am schwierigsten erreichbaren Bucht der Insel, zur Chiliandriou Bay. Wir müssen erst wieder nach Kefalos rauffahren und nach paar Kilometern erreichen wir einen großen Baum und darunter eine Quelle. Sofort danach zweigt die Straße Richtung Agios Theologos und Agios Ionninos Thymianos ab. Wir biegen jetzt hier nach links ab, d.h. zu dem verlassenen Kloster von Ag. Ioanninos, das von hier max. 4-5 km weit entfernt liegt. Es führt eine wilde, kurvenreiche Straße dahin. Die Landschaft ist atemberaubend hier. Bei den Klosterruinen und neuen Gebäuden steht eine gigantisch große Platane. Nur wir sind hier und paar Ziegen und wir haben einen weiten Blick über dem Blau des Meeres.  


Bodenmosaik von Kieselsteinen

Über dem Parkplatz beginnt eine Piste, die zur Cavo Paradise Beach führt, hier müssen wir weiter. Am Anfang ist es ein Erdweg mit großen Löchern drin, die mit Sand gefüllt sind und mit dem kleinen Roller ist es eine Qual da durchzukommen. Die Piste ist furchtbar, aber unser Roller (dank des guten Fahrers) besteht alle Hindernisse und zwar sind unsere Seelen ausgeschüttelt aus unseren Körpern, aber wir kommen doch zu dieser Küste an. Sie erstreckt sich unter steilen Felsen, ihr Sand ist rötlich-goldig und was traurig dabei ist, daß mehrere Quadratmeter vom rohen Öl davon bedeckt sind, was ganz bestimmt von einem Ölschiff stammt. Ich finde es eine der schlimmsten, von den Menschen verursachten Naturkatastrophen. Hier tobt besonders starker Wind und brennt die Sonne. Die Wellen sind groß, kaum gibt es hier Badende, nur paar nackige sonnende Pärchen. Die Küste ist schön zu fotografieren, aber es lohnt sich nicht durch so viel Qualen nur für paar Fotos oder für kurz baden hier herzufahren, wo es keinen Schatten und kein Buffet gibt. Wenn man schon hierher kommt, sollte man den ganzen Tag hier verbringen und was zum Essen mitbringen. Wir spazieren so weit an der Küste, bis ein Fels unseren Weg versperrt, so können wir nicht in die hintere Bucht.



Erdölflecken

Wir fahren in die Kefalos Bucht zurück um dort Mittag zu essen. In Kamari sind wieder die meisten Restaurants voll und stehen einige Touristenbusse davor. Schließlich finden wir eine große und freundliche Taverne, wo kein Mensch sitzt (es könnte auch ein schlechtes Zeichen sein, aber egal). Die Menüauswahl ist reichlich. Wir bestellen Tzatziki und ich Kleftiko (Lammkeule in Alufolie mit Ziegenkäse) und M. ein BBQ-Chicken. Alles ist lecker und ausgiebig, die Bedienung ist sehr freundlich und wir zahlen zum Schluß 19,90. 



Nachher fahren wir zu dem gestrigen Strand (Magic/Polemi Beach). Man muß erst auf einer furchtbaren Piste runterfahren. Direkt gegenüber sind die Schirme und Liegen und links ist die endlos lange, breite Küste, wo wir einige nackige sehen. Dahinter sind mächtige Sanddünen, dort gehen wir hin. Wir stellen unsere Strandmuschel zum Fuß einer Düne, aber sie bleibt leider nicht stehen. Der Wind lässt sie wegfliegen, wir müssen ständig nach großen Steinen suchen, um sie zu befestigen. Hier ist die FKK-Abteilung :-) aber ganz diskret, da hier der Platz so breit ist, kann jeder seine eigene Area genießen. Es sind nicht diese ekeligen Leute, die sich so gerne den anderen zeigen, sondern Familien mit Kindern, die sich nur mit sich selbst beschäftigen, hier guckt kein Mensch auf den anderen. Wir bleiben auch in der Deckung unseres Strandzeltes. Heute baden wir nur einmal, da es zu windig ist, und dann, wenn man aus dem Wasser rauskommt, friert man sich sehr. Gegen 17 Uhr packen wir zusammen und fahren nach Hause. Leider blieb uns heute auch nicht viel Zeit den Strand zu genießen. 


Auf dem Heimweg fahren wir erst zum Hafen Kos Stadt und kaufen die Tickets bei der Schiffsgesellschaft  Laumzis für morgen nach Nissiros. Nach Nissiros fährt nicht jeden Tag ein Schiff und jetzt können wir nicht mehr auf die Windstille warten, wird was wird, wir fahren morgen. 25 Euro kostet das Ticket pro Person hin und zurück. Wenn man zu dem Vulkankrater will, kann man gleich noch plus 5 Euro bezahlen und dann wird man direkt von dem Schiff mit einem Bus dahin gebracht. Wir kaufen noch paar Sachen in der Stadt und dann fahren wir heim. Auf dem Roller erfiriere ich mich total und warmes Wasser fließt seit Tagen nicht mehr aus der Dusche, ich koche Tütensuppe, daß uns wenigstens irgendwas von innen aufwärmt. Der Wind ist wieder so stark, daß wir nur im Zimmer sitzen können.



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Sind ja sehr schöne Strände die ihr gesehen habt, nur schade das es auch immer so windig war.

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  2. Hallo, da wir kommende Woche nach Kos fliegen, habe ich den Bericht aufmerksam gelesen? Können sie mir vielleicht eine Wegbeschreibung geben, wie nach zum Cavo Paradise Beach kommt?

    Vielen Dank

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    1. Hallo Stefan, wir Blogger duzen einander. :-) Ich kann es nach so viel Jahren leider nicht besser beschreiben, als hier oben im Bericht steht. Wir haben eine Landkarte auf der Insel gekauft und auf der war der Strand eingezeichnet. Welche Schotterpiste man nimmt, haben wir nur gerätselt und es hat geklappt. Ich beschrieb damals glaube ich ziemlich genau, wo man abbiegen muß. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, nur daran, daß man in 10-20 cm tiefen Sand eingesunken fahren musste. Bitte Bericht nochmal aufmerksam lesen, evtl. notieren. Güße: Andrea

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