Dienstag, 7. Februar 2012

Tansania - Safari/N.P. Lake Manyara

16. Januar 

Wir stehen um 7:30 Uhr auf und haben Zeit ruhig zu frühstücken, wir werden erst um 10 Uhr abgeholt. Die großen Koffer und unsere Wertsachen geben wir wieder im Hotel ab und dann sitzen wir noch auf der Veranda und unterhalten uns mit einem Ehepaar aus Düsseldorf.

Viele Vögel kommen zum Trinken hierher:




Unser Safarijeep kommt an. Sofort werden unser Guide und die drei deutschen Mitreisenden sympathisch. Eine lange Reise steht vor uns, ich ahne gar nicht, daß es so lang wird. Zuerst fahren wir durch Arusha Stadt, die sehr chaotisch wirkt. Wir bereuen es gar nicht, daß wir gestern hierher nicht gefahren sind. Wir halten bei einer Geldwechselstube an und wechseln paar USD in Tansanische Shilling. Dann halten wir auf Wunsch bei einem kleinen Laden, wir wollen paar Bier und Getränke für die paar Tage mitnehmen, aber es ist hier voll die Touristenverarschung. Wir legen zwei 6-Pack Bier und ein 6-Pack Sprite auf das Pult, und sie wollen dafür 76.000 TS, was genau so viel ist, was wir vor paar Minuten für unseren 50-er Dollarschein gewechselt bekommen haben. Die spinnen wohl, 50 USD für paar Getränke!! Wir lassen alles stehen und gehen.







Hinter Arusha fängt das Land der Massai an. Amani (unser Guide) erzählt, daß als die Serengeti zum Nationalpark wurde, mussten die Massai von dort ausgesiedelt werden und sie zogen immer näher und näher zu der Stadt. Gleich nach Arusha können wir ihre traditionellen Hütten auf der Ebene sehen, sie leben wie davor, beschäftigen sich mit Rinderzucht.
Wir fahren bei einem schmutzigen, grünen Teich vorbei - Amani erzählt, daß die Massai sich da drinnen waschen und genauso waschen sie im Teich ihre Kleidung, lassen ihre Tiere davon trinken oder drin baden und genauso holen sie ihr Trinkwasser davon. Na, guten Appetit! Die Asphaltstraße schneidet eine, mit, in grell bunte Tücher gewickelte Massai bestreute trockene Ebene durch. Ich erlebe es so wahrhaftig, als ob ich in einen Dokumentarfilm von meiner Kindheit gelandet wäre. Es ist unglaublich, daß ich in diesem Film hier bin, den ich bis jetzt nur im Fernsehen gesehen habe. Ich starre nur alles an und glaube fast nicht, das es die Wirklichkeit ist. Ich kann leider keine guten Fotos hier schießen, da die Massai es nicht mögen, fotografiert zu werden und es weiß unser Guide, deshalb hält er nicht an, auch wenn wir ihn darum bitten, er darf es nicht.  So versuche ich von dem rasenden, schüttelnden Auto manche ferne Figuren einzuzoomen - ich glaube, ich muß es nicht erzählen, was für Bullshit von diesen Fotos wird. :D
H. (einer von unseren Safartikollegen) wird immer mehr Profi bei dieser Tätigkeit. Er hält einfach seinen Fotoapparat durch das Fenster aus und er drückt ständig auf den Knopf, wenn sich was "Rotes" am Straßenrand nähert.  :D







Bald halten wir bei einem Rastplatz an, wo wir unsere Lunchboxen bekommen. Ein überraschend gut schmeckender Hamburger ist drin und noch Obst, Gebäck usw.. Danach fahren wir wieder auf endlosen Straßen. Die Landschaft wird hügeliger und grüner, als davor und die Erde hat feuerrote Farbe. Ich weiß gar nicht, wann wir zum National Park Lake Manyara ankommen, wo unsere Registration nur paar Minuten dauert. Hier spielen Affen vor den WC-s. Die Toiletten überraschen mich sehr, da die nicht nur sauber sind, sondern so aussehen, wie in einem 5-Sternehotel. Die Putzerin langt nach meinem Ohrläppchen und mit einem schlauen bestechenden Blick auf mich sagt sie „I like it” (die goldenen Ringe in meinem Ohr), und ich weiche  höflich zurück und stoße ein bißchen frech ihr zu: „I like it too”, und dann verschwinde ich ganz schnell aus dem WC, bevor meine Ohrläppchen abgeknipst werden. Alle meine anderen Schmucksachen habe ich daheim gelassen, aber die Löcher in den Ohren kann ich nicht zuwachsen lassen.



