Mittwoch, 21. Dezember 2011

Gefülltes Kraut

Es ist eines meiner Lieblingsessen, obwohl ich das Kraut davon nicht esse, aber für den Geschmack muß es sein. In Ungarn gibt es Märkte, Markthallen wo unterschiedliche Krautsachen, Säuerlichkeiten in riesen Fässern stehen und kiloweise zu kaufen sind. Es gibt Sauerkraut auch abgeraspelt oder in Blättern.






Es ist eines meiner Lieblingsessen, aber jahrelang habe ich es nie gekocht, da ich in München keine frischen Krautblätter so kriege wie in Ungarn. Bei uns nämlich kriegt man das Kraut (Blätter oder geraspelt) schon säuerlich eingelegt (wie hier Krautsalat), was aber ganz anders schmeckt, wie z.B. das Sauerkraut in Deutschland aus der Konservendose. Angeblich am Viktualienmarkt gibt es so was, ich habe aber noch nie nachgeschaut, manchmal fahre ich jahrelang nicht in die Stadt rein und dort ist alles sowieso überteuert. 
Das gefüllte Kraut gehört in Ungran zu den traditionellen Weihnachtsessen. Ich habe es erst im vorigen Jahr machen können, da meine Freundin aus Neuburg an der Donau in einem türkischen Geschäft die entsprechenden Krautblätter gefunden hat. Die waren zu klein, ich habe so halt kleinere Krautknödel davon machen müssen. Das geraspelte Salatkraut war das größere Problem, weil ich es nur in der Konservendose (im Weißweinessig) bekommen habe und es hat am Anfang furchtbar nach Wein gerochen - Gott sei Dank, bei dem Kochen ist dann dieser Geruch und Geschmack weggegangen. Dieses Jahr habe ich aus Ungarn die Sachen mitgenommen und ich koche dann in der Woche mein gefülltes Kraut. Paar Fotos vom vorigen Jahr:





und das Rezept: 

Zutaten:
- ca. 1 kg schon zum Salat eingesäuerte Krautblätter
- ca. 1 kg Krautsalat
- Bohnenkraut  
- ganze Schwarzpfefferkörner
-  600 g Hackfleisch
- 1 Tasse (200 ml) Reis
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 
- 1 TL Salz
- Knoblauchpulver
- wenig Öl
- geräuchertes Schweinefleisch
- 1 Ei
- Saure Sahne beim Servieren

Zubereitung der Füllung:
Das Hackfleisch mit dem Ei, Pfeffer, Knoblauchpulver, 1 TL Öl, halbgekochtem Reis und Salz zusammenkneten. Dann die Füllung in ein Krautblatt wickeln (wenn seine Ader zu hart/dick ist, dann ein bißchen abschneiden). Bei dem harten Teil anfangen zu rollen und zum Schluß den weichen Teil mit dem Finger fest in die Rolle reinstecken. 

In einen großen Topf die Hälfte vom Sauerkraut (roh = Krautsalat) einlegen, das Bohnenkraut und 10-15 schwarze Pfefferkörner darauf streuen, dann das geräucherte Fleisch und die "Krautknödel" darauf schichten, schließlich oben das übrige Kraut darauf legen. So viel lauwarmes Wasser darauf gießen, daß alles bedeckt ist, dann auf mittlerer Hitze minimum eine Stunde lang kochen. 


Ich persönlich mag das Kraut nur roh, als Salat, wenn es schon gekocht, weich ist, ekelt es mich. Bei diesem Gericht werfe ich letztendlich alles davon weg, was Kraut ist, aber zum Geschmack ist das Kraut sehr wichtig. 
Man ißt dazu Weißbrot und tut auf den Teller ein bißchen saure Sahne dazu. 

Kommentare:

  1. Schade um das Kraut...für mich wäre es ne Verschwendung soviel leckeres Kraut einfach wegzuwerfen. Ich mag es allerdings auch, Sauerkraut in jeder Art.

    Ansonsten hört es sich fast wie Kohlrouladen an, dein Gericht ist aber wohl wirklich viel intensiver, und werde ich auch mal austesten. Müsste ja auch gehen wenn man die Kohlblätter erst kocht, dann blanchiert und anschließend selbt einlegt.

    Legger ist es bestimmt!!!

    Grüssle

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  2. Es ist eigentlich ein traditionelles Essen aus Siebenbürgen, meine Oma stammte von dort und sie hat es immer so gemacht.
    Das Kraut muß längere Zeit vorher gären und eigene Säure produzieren.

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