Freitag, 2. September 2011

Peloponnes 2010/4.

7. Tag, 16. Juni 2010

Direkt vor unserem Fenster ist eine Baustelle, von deren Krach  ich um 7 Uhr aufwache, habe insgesamt 3 Stunden geschlafen. Die Hitze wächst, heute kann man es schon in der früh nicht ertragen. Wir fahren heute gegen 10 Uhr ein bißchen lustlos zum Ausflug. Zuerst fahren wir nach Stoupa, da ich den Strand, welcher von dem Dorf südlich liegt, anschauen will, aber wir finden ihn nicht. Dann fahren wir durch Ag. Nikolaos auf dem Küstenweg Richtung Ag. Dimitrios. Dort in der Nähe befindet sich ein interessanter Felsenstrand, welchen man oft als Postkartenmotiv findet. Wir finden ihn leicht, aber ein normaler Pfad führt nicht darunter. Da M. es noch mit seinem Knie nicht kann, will ich nicht allein darunterklettern, weil wenn was passiert, dann weiß er nichts darüber. Es wäre schön gewesen unten auch paar Fotos zu machen, aber jetzt kann ich ihn nur von oben sehen und ich sehne mich sehr dort zu baden.  


Heute ist der Himmel wieder mit Schleierwolken bedeckt, es ist eine schwüle Hitze. Wir fahren nach Süden, M. ist total lustlos, er meint, wir waren hier schon vor 5 Jahren, warum sollten wir alles zweimal anschauen? Er möchte lieber zum Strand, ich sitze im Auto von der Hitze betäubt, irgendwie in einem Nebel und kriege kaum was von der äußeren Welt mit. Ich gebe zu, in dieser afrikanischen Hitze sehne ich mich auch nach dem Strand von Kalogria. 

Wir halten in Langkada für paar Fotos an, das Dorf hat eine besonders schöne Lage .





Limeni:


Wir wollten die Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou besuchen, die wir vor 5 Jahren auch ausgelassen haben, und jetzt sind wir hier, und haben zu nichts Lust. Wir fahren einfach ziellos nach Süden bis wir zum  Mezopas ankommen, wo ich die Küste 2005 unbedingt anschauen wollte, aber damals hat uns in der Nähe ein furchtbares Gewitter erreicht und wir konnten über den Schotterpisten nicht weiterfahren. Die felsigen Steilküsten sind wunderschön, das Wasser ist kristallklar, lockt uns in der Hitze zum Baden, aber wir wollen nachher von dem Salz nicht kleben. Lieber wollen wir noch paar Sachen anschauen und dann zum Schluß zu einem Strand fahren. Wir laufen um das Dorf herum und finden einige alte Kirchenruinen. Die Landschaft ist atemberaubend schön, oberhalb der Felsen auf einer kleinen felsigen Ebene verstecken sich zwischen Olivenbäumen die Ruinen. Überall wächst duftiger Thymian und die Zykaden schreien ganz laut. Wenn man es wagt, sich an den Rand des Felses zu stellen, welcher als senkrechte Mauer in die Tiefe fällt, und guckt man auf die wunderschönen Farben des Meeres, dann kann man von dem Blick nicht satt werden. Die Hitze saugt unsere Kräfte aus, wir fühlen uns so, als eine, seit Tagen nicht gegossene Topfblume. 

Mezopas






Wir fahren dann nach Gerolimenas, dort hat es uns 2005 auch sehr gut gefallen, wir wollen spazieren und hier mittagessen, aber wir halten hier die Hitze von 41° Grad nicht mehr aus. Wir schleppen uns als Halbtote in der Sonne rum und kaufen letztendlich nur zwei Eiscreme, die wir in dem Schatten eines mächtigen Eukalyptusbaumes verzehren und dann geben wir es auf, heute geht es nicht weiter, wir wollen zurück und baden. Wir sind hungrig, so kehren wir auf dem Rückweg in Areopoli ein, dort haben wir 2005 Gyros gegessen, aber jetzt ist hier alles zu. Wir können langsam nicht mehr wahrnehmen, was mit uns überhaupt passiert, wir fühlen uns, wie Geister, die in dieser Backofenhitze auf den Straßen schwindelig, wir besoffene bummeln. Im Auto beherrscht mich während Sekunden eine wahnsinnig starke Müdigkeit und ich schlafe immer wieder ein.

Gerolimenas


Gegen halb 3 kommen wir zum Kalogria an und setzen uns in die Strandtaverne. Wir sind sehr hungrig und die Bedienung ist extrem langsam, wir sitzen dort wie die Hypnotisierten. Wir essen Auberginienpaste, fritierte Zucchini, und Fisch. Alles ist ausgiebig und lecker. Mit zwei Cola bezahlen wir  19 Euro. 

