Dienstag, 30. August 2011

Peloponnes 2010/2.

3. Tag, 12. Juni 2010 

Wir wollten heute früh aufstehen, damit wir auch früh zu der Voidokilia-Bucht ankommen ("Ochsenbäuchlein- Bucht"), aber wir stehen um 8 Uhr auf und wursteln so lang rum, daß wir dann doch zu spät losfahren. 
Nach Methoni führt ein wunderschöner Weg in einem, mit Olivenhainen vollen grünen Tal. Wir kommen erst um halb 11 in der Voidokilia-Bucht an. Es ist schon sehr heiß. Wir packen alles runter und ich nehme sofort eine Flasche Wasser, den Fotoapparat und die Mütze zu mir und gehe allein, entlang der endlosen halbkreisförmigen (besser gesagt: Ω-förmigen) Bucht in dem heißen Sand los. Jeder Schritt fällt schwer in dem Sand, da man tief reinsinkt, aber die Neugierde treibt mich an und da ich M. wieder nicht gern allein lasse, bzw. er lässt mich auch nicht gern allein auf den Berg, so beeile ich mich richtig, daß ich fast schon laufe, was mich natürlich in der Hizte und in dem Sand total fertig macht. Der Bogen der Bucht ist sehr lang, mir kommt es vor, als wenn von ihrem einen Ende bis zum anderen ewig laufen würde. Ich laufe wirklich schnell, aber es dauert so auch ca. eine viertel Stunde, bis ich an der anderen Seite ankomme. Dies alles für ein Foto, was ich mir so wünsche, die Bucht von oben, in ganzem zu sehen. 2005 waren wir hier an einem Nachmittag, es war unertragbar heiß und wir haben den Weg zu dem Hügel nicht gefunden. Seitdem haben mir paar Leute in einem Forum darüber erzählt, wie man da rauf kommt.

Voidokilia-Bucht



Ich muß erst über mächtige Sanddünen hochlaufen, ich will es schnell-schnell und renne, wie eine, die die Türken treiben. Dann komme ich zu einem buschigen Teil, wo ich erstmal nach Luft schnappe und keuche furchtbar. Hier warte ich ein bißchen, daß ich zu mir komme, mache paar Fotos, trinke und dann gehe ich über einen Trampelpfad weiter. Dann kommen die niedrigen stacheligen Büsche, die Macchia, und die Menschen haben zwischen diesen Büschen schon einen Pfad getrampelt. Hier muß ich mich weit vorne gebückt, zwischen dicken Wurzeln und Felsen stolpernd durchkämpfen. Zwischendurch muß ich immer überall hingucken, nicht daß ein Zweig mein Auge aussticht, oder nicht daß ich durch so ein großes Spinnennetz laufe, wovon hier hunderte sind und noch mächtigere Spinnen sitzen drinnen. Ich sehe aber nur mein Ziel in meinem Kopf vor mir und laufe ganz besessen weiter. Endlich komme ich keuchend, durchgeschwitzt zu dem Eingang der großen "Nestor-Höhle", aus deren Mund angenehm kühler Hauch (und unangenehmer Uringeruch) rauskommt. Ich stelle mich in den Schatten, in den Eingang der Höhle und warte ab, daß ich mich auspuste und nachher fotografiere ich die Landschaft in jede Richtung. Die Bucht ist von dort oben wunderschön, und ich kann es mir so schwierig vorstellen, wie die Natur so was ausbilden kann, so eine perfekte Form. Dann suche ich noch nach einem Pfad, welcher weiter nach oben, zu den Burgruinen führen würde, aber finde ihn nicht, bzw. man könnte über Felsen weiter klettern, aber dazu habe ich in der Hitze und allein keine Lust. 

Dir Burgruinen auf dem Fels und darunter der Eingang der Nestor-Höhle

Voidokilia-Bucht (und oben rechts eine fette Spinne)

Wenn man auf das untere Bild klickt und vergrößert es, dann sieht man in der Ferne, auf der gegenüber liegenden Küste der Bucht ein kleines rotes x, dort saß M. und wartete auf mich und ich habe meinen Weg mit einer roten Linie gezeichnet:


Als ich wieder unten bin, ziehe ich sofort meine mit Sand vollen Schuhe aus, und laufe bis zum Knie im Wasser stapfend zurück. Ich erzähle meine Erlebnisse M. und wir schwimmen hier in dem kristallklaren aber eiskalten Wasser viel.  

Gegen halb 2 fahren wir in Richtung Norden weiter. Wir schauen mehrere Strände und Buchten an. Die meisten Küsten sind felsig, wo man überhaupt nicht baden kann. Es gibt eine andere Bucht, die genauso, wie die Voidokilia aussieht, nur kleiner ist. Sie heißt Vromeneri und sie gefällt uns auch sehr, aber hier baden sehr viele Menschen. Ich mache nur Fotos und wir fahren weiter. 

Vromeneri:
Ein Schiffswrack

Wir sehen hinter dem Ort Marathopoli ein Schiffswrack. Dann finden wir in Ag. Kiriaki ein Restaurant mit den typischen blaukarierten Tischdecken, aber es ist total voll. Nachher sehen wir in Filiatra einen kleinen Eiffel-Turm (Kopie) und schließlich kommen wir in Kiparissia an, welche eine charakterlose Stadt ist, mit geraden Straßen, die viereckigen Wohnblöcke umfassen. Wir setzten uns am Hafen in eine Taverne. Hier sitzen viele Einheimische, die die Fußball-WM schauen. Wir essen Horiatiki, gegrillte Hühnchenbrust und Souvlaki. Alles ist lecker und die Portionen sind groß, wir können sie kaum aufessen, mit zwei Cola bezahlen wir 20 Euro. 

