Donnerstag, 6. Oktober 2011

Ungarn 2005/3.

Nach dem Ausflug in Hortobágy schlafen wir eine Nacht bei meiner Mutter in Budapest, und am nächsten Tag fahren wir zum Balaton (Plattensee). Eine andere Ferienanlage der Exfirma meiner Mutter war in  Balatonszárszó. Später wurde diese Firma privatisiert und wurden ihre Anlagen verkauft. Diese Ferienbungallows haben ehemalige Mitarbeiter der Firma gekauft und renoviert. Meine Mutter ist noch gut befreundet mit einer Frau von denen. So haben wir die Schlüssel, bzw. ein Häuschen für uns gratis für 3 Tage bekommen. Ich war hier letztes Mal als Kleinkind und erkenne die renovierten Häuser nicht mehr. 


Aber an den langen Steg und an das dichte Schilf erinnere ich mich perfekt, vielleicht, weil ein Foto von meiner Kindheit von hier aufgehoben wurde. So kann ich eigentlich unseren ganzen Ungarnurlaub als eine Nostalgiereise für mich nennen. :-)


Unsere Unterkunft ist super, zwar klein aber gemütlich und wir haben eine große überdachte Terasse, wo wir dann die Abende neben einem Bierchen verbringen können. Eine Stunde später kommen auch unsere Freunde an, die wir vor zwei Jahren in dem Korsikaurlaub kennengelernt haben. Wir haben verabredet, den heutigen Tag hier zusammen zu verbringen. Wir gehen gemeinsam auf den langen Steg, dort kann man ins Wasser. Wir baden, sonnen uns und erzählen viel, wir sehen uns doch nur einmal pro Jahr. Nach 1-2 Stunden meldet sich der Hunger bei uns allen und wir gehen in die Nähe zu den Buffets. Hier essen wir den göttlich leckeren, ganz typischen Seehecht und dann noch palacsinta (=Pfannkuchen) und Eis. Uns geht es dann fast schlecht von dem vielem Essen. Nachher sitzen wir draußen auf unserer Terasse und unterhalten uns lang mit unseren lang nicht gesehenen guten Freunden, die dann am Abend nach Budapest zurückfahren. Und wir fahren dann nach Siófok, wo mein Vater gelebt hat und dadurch schon wieder ein Ort, wozu mich Erinnerungen binden. Ich kenne mich hier gut aus, wir machen einen langen Spaziergang. Das Wetter hat sich arg abgekühlt, wir hoffen, daß es morgen dann wieder schön wird.  

Am nächsten Morgen ist es leider kalt, regnerisch und windig. Wir machen Autoausflug nach Westen. In der Nähe liegt Szántódpuszta, wo ähnliche Sachen sind, wie in Hortobágy, wenn wir dort nicht gewesen wären, dann hätten wir hier so eine Pferdevorstellung gerne angeschaut, aber so brauchen wir es nicht mehr. Wir halten zuerst in Balatonboglár an. Die berühmte Weinanbauer Stadt wurde in die Seite eines Basalttufberges gebaut. Man kann hier die Reste einer Siedlung aus der Eisenzeit anschauen. Wir schauen sie an und dann spazieren wir in dem nieselnden Regen. In der Nähe sind auch die sg. „blau und rot farbigen” Kapellen. Nach Boglár halten wir in Fonyód an, wo angeblich das schönste Molo des Balatons ist. 


Wir spazieren auf diesem Molo bis zu seinem Ende raus und gegenüber sehen wir die sg. vulkanischen Zeugenberge von Badacsony
Bei Balatonszentgyörgy suchen wir die Csillagvár (Sternenburg) auf. Viele Schilder zeigen uns den Weg dorthin. Die Csillagvár hat  László Festetics bauen lassen und sie ist schön renoviert und in den Säalen sind zeitgenössische Szenen dargestellt. Alles wirkt sehr realistisch und gefällt uns sehr gut. 


Das Wetter wird immer schlimmer, und wir kommen in Hévíz an, wo ich noch nie war. Wir denken, es ist gerade ideal in kühlem, windigem Wetter hier zu baden, so kaufen wir uns die Tickets für 3 Stunden Aufenhalt und gehen in das, nach faulem Ei riechende schwefelige Bad rein. 


Die Einrichtungen des Bades sind etwas veraltet und abgenutzt, was mich wundert, da auch so viel Touristen hierher kommen und der Eintrittspreis ist auch nicht wenig. Wir ziehen uns schnell um und ab in die "Fauleibrühe" :D d.h. das Wasser des natürlichen Sees. Wir brauchen fast eine Stunde um ganz um den See  herum zu schwimmen, da das Schwimmen in dem warmen Wasser ganz anstrengend ist und langsam geht. Wir kriegen oft starken Herzschlag. Die Luft ist ausdrücklich kalt, deshalb kommen wir während den kompletten drei Stunden gar nicht aus dem warmen Wasser raus. Später kommt die Sonne raus und wir fahren nach Keszthely, wir schauen hier das Schloß an und spazieren lang in seinem Garten.


