Montag, 19. Dezember 2011

Gardasee zweimal/2.

10-13. Juni 2004

Wir wiederholen unsere 3-tägige Gardaseereise...
Wir fahren früh los, dann die übliche Strecke: München, Garmisch, Innsbruck, Brenner, Sterzing, Brixen, Bolzano, Trento, Lago di Garda. Ich liebe all diese Orte! Mittlerweile haben wir uns einige Campingausrüstungen besorgt, so sorgen schon für unsere Gemütlichkeit die Gästematrazen, Schlafsäcke, Campingtisch und zwei Anglerstühle, Campinggeschirr, Campinggas, Taschenlampe...usw.  
Wir fahren wieder um den ganzen See herum, nur jetzt von der anderen Richtung. Wir sind fast einen Monat später in der Zeit, als im vorigen Jahr, so rechnen wir mit richtig sommerlichem Wetter, aber auf dem Monte Baldo liegt noch Schnee! 




Unser erstes Ziel ist Limone. Wir sammeln von einer Touristeninformation Kataloge und suchen aus einem einen sympathisch aussehenden Campingplatz aus. Der Camping liegt im Hang auf Terassen. Der Mann aus der Rezeption zeigt unseren Platz, womit wir zufrieden sind. Der Camping hat auch einen Pool und schönen Blick auf die Berge. Wir baden hier 1-2 Stunden. Zuerst haben wir den See ausprobiert, aber er war zu kalt. Später laufen wir in die Ortschaft, Limone rein, die ich die aller stimmungsvollste von dem ganzen See finde. Es ist erst nur Nachmittag, aber es wirkt so, als wenn es schon Abend wäre, da die Sonne schon hinter dem Berg ist und die hohen Felsen großen Schatten auf den Ort werfen. Der Camping liegt ziemlich außerhalb, so müssen wir lang zurückspazieren, aber es stört uns nicht. 


Am Abend sitzen wir lange draußen, die Stimmung von campen gefällt uns sehr. Hier herrschen katastrophale Verhältnisse in der Dusche. Auf jeder Stufe gibt es nur zwei Duschkabinen, zwei Toiletten und Spülbecken (nur mit kaltem Wasser). Zum Duschen braucht man Münzen für 40 Cent zu kaufen. Als ich in so eine winzige Zelle eintrete, geht es mir fast schlecht. Man kann nirgendwo seine Sachen abpacken/aufhängen. Unten in der Mitte ist ein Loch, wie bei den Balkantoiletten (worüber man hocken muß) und oben ist die Brause. Ich öffne das kalte Wasser und mache mich naß, schäume meine Haare ein und dann werfe ich erst die Münze ein, weil ich ein bißchen sparen wollte. Aber nachher kommt auch kein warmes Wasser und ich stehe in diesem "Duschklo" voll schaumig. Ich bin sauwütend und ich muß meine Haare mit eiskaltem Wasser ausspülen. 
Für morgen planen wir einen größeren Ausflug in die Berge. 

Wir haben im Zelt gut geschlafen. Aber die Sonne knallt in der früh auf das Zelt und es wird sehr schnell da drinnen unertragbar heiß, so müssen wir aufstehen und wir frühstücken vor dem Zelt. Wir fahren Richtung Riva. In dem Morgenlicht haben wir einen besonders schönen Blick auf Limone und auf den See. Dann biegen wir Richtung Molina ab, wo sich ein kleinerer See, der Lago di Ledro befindet. 



Hier spazieren wir ein bißchen und dann fahren wir in dem Ampolatal, in wunderschönen wildromantischen Schluchten weiter. Wir sehen hier ab und zu neben der Straße Wasserfälle, dazwischen auch den Palvico-Wasserfall, der unten in einen kleinen smaragdfarbigen See fällt. 


