Mittwoch, 7. September 2011

Peloponnes 2010/6.

11. Tag, 20. Juni 2010

Trotz der Unruhe in der Nacht, mag ich hier sein, und würde ich gerne noch länger bleiben. Wir überlegen, daß wir noch einen Tag ranhängen. 
In der früh scheint die Sonne genau so stark auf den Balkon, daß man dort die Hitze nicht aushalten kann. Wir frühstücken auf dem hinteren kleinen Balkon. Wir ziehen die Zeit lang, und als wir zu dem Strand losfahren wollen, traurig erfahren wir es, daß der Himmel innerhalb der kürzesten Zeit total bewölkt geworden ist. Wir fahren erst zu dem anderen bekannten Strand der Insel, aber hier steigen wir nicht mal aus dem Auto, da es so sehr windig ist. Dann fahren wir zum Simos, aber dort sind heute auch ganz große Wellen und man regt sich wegen dem Sand auf, der sofort zwischen unseren Zähnen knirscht. Wir sind sehr enttäuscht, baden kann man hier heute nicht und diese Insel ist aber nur von seinem Simos Strand bekannt. Wir fahren zur Unterkunft zurück. Die Fischer räumen ihre Netze noch bis zum Mittag auf. Wir entschließen uns, daß wir so lang da bleiben, bis Giannis's erster Gyros fertig wird und dann nehmen wir es ins Zimmer mit und nach dem Essen machen wir einen erneuten Versuch mit dem Strand.  




Wir müssen anderthalb Stunden warten bis der erste Gyros fertig wird, und dann essen wir auf dem Balkon die großen, aber ziemlich geschmacklosen Gyros. Die Wolken ziehen weiter nur der Wind ist noch stark, aber es gibt Hoffnung für das Baden. Wir bezahlen mit den zwei Gyros auch das Zimmer für zwei Nächte, wir bleiben nicht länger. Mit vollen Bäuchen fahren wir erneut zum Simos Beach. Wir bleiben lang in dem welligen Wasser, da es die einzige Alternative ist, sonst draußen würden wir schnell zu Sandmumien. Einmal bleibe ich 15 Minuten liegen und dann schaue ich aus, als ich paniert wäre. :D 




Gegen 17 Uhr sind wir schon wieder in unserem Zimmer, faulenzen und lesen. Um 8 Uhr gehen wir zum Giannis runter und essen bei ihm zu Abend. Die Gyros- und Souvlaki Teller sind mächtig und wir essen dazu noch Horiatiki. Mit zwei Getränken bezahlen wir 17 Euro. Nachher spazieren wir noch und sitzen wieder sehr lang auf dem Balkon. Aber heute ist das einzige Dorf auf der Insel ausgestorben. Unglaubich, nach dem gestrigen Abendleben. 

12. Tag, 21. Juni 2010

Wir stehen um 6:45 Uhr auf, damit wir bequem Zeit zum frühstücken und zusammenpacken haben. Dann verlassen wir die Insel mit der Fähre um 8:30 Uhr. Danach überqueren wir die Berge der Lakonien-Halbinsel und sehen dabei wunderschöne Landschaften. Kurz vor 10 Uhr sind wir schon auf der anderen Seite der Halbinsel, bei Monemvasia. Trotz der frühen Uhrzeit schlängeln sich schon die parkenden Autos kilometerlang vor dem Eingang der alten Festungsstadt, daß wir kaum noch einen Platz kriegen.  

Monemvasia




Glühende Luft steigt aus dem Asphalt auf, als wir die paar hundert Meter zu dem Eingang des Städtchens hinter uns lassen. Es gefällt uns sehr gut hier, aber wenn wir damit gerechnet hätten, daß es heute doch so heiß wird, wären wir lieber doch noch einen Tag auf Elafonissos geblieben. Wir verbringen hier anderthalb Stunden in der großen Hitze. Wenn M's Knie schon gut wäre, dann würden wir zu der oberen Festung raufklettern, aber allein will ich nicht. Sein Knie ist schon viel besser, als es vor 10 Tagen war, aber irgendwo hochklettern wäre noch zu gefährlich. 