Auf dem Heimweg halten wir kurz in Balatonmáriafürdő an und spazieren hier bis zum Ende des langen Molos raus und gucken wieder die vulkanischen Berge an. 


Den Sonnenuntergang schauen wir von unserem Molo in Balatonszárszó an, aber es fehlt nicht viel, daß der stürmische Wind uns nicht ins Wasser fliegen lässt. Zum Abend kühlt es so arg ab, daß wir nicht mehr auf der Terasse sitzen können. 

An dem nächsten Tag ist in der früh schönes Wetter und wir wollen nur faulenzen und baden. Aber bis wir frühstücken, uns fertig machen und auf den Steg rausgehen, wird sofort bewölkt und wir entscheiden uns lustlos für einen erneuten Ausflug. Unser erster Zielort ist Sümeg.




Ich war hier auch auf einem Schulausflug irgendwann. Ich finde, diese Burg hat so typisches Burgfeeling. M. gefällt sie auch sehr gut. Nachher fahren wir Richtung Badacsony weiter. Die Umgebung der vulkanischen Zeugenberge ist ein Landschaftsschutzgebiet. Wir möchten gerne hier ein bißchen herumlaufen und die berühmten Basaltorgeln und den sg. Rosenstein finden, deshalb fahren wir als erstes zum Szent György Berg. Diese Landschaft ist ein sehr berühmtes Weinanbaugebiet. Wir finden den Parkplatz, wovon man eine kleine Wanderung machen kann, aber so haben wir es uns doch nicht vorgestellt, wir sind dazu nicht geeignet angezogen, so verzichten doch darauf.




Schließlich sind wir zu lustlos um irgendwo auszusteigen und rumzuschauen, wir fahren weiter und gucken nur aus dem Auto. Gegen 15 Uhr sind wir schon hungrig und träumen von einem Hechtverkäufer an der Küste, aber wir finden hier so was nicht. Dann halten wir irgendwo bei einer "Tscharda" an der Straße an und essen was typisch ungarisches. Bis wir zahlen, wird es schon so spät, daß wir die Burg Kinizsi in Nagyvázsony leider schon verschlossen vorfinden.


Wir klettern auf die äußere Mauer um etwas sehen zu können. Ich war schon hier als Kind. Danach fahren wir mit dem Auto ein bißchen ziellos auf dem Balatonhochland herum. Wir halten in Dörgicse an, und schauen in der Nähe die Ruinen einer Kirche aus dem 13. Jh. an. es gibt hier in der Umgebung mehrere Ruinen und zwischen denen führt ein Lehrpfad. Bei den größeren Ruinen sind Speckgrillplätze, hier bleiben wir ein bißchen sitzen und schauen auf den Balaton. Es ist so schön hier, wir haben keine Lust weiter zu fahren. 



Wir fahren dann nach Örvényes, wo man eine alte Wassermühle anschauen könnte, wenn man zeitig da ist.  



Es ist schon nach 18 Uhr, aber wir schauen noch die Abtei von Tihany an und spazieren in der Umgebung. Es wird schon dunkel als wir wieder in Szárszó ankommen.


Am nächsten Tag ist es ganz kalt und es regnet, wir sind traurig. Wir würden noch morgen auch hier sein, aber wir haben keine Lust mehr in der Kälte in dem Häuschen zu sitzen. Wir fahren nach Veszprém. Es ist 15° Grad und wir haben nicht mal eine Windjacke dabei, wir haben am Balaton einen Badeurlaub geplant und nicht mit schlechtem Wetter gerechnet. 



Veszpém hat viele schöne Sehenswürdigkeiten, viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz...wir sind aber lustlos und frieren uns. Wir suchen lieber ein Einkaufzentrum, wo wir mittagessen können und fahren danach mit hängenden Gesichtern nach Szárszó zurück, wo wir dann sofort zusammenpacken und nach Hause, nach Budapest fahren.
Wir verbringen noch paar Tage in Budapest. So verging unser erster Urlaub in Ungarn, welcher sich nicht zu oft wiederholen wird, da wir fernere Länder entdecken wollen.

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Toll....also wenn mal Urlaub dort, dann engagiere ich dich als Fremdenführerin ;-)

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  2. Hallo Nova, ich würde es bestimmt gerne und auch gut machen, es war schon immer mein Hobby und ich habe nebenbei in einer Abendsschule (schon 12 Jahre her) eine Ausbildung als Fremdenführerin gemacht. Ich habe aber leider nie diesen beruf ausüben können.

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