Freitag, 1. Juni 2012

Korsika 2003/3.

2. September

Wir fahren ganz früh los quälen uns sehr auf den kurvigen Straßen zwischen den Bergen. Nach Propriano machen wir einen Abstecher zu einer alten genuesischen Steinbrücke über den Fluß Rizzanese. Wir finden sie leicht. Sie ist sehr schön und der Fluß ist smaragdrgün, kristallklar, man kann auf seinen im Wasser liegenden großen Steinen rumhupfen. 


Unsere nächste Station ist Sartene, ein sehr stimmungsvolles Bergdorf. Wir halten bei seinem Dorfplatz an, wo wir den Duft von Gebratenen fühlen und zahlreiche Souvenierläden ihre Waren anbieten. Hier kaufe ich ein schönes Tuch und wir fahren weiter. 

Foto von "Döme" (meine Bekannte): Sartene
  


Nach Sartene ist die Straße genauso verrückt kurvig wie davor. Irgendwann erreichen wir endlich die Küste. Die Straße läuft weit oberhalb des Meeres und man kann komische Felsenformationen und wunderschöne Badebuchten entdecken. Wir bemerken gleich den Fels "Rocher du Lion" (Löwenfels), in dem man eine liegende Katze entdecken kann. 


Foto von Döme: Rocher du Lion
Von hier dauert es nicht mehr lang nach Bonifacio, wo wir nur ganz schwierig Parkplätze finden. Der Parkplatz befindet sich ganz oben, wo sich die ehemalige Stadtmauer schlängelt, so beginnen wir unsere Stadtrunde hier oben. Zuerst gehen wir in dieser Mauer. Sie ist wie ein enger Tunnel und führt uns doch nach unten, zu dem Hafen. Unterwegs kann man immer wieder rausschauen und ich bin total begeistert von den fjordähnlichen Buchten. 







Wenn wir schon unten sind, dann schauen wir erst am Hafen rum und dann fahren wir mit einem Boot auf einem Kurzausflug herum um Bonifacio los. Wir fahren erst nach rechts, entlang felsiger Küsten und in eine halb offene Höhle rein. Die Höhle ist oben ganz offen, daß man den Himmel sehen kann. Dann kommen wir zu einer halb geschlossenen Bucht, wo das Wasser seicht ist und wunderschöne helle Azurfarben hat. Märchenhaft ist alles. Dann fahren wir zurück, ganz nah zu den Kalksteinfelsen, woran teilweise Tropfsteine hängen. Wir fahren um die Landzunge von Bonifacio und jetzt sind wir auf der anderen Seite der Stadt. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis das Städtchen von dem Meer zu erblicken, wie es auf den mächtigen Felsen da oben thront. Nachher fahren wir in den Hafen zurück. 













Von dem Hafen müssen wir wieder nach oben gehen, damit wir die Stadt da oben anschauen können. In der Hitze ist es ganz anstrengend wieder uns daraufzuschleppen. Und irgendwann stehen wir endlich auf diesem hohen Felsenplateau, was wir noch vor kurzem von unten gesehen haben. Hier sehen wir den Matrosenfriedhof, wo wunderschöne Mausoleen stehen. 


Wir möchten auf den Treppen in der Felswand ganz runtergehen und dann unten bis dahin, wo wir aus dem Boot einen kieseligen kleinen Strand gesehen haben. Die, in 1420 ausgemeißelte Treppenreihe besteht aus 187 Treppenstufen und ich denke, es wurde für irgendeinem Riesen geplant, da die Stufen oft so hoch sind, daß wir sie kaum schaffen. Es wird 2 Euro für die Treppennutzung verlangt. Als wir ganz unten ankommen, und weitergehen wollen, sperrt unseren Weg leider ein eiserner Zaun ab. So müssen wir in der Mittagshitze wieder über die Treppen zurückgehen. Oben sind wir dann ganz erledigt und wollen (nur aus Spaß) unsere zwei Euro zurück, da wir es eine Frechheit finden, daß für solche anstrengende Arbeit auch noch Geld verlangt wird. :-)


 



Foto von Döme
Dann spazieren wir noch oben auf dem Felsplateau so weit raus, daß wir noch einen schönen Rückblick auf die Stadt haben können. Dort beginnen kleine Wanderpfade. 



Döme's Fotos (hier unten die drei)



Es ist schon Nachmittag und wir möchten uns im Meer abkühlen. Wir wollen zu dem Strand  Sant Amanza in der Nähe, wovon ich schöne Bilder gesehen habe. Aber hier sind keine Straßenschilder und wir verfahren uns öfter, bis wir endlich auf einer Schotterpiste sind, wo außer uns nur noch Ziegen sind. Wir sind müde und voll verschwitzt, wir haben keine Lust mehr den schönen Strand weiter zu suchen, wir halten bei dem ersten Strand an, was wir finden (leider steinig) und kühlen uns dort ab. 



