Mittwoch, 30. November 2011

Lanzarote - Teil 3.

11. November 2011

Unsere Unterkunft liegt im lebendigen Stadtkern, sie ist nur durch eine Hausreihe von der Küstenpromenade getrennt und diese Gebäude sind überwiegend Bars, Restaurants, Geschäfte und gerade uns gegenüber eine Disco. In dieser amüsieren sich die Menschen meistens bis 3-4 Uhr in der früh und die Musik hat eine wahnsinnige Lautstärke. Aber wir schlafen in dem hinteren Zimmer gut und fest, nur manchmal werden wir ganz kurz von dem Lärm wach. In der ersten Woche des Urlaubes stehen wir jeden Tag um 8 Uhr auf.  Heute empfängt uns ein bewölkter Himmel, aber es ist dunstig warm. Wir fahren nach Norden, um das anzuschauen, was gestern ausgeblieben ist. 




Fast jedes Dorf hat solche "öffentliche Fitnessgeräte" , diese hier sind in Punta Mujeres zu finden und ich habe von Spaß alle ausprobiert.  Ich finde es eine super Idee, man kann gratis trainieren

Zuerst halten wir in Arrieta und dann in Punta Mujeres an. Beide sind nette, ruhige Dörfer. Danach fahren wir zu der Lavahöhle Cueva de los Verdes. (8 Euro Eintritt/Person)
Es ist ein insgesamt 7 km langes Höhlensystem, das der frische Lavafluß herausgebildet hat. Die Oberfläche der fließenden Lava erstarrt schnell, solange die Schicht unter der Oberfläche weiter fließt und Luftblasen vor sich schiebt. Wie genau von einem solchen Prozeß ein langer kurviger Tunnel entstehen soll, verstehe ich noch nicht ganz klar, aber da drinnen zu bummeln ist auf jeden Fall interessant. An manchen Stellen hängen Dinge runter, die aussehen, als wären sie dickflüßige Schokolade.
Vor dem Eingang müssen wir auf einen Guide warten, weil man hier nur mit einem Führer reingehen darf. Der erzählt alles erst spanisch und dann auf englisch. Die Spanier sind nicht fähig englisch zu sprechen! Ich meine, sie können schon gut sprechen, aber sie behalten dabei ihren spanischen Akzent so starkt, daß das ganze englische Gerede voll spanisch klingt und man versteht davon fast nichts. Unsere Gruppe besteht ca. von 100 Menschen, was nicht immer günstig ist in den engen Gängen ist. 
Wir sehen auch einen Teich in der Höhle, in dessen Wasser die Lichter sich so interessant spiegeln, daß man denkt, da unten wäre eine andere Höhle. 




Von hier fahren wir nach Orzola, um die Fahrpläne der Fähren anzuschauen, die von hier nach La Graciosa fahren. Das Dorf ist nicht besonders interessant. Wir merken eine Aufschrift "tapas bar". Ich weiß nicht genau, was tapas ist, bzw. ich weiß, daß es kleine unterschiedliche Vorspeisen sind und ich stelle es mir so vor, wie in Griechenland eine warme  Meze Platte (viele kleine warme unterschiedliche Vorspeisenhäppchen). Ich würde so was gerne ausprobieren und wir setzen uns darein. Da gibt es tatsächlich viele Vorspeisen, aber jede als einzelner Gang und ziemlich teuer, jede gegen 10 Euro, also hier klappt es nicht, mehrere Kleinigkeiten auf einmal zu probieren, was uns sehr enttäuscht. M. bestellt gegrillte Garnelen und ich fritierte Babytintenfische. Beide sind ausgiebig und lecker. Hier weht schon starker Wind, daß wir uns frieren. 


Wir fahren Richtung Mirador del Rio weiter und oben, von dem Berg mache ich unterwegs aus dem Auto noch viele Fotos von La Graciosa und von der unter uns liegenden Küste. Dann halten wir in den Dörfern Maquez und Haria an. Haria liegt mitten in einem Palmenhain. Hier haben wir schon ganz grauen Himmel, was mich sehr traurig macht, da die Umgebung wirklich wunderschön ist, aber zu Landschaftsfotos fehlen die starken Farben. Wir schauen auch in den Friedhof rein, was ähnlich ist, wie bei uns, mit dem Unterschied, daß hier Palmen stehen (und ein ganz sauberes WC). Wir wollen Richtung Teguise weiter, aber wir nehmen eine falsche Abfahrt und landen dann unerwartet wieder in Arrieta. So machen wir uns langsam schon auf den Weg nach Hause. 












In Puerto del Carmen spazieren wir noch eine große Runde, diesmal in einer anderen Richtung, als vorher und hier finden wir auch zahlreiche Restaurants, Bars, Discos und Souvenierläden. Schließlich kommen wir ganz müde heim und sitzen bis 22 Uhr auf dem Balkon.  

12. November 2011 

Heute wachen wir wieder mit bedecktem Himmel auf. Nach dem Frühstück schwimme ich eine gute viertel Stunde und langsam entscheiden wir uns, was wir heute machen sollen. Gegen 11 Uhr fahren wir los und nehmen wir ins Ziel die andere Seite der Insel. Zuerst halten wir in den Dörfern Uga und Yaiza an, die genau so stimmungsvoll sind, wie auf der Insel jedes Dorf. 








Wir fahren bei dem Eingang des Timanfaya N.P. vorbei, aber wir wollen den Park bei Sonnenschein anschauen, deshalb machen wir jetzt nur paar Fotos bei dem "Feuerteufelchen" und fahren weiter. 



