Montag, 5. September 2011

Peloponnes 2010/5.

9. Tag, 18. Juni 2010

Wir schlafen beim offenem Fenster (mit Mückennetz) sehr gut, und wir werden in der früh wach, daß die Sonne direkt auf das Bett reinscheint. Auf dem Balkon gibt es leider keinen Schatten und die Sonne brennt schon in der früh kräftig, wir jammern nur beim Frühstück. 

die Müllberge von Githio

Nach 10 Uhr fahren wir nach Ghitio und schauen erst die kleine Insel mit dem Leuchtturm und mit der Kapelle an. Danach fahren wir zu einer nahliegenden Bucht, wo das Wrack eines gestrandeten Schiffes, namens Dimitrios, zu sehen ist. Wir baden hier nicht, nur machen paar Fotos von der Küste und von dem Schiff. 

Githio



Schiffswrack "Dimitrios"



Nachher fahren wir nach Githio zurück, da wir schon hungrig sind, wir möchten dort einen Pitagyros holen, wo wir gestern abendgegessen haben. Aber das Buffet öffnet sich erst gerade und das Gyrosfleisch wird erst jetzt auf den Spieß aufgezogen, es dauert ca. noch eine 3/4 Stunde, daß wir Gyros essen können. Wir spazieren solang, und dann setzen wir uns in den klimatisierten Innenraum des Restaurants. Der Gyros ist wieder göttlich und da wir heute die ersten Kunden sind und die äußerste Schicht des Fleisches kriegen, ist es noch intensiver gewürzt, als es gestern war. Sehr lecker und mit zwei Dosengetränken bezahlen wir 6,80 dafür. Ich kaufe noch bei dem Bäcker zwei, mit Feta gefüllte Blätterteigtaschen und wir fahren zu dem Strand von Skoutari. Dort empfängt uns leider starker Wind und Wellengang, so müssen wir nach Baumschatten suchen, da unser Schirm in dem Wind wieder nicht stehen bleibt. Wir ziehen in die hinterste kleinste Bucht. Direkt darüber sind zahlreiche Apartments, die wunderschöne Lage haben, ich würde lieber hier wohnen, aber wir fahren morgen sowieso weiter. Wir baden hier paar Stunden und fahren nach Hause. 

Skoutari

Unser Abendessen ist Horiatiki, mit dem wir sehr gut satt werden und spielen noch bis Mitternacht Kniffel.  

Am Abend gehe ich zu der Besitzerin runter um das Zimmer zu bezahlen, nicht daß sie morgen früh nicht daheim ist (wie die vorherige) und wir warten müssen. Die Hitzewelle dauert noch immer an, seit 4-5 Tagen ist dauerhaft 40 Grad. 

10. Tag, 19. Juni 2010

Wir stehen um 8 Uhr auf und fahren um 10 Uhr los. Bei Githio tanken wir und dann begleiten uns endlose Orangenhaine, deren Bäume unter dem Gewicht von tausenden Früchten fast abbrechen und oft bis zum Boden runterhängen. In dem Ort, Skala finden wir einen Lidl, dort kaufen wir genügend Sachen für die nächsten zwei Tage für Elafonissos ein. Ich nehme hier paar Orangen von dem Baum neben dem Parkplatz, zu probieren. 

Richtung Neapoli wird unsere Fahrt sehr langweilig, die Landschaft kann uns nichts schönes zeigen und die endlose, kurvenreiche, halbgeteerte, furchtbare Straße nervt uns nach einer Zeit. Bevor wir auf Elafonissos rüberfahren, wollen wir noch ein bißchen auf der Südspitze der Halbinsel herumschauen. Wir halten in Neapoli an, es wäre schön Pitagyros zum Mittagessen zu finden, aber wie immer, das Fleisch wird erst auf den Spieß gezogen. So fahren wir nach Süden weiter, aber bald hört die geteerte Straße auf und kommen fürchterliche Schotterpisten. Wir haben nicht zu viel Lust in der Mittagshitze, hungrig hier zu watscheln. Wir schauen die zwei Minidörfer: Zovolo und Limni an und dann fahren wir nach Neapoli zurück, der Gyros muß schon fertig sein. :-) Ist dann auch fertig und kostet nur 1,30. Wir essen die und dann fahren wir schon direkt zum Fährhafen, nach Vinglafia. Von dem Hügel sieht man schon Elafonissos und die zwischen ihn und dem Festland ziehende Meeresenge, wo das Wasser besonders helle, karibische Farben hat. 