Dann bleiben wir bis 19 Uhr am Strand und wir kommen kaum aus dem Wasser raus. Auf dem Weg nach Hause kaufen wir Gemüse und ich mache wieder einen großen Teller Horiatiki. Der Fetakäse ist göttlich lecker. 


8. Tag, 17. Juni 2010

Wir stehen um halb 9 auf und packen ganz bequem zusammen. Wir planen für heute nichts großartiges, wir wollen einfach die Halbinsel quer durchfahren und auf der anderen Seite, wo unsere nächste Unterkunft wird, baden. Als wir fertig sind und läuten bei der Besitzerin, kommt ihr 10-jähriger Sohn raus, und sagt mit gutem Englisch, daß seine Mutter nicht daheim ist. Wir wollen bei ihm zahlen, aber er darf es nicht machen und er erreicht seine Mama per Handy auch nicht. Er lädt uns in die Wohnung ein und bietet uns eiskaltes Quellwasser an. Sehr höflich. Schließlich erreicht er seine Mutter, die in zehn Minuten kommt. Wir bezahlen die zwei Nächte und unterhalten uns noch lange über das Leben hier. Sie erzählt, daß ihr Mann sich mit Oliven- und Honigproduktion beschäftigt. Sie würde sich freuen, wenn später ihr größerer Sohn die Apartments übernehmen würde, der kleine Sohn will den Oliven- und Honiganbau von seinem Vater übernehmen. Er ist fleißig und  hilft jetzt schon in jedem langen Sommerferien seinem Vater. Schließlich verabschieden wir uns und versprechen es ihr, daß wir eine E-mail schreiben werden, wie uns Elafonissos gefallen hat, den sie für den aller schönsten Ort Griechenlands hält. Es war sehr angenehm und interessant für einen kurzen Moment in das Alltagsleben einer griechischen Familie einzublicken. 

Normalerweise ärgert solche Zeitverschwendung uns total, aber jetzt nicht. Wir fahren um 10:20 Uhr los und entscheiden uns so, daß wir doch bis zur Südspitze des Manis runterfahren. Bis Vathia halten wir nicht an und wir bummeln zwischen den Ruinen des mysteriösen Dörfes. Heute ist es auch nicht kühler als gestern, aber die heutige Hitze ist anders, der Himmel ist blau, man fühlt nicht diese erdrückende schwüle Luft, wie in den letzten zwei Tagen, es ist irgendwie trockenere Hitze, genauso 40° Grad, aber doch besser zu ertragen. 




Wir sind langsam hungrig und in der Nähe gibt es nur ein Dorf, Porto Kagio, mit seiner wunderschönen Lage. Wir voten für ein Mittagessen dort. Hier gibt es 4-5 Tavernen, und ist die letzte die sympatischste. Vor uns sitzt ein alter Grieche auf einem Plastikstuhl im Meer, echt lustiger Anblick.

Porto Kagio


Hier könnte ich ewig die Geschichte erzählen, wie wir in diesem Restaurant verarscht wurden, aber ich schreibe nur in Stichwörtern drüber. Auf der Menükarte stehen nur Fische, was kein Problem ist, da wir alles aus dem Meer mögen. Ich bestelle gegrillten Octopus und M. möchte Schwertfisch, aber er ist aus, er darf mitgehen und was anderes aus dem Kühlschrank auswählen. Na, ja, es gibt nur Dorade, was auch kein Problem wäre, aber die sind wirklich amöbenklein. :-) Alles geht nach Gramm. Nach langer Warterei kommt erst mein Octopus, was nur ein einziger Arm des guten Tieres ist, schwarz und hart gebrannt für 11 Euro - der selbe bei uns zu Hause bei dem Griechen besteht von 5-6 Armen und kostet nur 9 Euro! M's zwei Minidoraden kommen viel später, als ich meinen Octopus schon lange gegessen habe und mit, von Hunger klopfenden Augen starre ich seine Fische an. Die zwei Doraden (natürlich mit Kopf) waren 400 g ca. für 16 Euro, was wirklich eine Schweinerei ist, da wir auf Teneriffa diese Fische, bzw. Dorade Grande, die viel größer sind, 1 kg für 2-3 Euro kaufen!! Dazu kommt noch ein absolut geschmackloser Tomatensalat von unreifen Tomaten (3 Euro) und eine Portion Pommes (auch 3 Euro). Mit zwei Getränken zahlen wir zum Schluß 38,40 (mit Trinkgeld 40) Euro und bleiben furchtbar hungrig und enttäuscht.
Die Frau, die uns bedient kann nicht ganz normal sein, sie stellt sich immer hinter uns und guckt ständig in unsere Teller und dreht und flattert wild ihre Kombostini. Als sie sieht, daß wir fast fertig sind, nimmt sie das übrige Brot und tunkt es ins Öl von dem Tomatensalat und klettert neben mir auf die Steinmauer und wirft es für die bettelnden Katzen runter. Später macht sie das selbe mit den Fischresten. Wir sind hier total empört über die ganze Szene.