Baobab Baum
Im N.P. Lake Manyara fahren wir in einem echten Dschungel. Wir machen am Anfang das Dach des Jeepes auf. Wir gucken stehend oben aus und warten sehr aufgeregt darauf, die ersten Tiere erblicken zu dürfen. Als erstes sehen wir Baboon Affen, Paviane und Meerkatzen. Aber wir hoffen schon auf mehr, als nur Affen zu sehen. Dann entdecken wir in dem Busch die ersten Impalas.

"sich entlausende Bobfahrer"

Dann später auf einer Wiese Giraffen. Ich bin total im Rausch von denen, aber sie sind sehr weit. Ich kann mir es gar nicht vorstellen, daß wir später diese Tiere noch viel näher treffen.


Affe mit blauen Eiern :-)

Dann später kommt die richtige Extase: Zebras, Gnus, paar Elefanten, Nilpferde und Vögel. Dann Giraffen, so nah, daß sie fast mit dem Kopf im Auto reinschauen, dann mächtige Elefantenfamilien mit Babys...ahhh, totale Extase! Der Wortschatz von uns allen Fünf knickt auf ein einziges Wort ab: „Wahnsinn”. Wir murmeln nur dieses eine Wort, wie ein Gebet. Ick kann kaum glauben, daß es die Wirklichkeit ist und noch weniger kann ich mir es vorstellen, daß die nächsten Tage der Safari noch was neues geben können. Aber was für Überraschungen warten noch auf uns!












Wir verbringen nicht viel Zeit in dem Park, vielleicht anderthalb-zwei Stunden insgesamt und nachher fahren wir in das Migunga Forest Camp, das in der Nähe liegt. Unterwegs fahren wir durch Dörfer, wo wir "Schnappschüsse" vom Leben der Einheimischen sehen können.

Das Camp liegt in einem Wald und die Zelthäuser stehen in Kreisform, aber weit voneinander. Sie stehen auf einem Betongrund und selbst das Haus besteht halb aus Zeltmaterial, halb aus Holz. Im Lager gibt es einen großen Feuerplatz und ein Restaurant. Alles ist sehr stimmungsvoll.



Restaurant






Unser Zelt ist super, doch vor dem Bett habe ich ein bißchen Angst, weil es so aussieht, daß trotz dem Netz alles dareinkrabbeln kann. Unter der Tür ist ein 2 cm hoher Schlitz. Wir beginnen unser Einziehen mit dem Vernichten paar größerer Spinnen. Dann duschen wir. Das Bad ist super gemacht, oben ist offen, nur ein Netz trennt es von der äußeren Welt. Sofort fließt warmes Wasser. Nachher gehen wir mit unseren Safarikollegen ins Restaurant. Vor unserem Haus sehen wir eine Mongusfamilie.


Es wurde gesagt, während der Safari wird es keinen Strom geben, ich wollte trotzdem vorsichtshalber meine Ladegeräte mitnehmen, aber dann habe ich sie doch vergessen. Jetzt ärgere ich mich tot, weil es hier doch Strom gibt. Die zwei Akkus zu der großen Kamera, werden nur knapp ausreichen. Für die alte, kleine Kamera wird es kein Problem sein, da sie mit normalen Batterien funktioniert, wovon ich genügend dabei habe. So muß ich mich dazu zwingen, daß wenn ein Motiv ich nicht so wichtig finde, oder geht ohne Zoom, dann sollte ich die alte Kamera nützen (die wir gleich in dem Jeep vergessen haben, womit der Guide woandershin zum Schlafen gefahren ist). Ich bin sehr sauer.

Von dem Restaurant bin ich total überrascht, es ist für so ein Waldcamping absoluter Luxus, alles ist genauso, wie in der feinen Lodge war, mehrere Garnituren Bestecke, Büffet, Biere, Weine, Stoffservietten, total freundliche und interessante Massai Bedienermädchen. Wir fühlen uns sehr gut.


Wir öffnen uns sofort zu unseren Safarikollegen. Es sind ein Paar und ein Man (der Nachbar der Vorherigen - seine Frau wurde vor der Reise krank und konnte nicht mit), sie kommen aus dem Bayerischen Wald und können nur paar Jahre älter als wir sein. Sie haben auch den Meru bestiegen und dann sofort den Kilimanjaro! Sie behaupten, es war nicht sehr schwer. Nach der Safari fliegen sie - wie wir - auf Sansibar und kommen gleichzeitig mit uns nach Deutschland zurück. 
Der Abend vergeht absolut angenehm und wir zwei sitzen nachher noch ein bißchen vor unserem Haus, wo wir die Gesellschaft von Fröschen, großen Grillen und Nachtfaltern genießen.


Ich schlafe nicht gut, die Matraze ist zu weich, unbequem, es ist eine Hitze in der Nacht und ich fürchte mich furchtbar, daß irgendeine mächtige Spinne in mein Bett krabbelt. 

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