Samstag, 2. Juni 2012

Korsika 2003/4.

4. September 

Heute fahren wir nach Norden, Richtung Porto. Wir wollten sehr viele Sachen anschauen, aber wir wissen schon, daß es alles nicht an einem Tag möglich ist, wir müssen die Sehenswürdigkeiten für zwei Tage aufteilen. Die Sonne scheint schon in der früh sehr stark und heute ist die Luft nicht dunstig, man kann weit und klar sehen. Nach Cargese kommen die Dörfer Piana und Porto. Alle sind sehr schön, aber wir halten nicht an, da wir in den Bergen ein bißchen wandern möchten und dafür brauchen wir mehr Zeit.



Les Calanche

Döme's Foto
Döme's Foto
Döme's Foto

Zwischen Piana und Porto befindet sich die sogenannte "Les Calanche" Landschaft, welche von ihren rötlichen Felsen bekannt ist, die besondere Formen bilden. Manche Felsen haben sogar Namen, wie die Schildkröte oder der Adler. Man braucht auf jeden Fall viel Phantasie um diese Tiere dort zu finden. Die Landschaft ist atemberaubend schön!

Nach Porto fahren wir entlang eines Flußes ins Inselinnere rein. Gleich kommt das hübsche Dörfchen, Ota, wo wir kurz, für paar Fotos aussteigen. Kurz danach erblicken wir die erste "Eselrückenbrücke", die Ponte de la Pianella.

Ota


Die alte genuesische Steinbrücke überspannt mit meisterlicher geometrischer Pünktlichkeit den smaragdgrünen Fluß. Wir halten bei der Brücke an, gehen zu ihn runter, dann laufen wir durch das eisig kalte Wasser auf die andere Seite rüber und dann über die Brücke zurück. Wunderschön!! Mächtige schneeweiße flache Steine liegen in dem Wasser, auf denen man wo anders rübergehen kann, nur gerade bei der Brücke sind keine. Ich kann mir nicht vorstellen, wieso wird das Wasser in dieser Hitze nicht wärmer?? 





Wir suchen nach der ältesten Brücke der Insel, dem Zaglia, aber nirgends ist ein Schild, eine Erklärung und der Reiseführer schreibt auch nicht eindeutig darüber. Ein bißchen später kommt eine Abzweigung der Straße und hier parken viele Autos. Wir erfahren nur später, daß wir eigentlich hier, über den Steinen hupfend, entlang des Flußes zu der alten Brücke gekommen wären. Aber jetzt wissen wir es noch nicht und wir fahren weiter, wie den Weg unser Buch beschreibt. 
Ich hätte es nie gedacht, daß auf einer Insel auch so hohe Bergketten sein können, wie hier. Die Landschaft ist wunderschön. Später kommen wir in dem Dorf, Evissa an, welches schon viel weiter oben liegt. Hier zeigen Schilder sofort die Richtung, wo man ins Tal des Speluncas runterwandern kann. Wir parken hier und steigen von dieser Höhe (Bild unten) ins Tal zu dem Flußbett ab. 


Wir laufen auf einem steinigen Wanderpfad und auf einmal bekommen wir einen breiten Blick auf das ganze Tal. Hier kapiere ich es erst, daß wir ca. 5-600 m absteigen müssen (und irgendwann mal wieder so viel zurück). Jetzt fällt mir ein, daß bei der Abzweigung wahrscheinlich der einfachere Weg war, aber jetzt ist schon egal, wir sind hier, und wandern gerne. Es dauert ca. ¾ Stunde lang, bis wir das Bachtal erreichen und von dort kostet es uns nur noch einen kleineren Spaziergang zu der Ponte de Zaglia zu finden. 


Die Steinbrücke ist wunderschön, ist schon ein bißchen ruinig, so trauen wir uns nicht darüber zu laufen. Kurz nach der Brücke münden sich zwei Bäche zusammen, der eine ist es, wo wir viel leichter über seine Steine hingekommen wären. Es gibt hier sogenannte Naturschwimmbecken, "Wannen" in dem Bach, wo man baden kann. Ganz viele Menschen sonnen sich hier, Kinder spielen im Wasser. Also wir suchen uns auch eine freie "Badewanne" und packen unsere Sachen auf die großen Steine. Ich freue mich auf die Erfrischung, aber das Wasser ist so eisig kalt, daß ich es gar nicht ertragen kann. Wir sonnen uns ein bißchen und dann müssen wir zurück, wir müssen nämlich noch auf den Berg rauf. Wir haben absolut keine Lust dazu, aber hilft nichts. In ca. 40° Grad Hitze auf dem steilen Pfad ist es kein Traum. Aufwärts dauert es anderthalb Stunden. Wir sind erledigt, als wir zum Auto zurückkommen, aber wir haben es nicht bereut, da es eine wunderschöne kleine Wanderung war. Wir wollten noch heute entlang einem anderen Bach bis zu einem Wasserfall, aber es würde von der Zeit nicht mehr passen, lieber fahren wir weiter.




