Mittwoch, 11. April 2012

Essensgewohnheiten: Deutschland - Ungarn/Getränke


Ich habe gemerkt, die Deutschen trinken auch viel Tee, aber viel weniger schwarzen Tee und wenn ja, dann  trinken ihn manche mit Milch. Es ist hier ein Pfefferminztee-Irrsinn. :D Viele kochen eine Kanne Früchte- oder Pfefferminztee und trinken es den ganzen Tag, sie tun einen Haufen Zucker darein, aber keinen Zitronensaft. 
Der deutsche Kaffee (Ungaren sagen dafür Wasser), wo nur durch zwei Löffel Kaffee ein halber Liter Wasser durchläuft, ohne Druck!! wird mit viel Milch, oft ohne Zucker getrunken. Bei uns in Ungarn, wird der Kaffee mit diesem Gerät gekocht:

Quelle des Bildes: http://sidek.blogspot.de/2012/03/kotyogos.html
Man sagt dazu umgangssprachig: "der gluckernde Kaffeekocher", da es bei dem Kaffeekochen so typische Töne macht. In den unteren Teil kommt das (wenig) Wasser, darüber ist ein Alusieb, worein mehrere Löffel Kaffee stark eingepresst werden und bei dem Kochen kommt mit Hochdruck der Dampf von unten, durch dieses Kaffeesieb nach oben, so wird der Kaffee extrem stark und aromatisch (mein Freund sagt dazu "ungarisches Rattengift"). Dieser Kaffee wird in kleinen Portionen aufgeteilt und man trinkt ihn gerne mit viel Zucker und wenig Kondensmilch. Diese Kaffeekocher hat jede Familie, viele auch in unterschiedlichen Größen, damit sie sie auch in den Urlaub mitnehmen können.

Bei Säften, Softgetränken gibt es auch viel Unterschiede zwischen den zwei Ländern. Wie ich es in Deutschland gemerkt habe, der Apfelsaft wird am häufigsten getrunken, er ist unausbleiblich in jedem Haushalt, jeder Party und jeder Familie, wo kleine Kinder sind. Hier trinkt man auch gerne die trübe Variante, die ich von uns aus Ungarn nicht gekannt habe und zuerst ekelig gefunden habe - jetzt trinke ich ihn gern. An die zweite Stelle stufe ich den Orangensaft, als meistgetrunkenen Saft bei den Deutschen ein. Man bekommt auch Kirsch-, oder Ananassaft, selten und schön teuer Pfrirsichsaft, und Bananensaft!!! (wie kann man aus einer saftlosen Banane Saft herstellen???) und noch andere Säfte (viele Multivitaminmixe oder Preiselbeerensaft) auch, wofür aber man in einen speziellen Getränkemarkt gehen muß. In Ungarn gibt es hunderte von den Säften: Pfirsich-, Aprikosen-, Marunken-, Kirsch-, (Kirsch-Ananas, Kirsch-Zitrone Mischung), Williemsbirne-, Erdbeeren-, helle Trauben/rote Trauben-, Limesaft usw. Ich finde einfach, in Ungarn ist eine viel größere Auswahl von Säften und die schmecken auch viel intensiver als hier.
Was ich nie verstehen werde, warum die Deutschen alles zur Schorle machen??? Einen leckeren Saft mit Wasser aufdünnen und den guten Geschmack dabei wegnehmen!!?? Unsinn und auch geschmacklos. Aus Spargründen??? :-) Jeder Ungar guckt ganz komisch, wenn er/sie so was sieht, daß ein Saft aufgedünnt wird!
Die Getränke mit Kohlensäure sind eher bei Jugendlichen beliebt, stehen total auf den ersten Platz die Silber-, und Gelblimo (was für blöde Namen - kann man sie nicht als Zitronenlimonde und Orangegetränk nennen??), die gibt es in Ungarn nur als Sprite oder Fanta. Der Spezi ist in Ungarn nicht bekannt, da gucken die Ungaren wieder mit komischem Blick, aber ich finde es toll und mag auch sehr gerne. 

Vom Bier gibt es hier natürlich viel größere Auswahl, als in Ungarn. Das Weißbier ist zwar in Ungarn auch bekannt, aber trinkt kaum jemand und so was, daß man das Bier mit irgendwas mischt (mit Cola oder Limo) ist für einen Ungar unvorstellbar und ein "Verbrechen". Ich könnte nie im Leben ein Weißbier trinken, ich finde es ekelig, aber ein Helles mit Limo (=Radler) finde ich genial und liebe es sehr. In Ungarn werden auch so Mischbiersorten neuestens hergestellt: Bier mit unterschiedlichem Fruchtgeschmack - furchtbar schlimm!

Wein wird in beiden Ländern gerne getrunken, aber die Ungaren trinken gerne halbtrockene und süße Weine, solang die Deutschen fast immer nur trockene Sorten bevorzugen. 

Die Schnäpse sind in beiden Ländern beliebt.

Ich könnte noch viel in dem Thema schreiben. Was sicher ist, die Deutschen ernähren sich gesünder, als die Ungaren und seit ich hier lebe, esse ich auch viel mehr Fisch, Salate, benütze ich statt Sonennblumenöl, Ollivenöl oder Rapsöl mit Omega 3 Fettsäuren. Ich habe vorher nur den ganz normalen Haushaltsessig gekannt, und hier habe ich zig Sorten von Essigen kennengelernt, mein Liebling ist der Essig Balsamico di Modena geworden. Ich habe mich an diese Vollkornbrotsorten gewöhnt...usw. 

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