Zovolo

Gerade ist keine Fähre da, aber sie fährt pro halbe Stunde. Bis sie kommt, sammele ich Muscheln an der Küste, es sind tausende davon. Starker Wind peitscht das Meer. Wir fahren mit der Fähre um 15 Uhr auf die winzige Insel rüber. Die Fahrt kostet für uns beide und für das Auto 12,40 Euro. Wir müssen auf die Fähre mit dem Heck rückwärts rauffahren (es ist besser im Voraus zu wissen, weil man dann schon so wartet und muß sich nicht auf dem schmalen Molo mit Wenden verrückt machen). Da die Fahrt sehr kurz ist, erlaube ich mir nur 2 Minuten nach rechts und andere zwei nach links rauszuschauen. Von der einen Seite sieht man Elafonissos, von der anderen das Festland und dazwischen überall diese fabelhaften Wasserfarben. 

So warten die Autos auf die Fähre:
Krsitalklares helles Wasser:

Hipp-hopp sind wir schon angekommen. Als wir runterfahren, finden wir sofort das Apartmentshaus Estella, wo schon mehrere von meinen Bekannten gewohnt haben und es so gelobt haben, deshalb versuchen wir erst dort ein preisgünstiges Studio zu bekommen. Ganz ehrlich gefällt uns diese Unterkunft gar nicht, da sie so winzige Balkone hat, daß "einem sein Fuß dann fast in den Nachbars Mund rüberhängt". Außerdem haben die Balkone keinen Sonnenschutz und aus dem Boden ausstehende ca. 5 m lange Stahldrähte machen das Gesamtbild zu furchtbar häßlich. Wir fragen trotzdem nach. Das Mädchen telefoniert ewig und hat kein Interesse, daß wir dort stehen und warten. Wir möchten Zimmer irgendwo oben (wegen dem Blick), sie hat aber nur im Ergeschoß. Sie will 50 Euro dafür. Da wir grundsätzlich nie mehr als 40 ausgeben wollen für eine Nacht und auf keinen Fall im Erdgeschoß wohnen wollen, fangen wir nicht mal zu verhandeln an, wir gehen weiter, es gibt hier genügend Unterkünfte zur Auswahl. 

Wir fahren entlang des Hafens, Richtung der Miniinsel mit der Kirche und dann biegen wir links ab und fahren weiter, wo es dann viel ruhiger ist und auch ein kleiner sandiger Strand liegt dort. Hier gibt es total viele, neue, schöne Apartmenthäuser, aber alle sind geschlossen, ausgestorben, wir finden keinen Ansprechpartner, wo wir nachfragen könnten. Schließlich bei einem kommt eine junge Frau raus, ich sage, was wir suchen, sie spricht nicht englisch, aber zeigt uns trotzdem sofort ein geräumiges Apartment im Ergeschoß. Es ist wunderschön eingerischtet, aber stinkt sehr stark nach Kanalgeruch und dunkel ist es auch, ich will Zimmer mit Küche oben. Sie tippt 30 in ihr Handy ein und zeigt es uns. Superpreis aber ich lasse nicht davon ab, ich will Blick von oben auf den Hafen. Sie telefoniert erst und dann zeigt sie es uns mit Füßen und Händen, daß sie auch ein anderes Haus am Hafen haben, und es ist ihr Sohn, Panagiotis, sie setzt das ca. 11-jährige Kind einfach zu uns ins Auto, damit er uns den Weg zeigt. Ich weiß nicht warum, aber ich bin schon ganz sicher, es wird die Unterkunft sein, wo eine meiner Freundinnen im vorigem Herbst war. Und ja, das Kind lässt und genau vor dem, von V's Fotos erkannten Haus („Anatoli rooms”) anhalten. Panagiotis ruft seinen Vater, der Giannis heißt und hat ähnliche Gesichtszüge wie Stallone. Der fleißige Vater ist in seinem Gyrosbuffet geschäftig und läuft mit uns schnell rauf, das Zimmer zu zeigen. Er ist total durchgeschwitzt, was kein Wunder ist, bei der Arbeit in 40 Grad in einer Küche, wo innen auch 60 sein kann. Der Mann macht einen sehr positiven, ehrlichen, freundlichen Eindruck auf uns und er spricht mittelmäßig englisch. Das Zimmer gefällt mir sehr gut, zwar ist es klein, aber wunderschön eingerichtet. M. will es nicht nehmen, da zu klein ist und weil direkt auf die Hafenpromenade rausschaut und er meint, es wird hier zu laut. Aber ich bestehe darauf und schnell, bevor noch M. was sagen kann, sage ich Giannis, wir nehmen es. Es kostet 30 Euro/Nacht.