Kurz nach 11 Uhr setzen wir uns wieder ins Auto und fahren weiter nach Norden, entlang der Ostküste. Die Landschaft wird immer grüner und schöner, ab und zu sehen wir fjordähnliche Buchten. Wir halten in Limani Geraka an, es ist ein winziges Dorf, an einer solchen Fjordbucht. Das Meer kommt hier weit ins Festland rein und zum Schluß bildet es einen runden See, in dessen Mitte eine kleine Insel steht. Als wenn wir plötzlich ganz wo anders wären, aber nicht in Griechenland. Das malerische, charmante und unendlich ruhige Dorf erinnert mich an Solta in Kroatien. 


Limani Geraka


Die hohen Berge sind ganz grün, die Straßen sind mit alten Olivenbäumen flankiert, deren löcherige Stämme  sich wie verrückte Würgeschlangen winden. Sie erinnern mich stark an Korfus Oliven, dort sind solche, und hier auf dem Peloponnes haben wir bis jetzt nur ganz kleine schwache Bäume gesehen. Wir biegen auf eine Nebenstraße ab, welche zu dem Kloster Evangelistra führt. Wir lassen uns auf dem furchtbaren Schotterweg 7 km lang schütteln und das Kloster ist für Besucher leider zu. Aber schon wegen der wunderschönen Landschaft lohnte es sich hierher zu fahren. Unter den grünen Hängen erstreckt sich das dunkelblaue Meer, man hört nur die lauten Zykaden, man atmet die Düfte hunderter wild wachsender Gewürze ein, und man sieht überall diese mystischen Olivenbäumen. Als jeder ein Gesicht hätte und irgendwas uns erzählen wollte. Ich genieße diese Ruhe und diese wunderbare Harmonie. 





Die Zeit vergeht aber schnell und wir sind noch sehr weit von unserem heutigen Ziel. Unsere Mägen knurren schon laut und wir müssen einsehen, daß wir heute nicht mehr die Dörfer dieser Umgebung aufsuchen können, wir müssen die noch geplanten Orte: Ormos Kiparissiou, Mitropoli und Fokiano auslassen. 

Wir fühlen so, daß unsere Reise durch die Berge - wo keine Dörfer sind, wo oft mehrere Kilometer lang nur furchtbare, steinige Straßen führen, wo nur Militärjagdflugzeuge direkt über uns wegfliegen - so endlos ist und wir denken, wir fahren langsam von den Landkarten runter. Den ganzen Tag kommt uns kein einziges Auto entgegen! Wir sind wirklich hier am Weltende und fühlen uns verlassen, hungrig und langsam verzweifelt, ob wir jemals zum bewohnten Gebiet kommen. Wir haben nur paar Kekse und 2-3 Orangen, von denen, die ich vor paar Tagen selbst gepflückt habe. Die Sachen essen wir. 