Später biegen wir in ein anderes Tal, in Richtung des Sees Lago d’Idro ab. Er ist ein größerer See, der auch in einer wunderschönen Umgebung liegt. Die steilen Hänge herum sind mit Weinstöcken angebaut. Hier steigen wir öfter zum Fotografieren aus. Dann biegen wir erneut in ein anderes Tal ab, wo die Straße entlang eines Baches führt, der immer dicker und tiefer wird, bis er am Schluß von einem Damm abgesperrt wird. Ich habe so was noch nie gesehen, wo die Bäume im Wasser stehen - es wirkt sehr unnatürlich und ich denke, diese künstliche "Überschwemmung" kann für die Natur auch nicht gerade gut tun. Dann fahren wir zurück und es bleiben noch paar Stunden zum Schwimmen. Zum Schluß dusche ich am Pool, weil dort lauwarmes Wasser läuft und ich muß nicht über einem Klo stehen!



Am nächsten Morgen packen wir, wir wollen weiterfahren. Diesmal von Limone südlich, an der Westseite des Sees. Unterwegs schauen wir Toscolano-Maderno an, das Dorf hat schönen Hafen und Altstädchen. Dann halten wir bei Salo an, bzw. der Stadt gegenüber, vor dem Friedhof, weil wir hier einen idealen Parkplatz finden, wo wir mittagessen können. Wir packen unsere Campingstühle und den Gaskocher aus, und wärmen ein Konservenessen auf. Wir finden es herrlich, bei so einem Panorama mittag zu essen. 


Dann fahren wir nach Sirmione, die Stadt zieht uns zurück. Wir finden in dem riesigen Parkplatz kaum einen freien Platz. Wir spazieren auf der Küstenpromenade vom Parkplatz neben mächtigen Oleanderbüschen bis zu der Scaligeri-Burg, wo wir im vorigen Jahr nicht reingegangen sind. Diesmal gehen wir rein und es lohnt sich sehr, wegen dem Ausblick. Dann bummeln wir in den kurvigen Gässchen Sirmiones, essen leckeres Eis und ich kaufe schöne Keramik, dann fahren wir an der anderen Küste nach Norden. 


Wir bauen unser Zelt dann in Malcesine wieder auf. Hier finden wir einen sanierten Campingplatz, der in einem Olivenhain liegt. Hier ist alles sauber und es gibt warmes Wasser ohne Ende, ohne Münze, gratis!  Wir essen Abend vor unserem Zelt und dann fahren wir in die Stadt zu spazieren. 



Malcesine ist so sehr stimmungsvoll, ich glaube sie ist meine Lieblingsortschaft an dem See. Aber ehrlich ist es  sehr schwierig einen Lieblingsort auszuwählen, da alle so stimmungsvoll sind. Während unserem Spaziergang kommt urplötzlich ein mächtiges Gewitter. Wir stehen halbe Stunde lang vor einem Geschäft und ich habe sehr große Sorgen, wie es unser Zelt überstehen wird. Als es aufhört fahren wir gleich in den Campingplatz zurück. Jippi, unser Zelt hat ohne Schaden die Probe bestanden, nur bei den Lüftungsöffnungen ist ein bißchen Wasser eingelaufen. Viele andere Leute haben aber mehr Pech und haben alles naß, so daß sie teilweise in ihren Autos übernachten müssen. Es fängt wieder zu regnen an, so können wir leider nicht mehr draußen sitzen, und innen ist es zu klein und unbequem. So müssen wir uns hinlegen. Die ganze Nacht regnet es und es kühlt sehr ab.  

Es gibt nichts schlimmeres als ein Zelt und die Campingsachen total naß zusammenzupacken. Aber wir können nichts ändern, wir müssen packen. Wir gehen nochmal auf einen letzten Spaziergang in Malcesine. Wir bummeln hier alle Straßen durch und ich kaufe hier auch Keramik. 


Ich liebe diese Keramiktöpfe, was man hier kaufen kann, ich könnte alle zusammenkaufen. :D Wir gehen noch in die Burg rein, woher man einen wunderschönen Blick auf den ganzen See hat und es wird wieder bewölkt. Gegen 14 Uhr müssen wir uns schon auf den Weg nach Hause machen. Ich liebe diese Landschaft und ich bin sicher, wir kommen noch öfter. 



Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen.

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