Aus Evissa fahren wir Richtung Vico weiter. Hier muß man ganz vorsichtig fahren, weil dauerhaft Tiere auf der Straße laufen: Hausschweine, Wildschweine, Kühe und Hunde. Wenn wir anhalten, dann klettern die Schweine mit ihren vorderen Füßen auf das Auto und betteln nach Essen. Die Kuh guckt auch mit ihrem Kopf ins Auto rein. :-) Wahnsinn! :-) Zum Schluß fahren wir auf der wildromantischen Straße, die aus Vico nach Sagone führt.
Abends sitzen wir wie immer mit unseren Freunden auf dem Balkon und lassen paar Bierchen runterlaufen. :D

5. September

Heute wollen wir den zweiten Teil unseres gestrigen Ausflugs nachholen. Unsere Freunde kommen nicht mit, ihnen läuft die Woche bald ab und sie wollen was anderes anschauen. Als ich die Tagesausflüge noch daheim geplant habe, dachte ich, daß der ganze nördliche Teil der Insel in einem Tag reinpassen wird, ich  habe damit nicht gerechnet, daß wir hier wegen den Straßenverhältnissen alles umplanen müssen. Wir müssten es einsehen, daß man Korsika in zwei Wochen nicht von A bis Z anschauen kann. aber wir sind immer besessen, wir wollen alles sehen. Wir wollen nicht ein zweites Mal kommen. Na ja, die Aufsteherei um 06 h in der früh macht uns nicht gerade glücklich.  

Porto
Also wir fahren ganz früh auf der gestrigen Strecke Richtung Porto los. Es ist bewölkt und es tröpfelt.  Nördlich von Porto ist für uns jetzt alles neu und die Straßenqualität ist viel besser. Unser erstes Ziel ist Calvi. Die Stadt liegt nur ein bißchen weiter als 100 km entfernt von unserer Unterkunft, wir brauchten aber 3-4 Stunden um hier anzukommen. Das Wetter wurde leider auch nicht besser in dieser Zeit, sondern eher schlechter. Es nieselt und wir bummeln in der Stadt, sehen die Festung und den stimmungsvollen Hafen an. Eine wirklich hübsche Stadt, nur das Wetter ist nicht günstig zum Fotrografieren und es ärgert mich, wie immer. Komischerweise, wenn irgendwo grauer Himmel ist, dort kann ich mich nicht so gut fühlen, als wo anders, wo die Farben strahlen und später daheim, überblättere ich auch die grauen Fotos im Album. Wir verbringen hier ca. anderthalb Stunden und fahren dann weiter Richtung I’lle Rousse. Dort finden wir keinen Parkplatz und es nervt uns so arg, daß wir schließlich einfach weiterfahren und schauen das Örtchen gar nicht an. 
Calvi



Hier beginnt ein kleiner Rundweg, welcher durch die Balagne genannte Landschaft führt. Es gibt hier zwei Routen, wir wählen die sogenannte Obere-Balange-Straße. Hir folgen einander schöne Dörfer, so: Speloncato, Belgodere, Muro, Lumio. Die Gegend hat wirklich eine eigenartige Stimmung. Sie stehen wie Adlerhorste auf dem einen und anderen Hügel. 




In schönem Wetter das selbe von Döme.
Ich kann diesen Ausflug trotzdem nicht genießen, da in dem grauen Wetter ist man nur noch schlecht gelaunt. Auf dem Rückweg fahren wir zwischen Galeria und Porto auf der kurvigsten Straße Korsikas. Die Straße ist sehr eng, einmal kommt ein Truck voll mit Baumstämmen aufgeladen entgegen und wir müssen so weit rückwärts fahren, bis wir uns in einer Nische der Felswand verstecken können und er vorbeifahren kann.   Einmal fallen Steine von den Felsen auf die Straße, anderes mal steht eine Tierherde direkt in der Mitte und bewegt sich nicht weiter. Sehr anstrengend ist die Heimfahrt. 
Der Abend erreicht uns wieder zu früh, wir sind noch weit weg von zu Hause. Ich habe manchmal das Gefühl, daß wir nie ankommen werden.
Wir kommen erst nach 22 Uhr an und wir wollten heute Abschiedsabend machen, weil unsere Freunde morgen schon wegfahren. 


Sie warten auf uns ein bißchen besorgt und wir sitzen dann noch stundenlang auf dem Balkon. Es tut uns allen vier so leid, daß sie wegfahren und wir besprechen, daß wir den Kontakt unbedingt halten werden. (Es ist jetzt schon 9 Jahre her und wir treffen uns jährlich einmal in Ungarn.)

1 Kommentar:

  1. Wieder tolle Fotos und Reiseimpressionen, macht richtig Lust dort auch mal Urlaub zu machen^^

    Liebe Abendgruessle

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