Mittwoch, 31. August 2011

Peloponnes 2010/3.

5. Tag, 14. Juni 2010 

Unsere Unterkunft
Finikounda

Es ist unser letzter Tag in Finikounda, und sowieso die Verlängerung, da wir einen Tag länger geblieben sind, als was wir gebucht haben, da es uns hier so gut gefallen hat. 

Wir stehen um 9 Uhr auf, heute ist der Himmel bewölkt, aber trotzdem ist es eine höllische Hitze. Wir verzehren unser Frühstück ganz bequem, genießen (wie jedes Mal) das wunderbare Panorama von dem Balkon und packen unsere Sachen zum Baden zusammen. In den hier verbrachten fünf Tagen kommt nicht zum ersten Mal der Satz aus unserem Mund heraus: „Ich könnte hier leben!” Wir sind verliebt geworden in Finikounda! Es tut direkt weh, daß wir morgen weiterfahren. Wir überlegen auch das, daß wir vielleicht zum Schluß nochmal zurückkommen.  
Zuerst fahren wir nach Pylos um rumzuschauen und Mittag zu essen. Wir wollen die Burg anschauen, aber heute ist sie zu. Es ist Montag, und am Montag hat alles zu. Wir spazieren zuerst und dann setzen wir uns ins Gyrosbuffet, wo wir schon 2005 so zufrieden waren. In der hinteren Ecke des großen Hauptplatzes mit den Platanen steht dieses Buffet neben der Bank und der komischen Tankstelle, direkt an der Bushaltestelle. So setzen sich hier die Leute, die auf den Bus warten. Wir müssen uns innen hinsetzen, da draßen es laut und voll ist. Beide bestellen wir eine Gyrosplatte, und bekommen mächtige Portionen, die wir kaum essen können. Das Fleisch ist sehr lecker, ist knusprig gebraten und gut gewürzt. Eine Platte kostet 7 Euro. Wir werden total satt und gehen wieder ein bißchen um uns zu bewegen, als ein Auto uns anhupt. Es ist Zacharia mit seiner Mutter und sie winken lächelnd. Ich kaufe Obst in einem Laden unter den Arkaden. 



Jetzt will ich erwähnen die ca. 10 km lange Straßenstrecke zwischen Methoni und Finikounda. Die Straße wurde durch einen Sandsteinfels geschnitten. Links und rechts ragen hohe, orangefarbige Felswände auf, beide Straßenseiten sind mit bunten Oleandern geschmückt, die Straße selbst führt runter und rauf wie eine Achterbahn. Ich finde sie besonders interessant und wenn man von Finikounda nach Methoni fährt, dann kommen Momente, wenn man plötzlich einen Blick auf das dunkelblaue Meer oder auf Methonis Häuser in dem Morgenlicht kriegt, es sieht einfach fantastisch aus. 





Wir haben uns für den Strand Tsapi entschieden, den wir einmal schon angeschaut haben und dorthin führen  furchtbare Serpentinen herunter. In der Bucht sind wenig Menschen, das Wasser ist hier auch kristallklar und sehr kalt. Es wird leider windig, so hält unser Sonnenschirm nicht und in der starken Sonne halten wir nicht zu lang aus. So treibt der Wind uns leider frühzeitig weg. Bevor wir weggehen würden, setzen wir uns noch in die Strandtaverne für einen Frappé, der aber fast untrinkbar ist. Er ist zu dunkel, zu stark, zu bitter und wässerig, von Milch kann man keine Spurenelemente darin entdecken. 
Wir gehen heute ziemlich früh heim, nach dem Duschen bereite ich griechischen Salat zu. Ich kann ihn sehr gut machen, und wir lieben ihn ohne Ende. 


Wir gehen noch ein letztes Mal zu einem riesigen Spaziergang ins Dorf runter, dann sitzen wir noch lang auf dem Balkon. Es tut uns leid, daß wir morgen weiterfahren. 


6. Tag, 15. Juni 2010 

Ich stehe früh auf und hole frisches Brot von dem Bäcker. Wir haben bis jetzt meistens erst am Abend Brot gekauft und es war dann immer Restbrot von Morgen, was schon den ganzen Tag auf dem Regal gestanden ist und total ausgetrocknet und hart war. Ich komme innerhalb 10 Minuten zurück und wecke M. auf. Wir essen alles auf, was ohne Kühlung kaputt gehen würde. 

Der Himmel ist bewölkt, trotzdem ist es sehr heiß. Wir packen zusammen, verabschieden uns von Zacharia und fahren um 9:10 Uhr los und um 10 Uhr zeigt schon das Thermometer 35° Grad! 

Wir wissen, daß auf dem Mani es nicht viele großartige Einkaufsmöglichkeiten geben wird, deshalb kaufen wir im Lidl bei Kalamata alles für die nächsten Tage ein. Hier ist der Benzin 10 Cent billiger, so tanken wir auch das Auto voll. Wir kommen ziemlich schnell in Kardamyli an. Die Hitze wird unertragbar. Wir spazieren in dem hübschen Dorf eine Runde, aber nach 10 Minuten sind wir schon am Sterben von der Hitze und wir fahren lieber weiter. 2005 haben wir schon den Ort und auch seinen historischen Teil (Altdorf) angeschaut. 