Im Zimmer ist eine unertragbare Saunahitze. Das Haus steht dort, wie eine Schachtel, die Sonne brennt seine Wände von jeder Seite und von unten heizt die Taverne mit ihrer Küche. Das Zimmer ist modern eingerichtet, es gibt auch eine mini Küchenzeile, Mückennetze, Klimaanlage. Hinten und auch vorne gibt es Balkone, der vordere schaut auf den hübschen Fischerhafen.


Wir packen nur die wichtigsten Sachen aus und fahren sofort zum Simos Beach. Das Meer ist hier wunderschön und lockt mich rein, aber ich will erst Fotos von dem Hügel machen, so laufe ich dorthin und schleppe mich in der Hitze hoch. Es lohnte sich aber, ich mache schöne Bilder und sehe auch die andere Seite des Strandes, was man von unten nicht sieht. M. ist während der ganzen Zeit im Wasser und ich werfe mich auch darein. Ich genieße diese helle karibische Farben, das lauwarme Wasser, den weichen, fast weißen Sand. 

Von dem Hügel, die beiden Seiten des Simos Beaches


Ein (Fledermaus?) Skelett auf dem Hügel

Wir bleiben nur eine Stunde, da wir morgen sowieso den ganzen Tag hier verbringen wollen, und jetzt möchte ich noch beim Tageslicht das Dorf anschauen. Wir fahren zurück und duschen und dann spazieren wir in dem mini Dorf. 


Nachher setzen wir uns vor der kleinen Kircheninsel in eine Taverne, direkt neben den sich wiegenden bunten Fischerbooten. Die Luft hat abgekühlt, ich friere mich ein bißchen. Auf dem kleinen Kircheninselchen wird gerade eine Hochzeit vorbereitet, der Weg wird mit Fackeln flankiert. Romantisch. Das Abendessen ist aber weniger romantisch. M. bestellt irgendwas mit Kalbfleisch, und ich Nudeln mit Octopus. Die Portionen sind klein und die Geschmäcker nicht gut, dagegen aber alles schön teuer, wir zahlen zum Schluß 27 Euro! Heute Abend bläst kalter Wind, was ungewöhnlich ist. Die Insel ist voll. Wahrscheinlich kommen für das Wochenende Einheimische von dem Festland rüber und überfüllen alles.


Nach dem Abendessen gehen wir heim und setzen uns auf den Balkon, welcher über dem Hafen ist. Es ist, wie ein live Kino. Echt interessant stundenlang die fließenden Menschenmassen auf der Straße zu beobachten, wer sich wie anzieht und sich benimmt. Der Chef, Giannis ist sehr fleißig, er rennt ständig zwischen den Tischen. Sein Sohn hilft auch an dem ganzen Abend ihm mit, ca. bis 23 Uhr! Dafür darf er die Trinkgelder einstecken.  

Ich schäle eine von den Orangen, die ich unterwegs gepflückt habe. Sie ist lecker und saftig. Wir können einfach mit dem Kinoschauen nicht aufhören, es hat eine ganz eigenartige Stimmung hier zu sitzen, wir genießen es sehr. Nur gegen Mitternacht werden auf der Straße weniger Menschen, aber noch immer genug dazu, daß es laut ist. Die Tavernen räumen ihre Tischen zusammen, dann kann man sehen, daß die Hafenpromenade mit Linien aufgeteilt ist, wo wer seine Tische hinstellen kann.  

Schlafen ist hier unmöglich. Das Mückennetz vor der Tür, welche Richtung Meer sieht, ist zerrissen, doch der Wind weht von der Richtung. Bei der hinteren Balkontür ist ein Netz, deshalb mache ich die auf, aber so hören wir bis 4 Uhr in der früh die laute Musik von den Bars, die hier in der Nähe sind. Dann mache ich doch die Tür auf der Hafenseite auf, dann stechen uns die Mücken, die Klimaanlage ist direkt über mir, die ertrage ich nicht. Wir leiden und schlafen kaum was.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

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