Danach fahren wir mit dem Auto zu der Burg rauf, sie ist aber keine richtige Burg mehr, nur ein Ruinenhaufen. Kein Mensch ist hier außer uns. Wir brauchen hier nicht viel Zeit, es ist absolut uninteressant und danach machen wir uns auf den Weg nach Hause. 



Nächtes Mal halten wir erst in Gialova an, und uns gefällt die Stimmung der Küstentavernenreihe, so setzen wir uns in ein Café, direkt am Wasser. Wir bestellen zwei Frappés (ich mit Eis drinnen = 5 Euro die beiden)   und genießen lang die Ruhe am Meer. In der Ferne sehen wir die weißen Häuser von Pylos. Wir haben hier eine tiefe innere Ruhe, wir sind beide sehr nachdenklich und fühlen es so, als ob die Zeit hier angehalten wäre. Wir unterhalten uns und überlegen den weiteren Urlaub mit M's Bein und wir nehmen es an, das Schicksal wollte es so, wir müssen damit leben können und lieber diese Ruhe genießen, als ständig darüber nachzudenken, was alles wir machen könnten, wenn sein Knie nicht kaputt wäre. 

Es wird schon halb 7, als wir wieder losfahren. Wir suchen in Pylos noch einen größeren Supermarkt und kaufen erneut Getränkvorräte ein. Um halb 8 sind wir daheim, wir duschen und lesen noch lang auf dem Balkon, wo ganz angenehme Abendtemperaturen sind.  

4. Tag, 13. Juni 2010

Wir schlafen nicht gut und früh morgens werden wir von den Kirchenglocken aufgeweckt. Für heute haben wir keinen bestimmten Plan, wir machen alles schön gemütlich und fahren gegen 10 Uhr los, paar Dörfer in der Nähe zu besuchen, aber wir finden dort nichts interessantes. Durch den Ort Kallithea kommen wir dann wieder zu der Küste, nach Agios Andreas runter, wo wir gerne was zum Mittag essen würden, aber wir finden keine sympatische Taverne hier. Heute ist der Himmel mit Schleierwolken bedeckt und es ist total schwül. Nachmittag zeigt das Thermometer des Autos 37° Grad. In Nea Koroni sehen wir auch nichts interessantes, so fahren wir nach Koroni zum Essen. Dort empfangen uns überraschungsmäßig total volle Tavernen, aber wirklich so, daß man nirgends einen Platz findet. Alles ist voll mit Griechen. Bestimmt, weil es Wochenende ist. Wir finden kaum einen Platz, und ihn auch nur im Innenraum einer Taverne, wo sich die Luft nicht bewegt. Es ist die selbe Taverne, wo wir vor paar Tagen draußen den Frappé getrunken haben. In der Hitze wünschen wir uns kein warmes Essen und keine große Portionen, deshalb bestellen wir lieber nur paar Vorspeisen. So essen wir Taramosalata (Fischrogencreme), Gavros (mini fritierte Sardellen) und Saganaki (panierter und fritierter Käse/oder Schafkäse). Die drei Kleinigkeiten reichen uns völlig und mit zwei Cola zahlen wir 17,20 Euro. 


Mit dem Essen zufrieden flüchteten wir dann schnell aus dem vollen und heißen Dorf zu seinem Strand.

Zana Beach

Der Strand hat weichen, feinen Sand und heute in der Hitze kann man es barfüßig überhaupt nicht ertragen, es brennt schmerzhaft. Das Wasser ist kristallklar und etwas wärmer, als wo anders bis jetzt war. Der Strand ist nicht zu voll, sind hauptsächlich Einheimische hier. Wir halten aber die Hitze nicht länger als 2 Stunden lang aus. Wir haben Sonnenschirm, aber der starke Wind dreht oder kippt ihn immer aus, wir wollen eine windgeschützte Bucht suchen. Der Wind macht unsere ganzen Sachen voll mit Sand. Ich mag lieber kieselige Strände. 

Wir fahren über furchtbare Schotterstraßen zu drei Buchten in der Umgebung runter, aber überall tobt starker Wind und sind große Wellen. Schließlich finden wir eine traumhaft schöne Bucht, die genau die winzigen Kiesel hat, wie ich es mag und ein Fels spendet natürlichen Schatten darüber. Das Wasser hat wunderschöne Farben. 
In Koroni bei einem Bäcker habe ich zwei riesige, mit Feta gefüllte Blätterteigtaschen (Tiropita?) gekauft, die wir hier auf dem schönen Strand verzehren und die schmecken wirklich sehr lecker. 

Es war die Bucht ohne Name

Der Strand besteht aus zwei Zwillingsbuchten, zu der hinteren kann man nur über Felsen rüberkommen, und es schafft M. auch irgendwie. Dort hinten ist es ganz ruhig, nur ein junges italienisches Paar ist noch dort außer uns, aber sie sind ewig weg zu schnorcheln. Wir können dir Ruhe und den wunderschönen Strand hier sehr gut genießen. Ich möchte gerne nochmal hierher zurückkommen, oder morgen den ganzen Tag hier baden. Wir bleiben bis 18 Uhr und fahren nach Hause. 

Wir duschen und machen uns gemütlich langsam fertig und gehen ins Dorf zu spazieren. Dort essen wir  Gyros, die sehr lecker gewürzt sind und später setzen wir uns in eine Bar, wo wir dann die Fußball-WM anschauen und dazu leckeres Eis essen. Heute weht der Wind stärker, als sonst, spät am Abend kühlt es schon ab. 

Finikounda:

Unter den zwei obersten Häusern stehen unsere 5 Bungalows:


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

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