Wir kommen zu El Golfo an, wo wir zuerst das Dorf Casas de el Golfo anschauen, das richtig stimmungsvoll ist, voll mit Fischlokalen und draußen sitzenden alten Opas, wie auch in Griechenland. Am Ende des Dorfes gehen wir über Lavafelsen den Wellenbruch zu beobachten und es zu fotografieren. 









Hier gibt es sehr viele Touristen. Sie werden mit Bussen zu den eingestürzten Vulkankrater gebracht. Leider bleibt der Himmel grau, so muß ich mit ein bißchen künstlicher Nachhilfe Farben in meine Fotos zaubern. Zuerst bummeln wir auf den Felsen herum und so lang gehen die größeren Touristenmassen weg, dann gehen wir auch zu dem Aussichtspunkt, wovon man einen wunderbaren Blick auf den Lago Verde (güner See) hat. 
Hier stand vor langer Zeit ein Vulkan, welcher mit einem explosionsartigen Ausbruch in sich gestürzt ist und seine Seite, die auf der Meeresseite war, die Brandung abgebaut hat. So sieht man heutzutage nur einen halben Krater und in dessen Mitte einen, von den Algen giftgrünen See. Der Blick des Sees ist ein atemberaubendes Bild, als er zwischen den rötlichen und schwarzen Lavafelsen so unwahrscheinlich grün glänzt. Der See hat einen Dauerbewohner, einen Reiher, den ich lange fotografiere.  










Nach dem Aussichtspunkt steigen wir erneut ins Auto und fahren außen um den Krater herum und dann gehen wir von seiner anderen Seite wieder darein. Wir spazieren hier an der Küste und sammeln zwischen den schwarzen Lavakieseln Olivin, der ein grünfarbiger Halbedelstein ist und auf unserer Erde nur selten vorkommt unter anderem in Südamerika (Brasilien und Argentinien). Der lanzarotische Olivin ist wertlos, da man ihn nicht bearbeiten kann, weil er nicht fest genug ist und zerbröckelt. Wir finden ca. 10-15 Stück 3-5 mm große Olivinsteinchen und ca. 1-2 cm große schwarze Lavasteine, dessen Hälfte von Olivin besteht. In den Läden kriegt man überall auf der Insel Olivin-Lavasteinschmuck, die sehr schön sind und eine Halskette kostet zwischen 9-15 Euro. 

zwei Fotos von meiner Sammlung mit und ohne Blitz

Ich fotografiere hier sehr viel und manchmal fängt es zu tröpfeln an. Es tut mir leid, daß die Tageslichter fehlen, aber zwei Tage später als wir zurückkommen, hat der See bei Sonne gar nicht mehr so besondere Farbe. 



Von hier fahren wir zu den Felsen Los Hervideros, die ganz  in der Nähe sind und hier kann man die großen Wellen beobachten, wie sie gegen die schwarzen Lavafelsen prallen. 


Danach erreichen wir das verlassene Salzwerk "Las Salinas de Janubio". Wir halten neben der Straße an und schauen die Salina von oben an, und auf einmal habe ich das Gefühl, ich will es aus der Nähe sehen, ich will darunter. Wir klettern an dem kleinen Lavahang über einen Wasserkanal runter und schauen diese Sazlbecken und Salzhaufen genau an, weil wir so was noch nie im Leben gesehen haben. Faszinierend und interessant ist es alles. Ich möchte gerne eine handvoll Salz mitnehmen, aber wir haben Tüten nur im Auto da oben, so verzichten wir darauf. 




Janubio hat seine Blütezeit zwischen 1920 und 1945 erlebt, als hier „das weiße Gold" in großen Mengen (100.000 Tonnen pro Jahr) produziert wurde. Aber ich nehme an, trotz, daß wir hier keine Spuren von irgendeiner Tätigkeit der modernen Zeiten erkennen können, hier muß noch was los sein, weil die Salzhaufen nicht von sich selbst entstehen. Später sehen wir im Laden Meeressalz von Janubio, 1 kg über 7 Euro! Na, da hätten wir unser Pausenbrottütchen gratis auffüllen müssen. 






Zum Schluß fahren wir noch nach Playa Blanca, wo wir schon Bärenhunger haben und essen sofort in dem ersten Schnellrestaurant zwei riesige Burger. Die, in der Nähe liegenden Papagayo-Buchten lassen wir schon für morgen. Wir fahren nach Hause.  


Als wir daheim sind, ist noch nicht zu spät und ich hätte gerne Lust zu joggen. Ich überrede M. und paar Minuten später laufen wir schon beide halbe Stunde lang auf der Küstenpromenade. Es tut gut und macht viel mehr Spaß hier, zwischen Palmen, zwitschernden, freilebenden grünen Papageien, in der frischen, leicht salzigen Meeresluft, mit dem Blick auf das Meer, als zu Hause zwischen Maisfeldern, monoton auf der Piste zu laufen. Wir sind total zufrieden und stolz auf uns, daß wir unsere Faulheit überwunden haben und nachher springen wir noch in den Pool und schwimmen 'ne viertel Stunde. 

Wir sind glücklich und zufrieden, haben das Gefühl, es war ein perfekter und wunderschöner Tag. Heute fritieren wir die Hälfte der tiefgefrorenen Sardellen und essen sie mit Salat. Die sind sehr lecker, wir kennen sie aus Griechenland, als Gavros.
Am Abend kühlt die Luft sehr ab und wir müssen uns für die Balkonzeit schon richtig warm anziehen.


Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

1 Kommentar:

  1. Danke dir fürs Mitreisen...war wieder sehr interessant und wunderschöne Fotos.

    Liebe Abendgrüße

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