Die Fahrt nach Hause dauert ewig. Wir finden unterwegs bei Propriano einen großen Supermarkt und kaufen dort für die nächsten Tagen paar Sachen ein. Man kippt von den Preisen um, hier wird für alles das Dreifache verlangt, als in Deutschland!
Den Abend verbringen wir wieder zu viert auf dem Balkon. Wir kennen einander erst seit paar Tagen, aber verstehen uns so, als schon ewig die besten Freunde wären. Für den nächsten Tag planen wir wieder Ruhe am Strand und sie einen neuen Ausflug.  

3. September

Am nächsten Tag schlafen wir lang und weil wir uns Gemütlichkeit wünschen, gehen wir erst nach dem Mittagessen einen neuen Strand in der Nähe suchen. Ich koche, wie daheim, und wir verzehren unser leckeres Mittagessen auf dem Balkon, wovon wir einen wunderschönen Blick auf das Meer haben. Nach dem Mittagessen fahren wir heute in die andere Richtung, als sonst, Richtung Sagone. Wir fahren nur 1-2 km und sofort erblicken wir die 1-2 km lange sandige Küste. Am Ende dieser Bucht mündet ein Bach ins Meer, hier sind kaum Menschen und das Wasser ist auch ganz ruhig. Der Platz gefällt uns, hier bleiben wir dann für den ganzen Nachmittag. 




Die lange Küste endet sich in einer felsigen Bucht, wo wir jetzt gerade sind. Der Strand ist hier windgeschützt, das Wasser ist kristallklar und es ist auch interessant zwischen den Felsen zu schnorcheln. Ein echter idyllischer Strand für uns. Wir bleiben lang hier und dann schauen wir noch das Dorf Cargese an. 



Wir gucken den Sonnenuntergang direkt von unserem Balkon aus an. Ich habe noch nie so gut liegendes Apartment gehabt. B. und M. kommen erst ziemlich spät von ihrem Ausflug zurück und sie sind müde, sie erzählen nur kurz, wo sie waren, was sie alles gesehen haben. Wir wollen morgen wieder auf Ausflug und sie in eine andere Richtung, so trennen sich unsere Wege. 
Die Straßen der Insel sind in furchtbarem Zustand und ohne Ausnahme sind sie alle so kurvenreich, daß man eigentlich wegen dieser Hinderung nie die Zeit ausrechnen kann, für welche Strecke man wieviel Stunden bräuchte. Man braucht für 100 km gute 3 Stunden! Wir möchten die ganze Insel anschauen, aber manche Teile liegen wirklich so weit von uns, daß wir schon verzweifeln, daß wir es gar nicht schaffen werden. Und wir müssen ab jetzt zu jedem großen Ausflug noch früher, als ursprünglich geplant, aufstehen.

Kommentare:

  1. Sieht traumhaft aus! Ich gucke gerade schon wie teuer Flüge nach Korsika sind ;-)

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    1. Ja, wirklich sehr schöne Insel, aber groß und sehr bergig, so ist es nicht so einfach alles zu entdecken. Wir waren zwei Wochen dort und es war nicht für alles genügend.

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  2. Ich bin echt begeistert von deinen schönen Reisefotos!Vielen Dank auch für deinen netten Kommentar in meinem Blog.Deine Frage zu SkyWatch... "Skywatch Friday" ist eine wöchentliche "Fotoausstellung" in der Du tolle Wolkenfotos,Sonnenuntergänge,Sonnenaufgänge oder einfach nur schöne Himmel von dem Ort wo du die Woche über so bist einstellst(blogpost).Alles weitere kannst du direkt auf der "SkyWatch Friday"-Seite lesen,den Link dazu findest du bei mir im Blog.Die "Fotoausstellung" startet jeden Donnerstagabend um ca.21:00 Uhr (je nach Zeitzone)und dort trägst du dich dann in die "Mr.Linky" Liste ein,damit die Teilnehmer deine schönen Fotos im Blog sehen können.Die Teilnehmer sind aus aller Welt und alles ist kostenlos und es besteht keine Pflicht da jede Woche mitzumachen.Immer nur wenn du Lust dazu hast!

    Deine Fotos wären übrigens super geeignet,da mal mitzumachen.
    Ein schönes Wochenende!

    LG Steffi

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    1. Danke Steffi, danke schön!! Ja, die Fotos, die ich jetzt mache sind auch toll. Vorher meinte ich, die in Korsika Bericht sind, die sind noch mit Filmapparat und dann gescannt, sie haben doch von der Qualität sehr viel verloren...ich überlege es noch mir, es klingt so kompliziert, aber wenn man nachschaut, dann ist es bestimmt einfach. :-) Ich fotografiere auch sehr gerne Himmel, Wolken, Sonnenauf/untergang.
      LG

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  3. Tolle Ausfluege, da waere ich gerne dabei gewesen....und bei dem Felsen musste ich lachen. Sind wir Beide wohl so verrueckt und sehen laufend Dinge, so wie auch ich in dem dicken Felsen direkt ein Gesicht gesehen habe :-)))

    Muss ja wirklich eine tolle, faszinierende Insel sein. Hat ganz schoen viel zu bieten.

    Liebe Abendgruessle

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