Endlich, gegen 15 Uhr kommen wir zu der Stadt Leonidio an, die eine wunderschöne Lage hat. Uns beiden geht schon schlecht vor Hunger und wir freuen uns auf die große Stadt, dort empfängt uns eine bitterliche Überraschung. Die Stadt wirkt wie eine Geisterstadt, alles ist zu, die Spaletten der Häuser sind zu, kein Mensch ist auf den Straßen, kein Laden, kein Restaurant ist offen. Sehr sehr komisch und wir sind sehr enttäuscht. Dann biegen wir auf eine Straße ab, die Richtung eines Strandes, namens Lakkos führt, bei den Stränden gibt es immer eine Taverne. Wir sehen dort ein Restaurant, aber keine Seele ist dort. Wir schauen trotzdem rein. Eine Familie sitzt innen, die selber die Besitzer sind. Wir fragen mit der letzten Hoffnung nach, ob man hier was essen kann, und bekommen die zauberhafte Antwort: Ja. :D Die Tochter der Besitzer spricht gut englisch, sie lädt uns in die Küche ein, wo ihre Mutter steht. Sie sagt, es gibt heute fünf Gerichte, wir dürfen in die Töpfe schauen und auswählen, was wir essen wollen. Solche Geschichten habe ich schon oft von Griechenlandurlauben gehört, aber mit uns ist es noch nie passiert. Es gefällt mir sehr. Die Mutter hebt die Deckel, einen nach dem anderen hoch und wir gucken neugierig in die Töpfe. Wir können kein Essen davon erkennen, was das sein soll. M. wählt irgendwas Gulaschähnliches und ich die gefüllten Auberginien (Paputsakia). Unsere Mittagessen werden schnell aufgewärmt und beide schmecken göttlich lecker. Beide Essen kosten 6 Euro. Wir werden satt und mit Zufriedenheit fahren wir Richtung Tiros weiter. Oft halten wir  zum Fotografieren an.  

Paputsakia

Tiros ist groß, größer als wir dachten. Das eine Apartment, das ich im Voraus im Internet ausgesucht gabe, ist fast unmöglich zu finden, so suchen wir es auch nicht, sondern fahren zweimal hin und zurück entlang der Küste, wo in jedem Haus "Rooms to let" sind. Wo es uns gefällt, dort finden wir keinen Menschen, viele sind geschlossen und viele sehen sehr abgewohnt aus.
Endlich entscheiden wir uns für ein Haus, und als wir anhalten, kommt schon sofort die Besitzerin raus und guckt uns an, wie ein Geier seine nächste Beute. :-) Sie zeigt uns ein Apartment, das sehr groß, sauber und zwei Balkone hat, aber die Einrichtung ist uralt, altmodisch, ich mag diesen Stil nicht so gerne, aber wir haben keine Lust mehr weiterzusuchen und für 30/Nacht ist es gut. 


Ausblick von dem vorderen Balkon


Die Küche ist gut ausgerüstet und der hintere Balkon schaut auf die grünen Berge und auf den Gemüse- und Obstgarten der Familie. 

Wir tragen unsere Sachen rauf und gehen sofort runter, vor das Haus zu schwimmen. Das Wasser wird hier sehr schnell tief. Wir schwimmen hier sehr viel und dann duschen wir und gehen weg, einen Laden zu suchen. In dem Dorf gibt es schon paar Kleinläden, aber die haben kaum frisches Gemüse, Obst oder Milchprodukte. Wir kriegen nur aus drei Läden die paar Sachen zu einem griechischen Salat zusammen. 

In diesem Dorf sind hauptsächlich alte Menschen, die nichts anderes zu tun haben, als in ihrem Vorgarten zu sitzen oder vor dem Haus mit den Nachbaren zu tratschen. Als wir vor denen vorbeilaufen, schauen sie uns an, als wären wir Marsbewohner. Zitronen finden wir nirgendwo in Läden. Es ist echt lächerlich, da fast jeder mehrere Zitronenbäume in seinem Garten hat. Schließlich gibt uns eine alte Frau aus ihrem Garten welche.

Ausblick von dem hinteren Balkon


In der Nacht lassen wir alles offen und haben sehr angenehme frische Luft und es ist unsere erste Unterkunft, wo keine Mücken sind. Am Abend sind wir schon faul zu spazieren und sitzen lang auf dem Balkon auf der Meeresseite. Wir haben noch nicht oft im Leben diesen Luxus gehabt, daß wir zwei Balkone haben und einen davon mit Meeresblick! 

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Wieder wunderschöne Fotos.

    btw: hier auf der Insel müssen Fincen die dem Rural angehören "altmodische Möbel" haben. Ist eine Auflage um den Stil beizubehalten.

    Grüssle

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