Mein ärmliches Mittagessen

Um 2 Uhr fahren wir weiter, jetzt haben wir keine Lust mehr auf den Kap Tenaro rauszulaufen, wir nehmen auf dem möglichst kürzesten Weg Githio ins Ziel. Unterwegs halten wir oft zum Fotografieren an, so vergeht die Zeit sehr schnell. Wir schauen die schönen Badebuchten von Skoutari an, die Umgebung mit den Ruinen der kleinen alten Kapelle, die Oleanders und das kristallklare Wasser gefallen mir sehr. Zu diesem Strand will ich noch unbedingt zurück. Viele Unterkünfte stehen hier, aber die meisten verlassen, leer. Ich würde ganz gerne hier blieben, aber wir haben schon Mavrovouni im Voraus ausgewählt und wollen uns dazu halten. 

Skoutari


Noch 19 km sind vor uns und wir kommen in Mavrovouni an. Wir fahren dort sofort auf die Küstenstraße runter (Schotterpiste). Dort stehen die zahlreichen Unterkünfte, so viele, daß man gar nicht wählen kann. Ist aber nirgendwo ein Mensch zu sehen, bei wem man nachfragen könnte. Wir suchen gezielt, ein Apartment, wo schon unsere Bekannten im vorigen Jahr waren, aber der Anblick der Küste nimmt meine letzte Lust auch weg, hier gefällt es mir überhaupt nicht. Wir wollen eigentlich sofort zurück nach Skoutari, aber weil wir die Nähe einer größeren Stadt uns wünschen, wo wir abends bummeln können, haben wir keine Lust mehr weiter zu suchen, wir gehen darein, wo meine Freundin schon gewohnt hat. 



Wir läuten bei der unteren Wohnung, eine sehr unsympathische Frau öffnet die Tür und redet mit uns in solchem Stil, als wenn sie gar kein Interesse daran hätte, ob wir hier bleiben oder nicht. Sie zeigt uns ein Zimmer, es gefällt uns, sie sagt 45 Euro. Unsere Bekannten waren hier für 30, ja in Nachsaison, aber wir sind eben in Vorsaison. Sie will nicht von dem Preis weglassen und nach einer Diskussion sagt sie total uninteressiert, 40 ist ihr letztes Angebot, sonst können wir gehen. Natürlich davor hat sie es noch gefragt, woher wir kommen. Deutschland bedeutet immer einen hohen Preis, Ungarn wäre schon besser. Wir nehmen es für 40 für zwei Nächte. Die Küchenzeile besteht aus zwei Elektroplatten, aus einem Minikühlschrank und von zwei Tellern, Gläsern, einem Topf...katastrophal. 
Wir tragen alles auf den zweiten Stock hoch. M. kann noch schwierig Treppen laufen und dabei noch weniger Koffer schleppen, so schleppe ich alles größeres allein hoch und er die kleineren Sachen. 

Wir sind zum Schluß tot geschwitzt und gehen sofort zum Strand, dem Haus gegenüber runter. Ich mag diesen Strand nicht. Nach drei Schritten ist man bis zum Hals im Wasser und es wellt sehr wild, wenn man schwimmt, dann ist man innerhalb paar Minuten ganz wo anders und muß an der Küste zurückspazieren. Wir bleiben nur eine halbe Stunde und unsere Sehlen sehnen sich nach Skoutari.  Der Wind ist so stark hier, daß wir nichts an der Küste liegen lassen können, da es sofort wegfliegt. 

Nach dem Duschen fahren wir nach Githio. Zuerst spazieren wir in dem charmanten Dorf und dann setzen wir uns zu einem Grillbuffet zum Abendessen. Wir kriegen mächtig große Portionen Gyros, daß wir es kaum essen können, aber hier ist es bis jetzt am besten gewürzt. Der Kellner ist sehr freundlich und höflich, es ist sehr angenehm draußen auf dem Hauptplatz zu sitzen. Wir zahlen mit Getränken 16 Euro und sind sehr zufrieden und satt. Dann spazieren wir erneut eine ganz große Runde. Das einzige Negativum ist, daß der Müll überall in Bergen liegt und wahnsinnig stinkt, da die Müllabfuhr streikt. 







Wir kommen um halb 10 nach Hause und sitzen noch lang auf dem Balkon.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Schon blöde wenn man möchte und aus gesundheitlichen Gründen nicht kann.

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