Wir fahren gezielt nach Stoupa, dort wollen wir Unterkunft suchen, aber dort können wir nicht mal parken, überall sind Touristen, es gefällt uns nicht, der Ort ist überfüllt, lieber fahren wir weiter in den Nachbarort, Agios Nikolaos, wo ich recht nette Unterkünfte im Internet im Voraus ausgesucht habe. Zuerst verpassen wir die Abfarht und wir biegen in dem nächsten Dorf,  Ag. Dimitrios ab. Dann fahren wir über eine Küstenstraße nach  dem charmanten Agios Nikolaos zurück. 


Wir suchen die Skafidakia Villen, aber finden sie nicht, statt deren finden wir aber das Haupthaus des  Besitzers. Das Apartmenthaus sieht gut aus, wir wollen hier bleiben, wir läuten. Freundliche junge Frau macht die Tür auf und zeigt uns ein freies Zimmer. Sie spricht sehr gut englisch. Das Apartment ist perfekt, besteht von extra Schlaf- und Wohnraum, hat gut ausgerüstete Küche, nur das Bad ist winzig klein, aber für zwei Nächte stört es uns auch nicht. Eine Nacht kostet 40 Euro, bei mehreren Nächten 37 Euro/Nacht. Es gefällt uns so sehr, daß wir es sofort nehmen, versuchen nicht mal zu verhandeln. Wir nehmen es für zwei Nächte.  
Das Apartment befindet sich in einem landestypischen, schönen Natursteinhaus, in einem, mit Zitrusbäumen vollen Garten. Agios Nikolaos ist ein ganz kleines Dorf, mit einem mini Hafen, und hier ist auch das Zentrum, wo es paar Tavernen gibt und wo alle Einheimischen sitzen. 




Pausenlos läuft das Wasser von uns runter, wir leiden heute extrem unter der Hitze und wollen schnell zum Strand. Zuerst suchen wir ein Gyrosbüffet in Stoupa, wir finden aber keinen Parkplatz, wir müssen viel laufen und 10 Meter sind schon die Hölle in der Hitze. Stoupas Hauptstrand ist sehr schön, gefällt uns hier trotzdem nicht, weil es mit schneeweißen oder zu krebsrot gebrannten englischen Menschenmassen überfüllt ist. Schatten findet man hier nirgends. Wir fahren zu der nördlich liegenden Nebenbucht, Kalogria, welche auch voll ist, aber traumhaft schöne Wasserfarben hat. Wir bleiben hier, auf diesem von Zykaden lauten Traumstrand. Im Hintergrund stehen hohe karge Berge. 

Stoupa
Kalogria

Hier hören wir keine deutsche Sprache, nur englisch und italienisch. Es ist der erste Ort in Griechenland, wo wir unsere Wertsachen nicht an der Küste liegen lassen wagen, und deshalb nur abwechselnd ins Wasser gehen. 
Das Wasser ist unbeschreiblich klar und hat karibische Farben, ich genieße es so sehr, ich könnte stundenlang drin bleiben. Es ist hier überhaupt nicht kalt, sogar angenehm lauwarm. Ohne Touristen wäre es ein idyllischer Ort, aber auch mit den vielen Touristen ist es für uns der schönste Strand des Peloponnes. Die Küste ist feinsandig und alte, große Tamarisken spenden hinten Schatten, vorne kann man Liegen mit Schirmen mieten. Man kann hier auch Tretboot  mieten, und es gibt eine Bar und Taverne. Heute weht nicht mal eine Brise, die Luft bewegt sich nicht, so bleibt auch unser eigener Sonnenschirm stehen. Wir bleiben hier ganz bis Abend. 


Dann fahren wir heim, duschen und essen zum Abend die Früchte auf dem Balkon, die wir heute gekauft haben. Wir laufen eine Runde bis zum winzigen Hafen und zurück und dann fahren wir nach Stoupa einkaufen. Die Küche ist nicht nur gut ausgerüstet, sondern sehr sauber und steht für uns extra auch eine volle Flasche Abspülmittel und ein original eingepackter Schwamm da. Es gibt Küchentücher, Wasserkocher...alles. Ich mache Horiatiki, der ein bißchen zu viel wird, aber wir essen ihn trotzdem ganz auf. Die Besitzerin sagt uns Bescheid, daß an der Ecke neben dem Haus eine Wasserquelle ist, deren Wasser können wir auch trinken und sie empfehlt lieber es auch zum Obstwaschen, als aus der Leitung. Die Luft steht und es kühlt auch nicht in der Nacht ab. Wir sitzen noch um Mitternacht draußen und läuft das Wasser von uns runter. 


Das Schlafen geht hier überhaupt nicht. Es gibt zwar Klimaanlage, aber die vertrage ich nicht und ohne kann man fast ersticken in der Luftlosigkeit, die Fenster kann man wegen den Mücken nicht aufmachen. So leiden wir in der ganzen Nacht schlaflos von der Hitze.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Hört sich immer lustig an :"viele Touristen", dabei bist ja selbst Touri ;-) Weiß aber was du meinst.

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  2. Ja, ja, ich mag halt nicht, wenn wir wie Heringe in der Konservdose am Strand liegen. Dort braucht man auch ein bißchen Privatsphäre, ohne daß der Fuß eines anderes in deine Mund hängt. :-)

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