Samstag, 16. Februar 2013

Alpspitzferrata - Update

6. August 2007

…Einfach lässt mich dieser dreieckige Fels, der kleine Bruder der Zugspitze, die 2628 m hohe Alpspitze nicht in Ruhe. Man kann sie schon von weitem von der Straße nach Garmisch-Partenkirchen sehen und sie zieht mich wie ein Magnet zu sich.

Auf dem Bild links:

Nach dem Karwendel Klettersteig wollen wir unbedingt auf die Alpspitze, und wir hier mit einem sehr schwierigen Klettersteig, da hier es immer sehr steil nur nach oben geht. Im August haben wir einen einzigen gemeinsamen freien Tag, wo wir uns ins Auto setzen, um diesen Berg für uns zu erobern.



Wir fahren aus Hammersbach mit der Kreuzeckbahn auf den 1650 m hohen Berg und wandern zum Osterfelder Kopf und ab dort klettern wir. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, wenn wir mit der Alpspitzbahn sofort zum Osterfelder Kopf (2150 m) gefahren wären. Die meisten Ferratakletterer wählen die letztere Lösung, wir wollten aber die vorherige, weil wir keine Kondition haben und haben gedacht, daß die Wanderung zwischen den zwei Bergbahnstationen mit 500 m Höhenunterschied uns eintrainieren wird und so die Kletterei auch leichter sein könnte. 


 





Eins ist sicher, die Kräfte unserer untrainierten Körper saugt schon die zu schnell gemachte Wanderung mit 500 Höhenmetern Unterschied ganz aus. Bei der Osterfelder Hütte essen wir Schokolade und Sandwich, ich trinke stark gezuckertes Getränk, damit mein Blutzucker in Ordnung wird und dann ziehen wir schon die Klettersteigsets an und machen uns auf den Pfad, welcher zu der Ferrata führt. Nach dem schon bekannten Einführungsabschnitt, geht die Ferrata mit Stahlleitern weiter. Ich bin absolut schwindelfrei, habe keine Höhenangst, die Zitterei kommt von der extrem großen und zu schnellen Anstrengung, mein Körper ist nicht gewöhnt von Null plöztlich auf solchige Arbeit sich umzustellen. Dazu kommt noch die dünnere Luft. Ich halte oft kleine Pausen und oft ist in dem Moment mein größter Wunsch, daß ich nicht weiter klettern muß, und es würde ein Hubschrauber kommen, mich von hier von der Wand zu schnappen. :-) 





Von der Osterfelder Hütte müssen wir bis zum Gipfel 500 m Höhenunterschied erklettern. Die Felswand soll man sich wortwörtlich als eine Wand vorstellen, aber die Ferrata wurde hier so arg ausgebaut, daß es schon manchmal nervend ist, es gibt zu viel von dem ganzen Stahlzeug und man ist nur ständig mit der Sicherung beschäftigt. Und diese Menschenmassen! Diese nehmen die ganze Schönheit des Kletterns weg. Die  Alpspitz-Ferrata ist der am meisten besuchte Klettersteig in Deutschland. Mehrmals überholen uns Familien mit 10-12-jährigen Kindern, ohne Ausrüstung! Sie klettern ohne irgendein Zeichen der Anstrengung auf ihren Gesichtern. Während dessen, sterbe ich hier fast und ich wünsche unsere ganze Kletteraktion in die Hölle, aber anderseits würde ich mich für kein Geld umdrehen, wenn ich auch daran sterbe, will ich unbedingt auf diesen gottverlassenen Berg rauf, und egal, was wird, ich werde es auch tun!  



Hier unter uns das Höllental und in der linken Ecke die Zugspitze:

*Wir quälen uns beide noch eine zeitlang, und langsam hört die Übelkeit und Kraftlosigkeit auf, und wir kämpfen uns auf den Gipfel rauf, und was wir dort fühlen, das ist ein unaussprechliches Gefühl. Es ist der este richtige Berggipfel, den wir aus eigener Kraft erobert haben. Es stimmt, es ist nicht so ganz hoch, aber wir sind noch Anfänger! Uns ist es hoch genug! Es ist auch ein unbeschreibliches Gefühl, daß man sich erst wortwörtlich quält und hasst das Ganze, und trotzdem hat nichts anderes im Kopf, als das, daß man unbedingt darauf will. Ein riesen großer Wille entsteht in dem Mensch, was alles zu bekämpfen hilft. Ich glaube, das Klettern ist die beste Methode die Willensstärke zu entwickeln. Echte, Profikletterer würden jetzt über mich lächeln über diese Leistung, aber sie haben es auch einmal irgendwie angefangen. Zudem haben wir es noch ganz von uns selbst ohne einen Kurs oder Vorübungen angefangen.  

Unter uns auf dem Bild Garmisch-Partenkirchen und der ganze Berg, den wir schon erklettert haben:
Auf dem Gipfel:

Das Absteigen ist auch qualvoll. Wir gehen auf der anderen Seite des Berges runter, wo der Weg durch ein Geröllmeer führt, bzw. es gibt gar keinen Weg, nur Steine. Sehr schweres Gelände. So kommen wir irgendwann zu der Bernadeinwand, wo wir schon vor einem Jahr waren. Dann steigen wir von dort in einer Felsrinne über eine Ferrata ab.


Hier haben wir noch eine halbe Stunde Zeit bis die letzte Seilbahn fährt. Nachher kommt wieder das gehasste Geröllfeld. Als wir zu dem normalen Gehweg ankommen, müssen wir schon fast rennen, das wir noch die Kreuzeckbahn vor Betriebsende erreichen.

Es war wirklich ein Knallergefühl den Berg zu besteigen und das Gefühl des Sieges stiftet bald an, neue Ziele zu suchen.

Kommentare:

  1. Uhuuu, lehet, hogy tériszonyom lett volna ott. :)

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    1. Szia Gabi, írj németül, ha akarsz ide, hogy a többi olvasó is megértse. Persze, csak ha akarsz. :-) Nem volt tériszonyunk, nekem olyan csak akkor van, ha valami vékonyka, nagyon inogó függőhidacskán ácsorgok és direkt lenézek és elképzelem, hogy bármikor leszakadhat. De csak az elképzeléstől, ha csak simán lenézek, attól nem.

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  2. Hei, das ist ja mal witzig! Da kenn ich mich auch aus wie in meiner Westentasche! Wir fahren jedes Jahr zum Skifahren auf die Zugspitze und zum Eibsee, wir waren aber auch schon oft im Sommer da....eigentlich ist es egal, wann man da hinfährt, es ist einfach immer superschön da! Kreuzeckbahn, klar, kenn ich! Ich weiß aber nicht, ob ich so klettern würde wie du. Der Skywalk über der Höllenklamm hat mich etwas eingeschüchtert....;-(! Jetzt geht's rauf für dich auf nen anständigen 8000ender was??? ;-DDD Bergsteiger du!!! LG Anne

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    1. Hallo liebe Anne, es freut mich total, daß du dich dort auskennst, es ist immer schön wenn man weißt, worüber man liest. Meinst du den Weg in der Felswand über die Klamm, den finde ich harmlos. Wir waren schon in der Höllentalklamm von alle möglichen Richtungen, hier ein Eintrag für dich: http://reistdiemaus.blogspot.de/2011/01/klettersteig-riffelscharte.html
      und von dem Eibsee habe ich ganz viele Berichte, auch von vorigem Sommer aber auch von Winter...liebe Grüße

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    2. Wenn du in der Liste von Themen auf Garmisch-Partenkirchen und Umgebung gehst, findest du haufenweise Wanderberichte von dieser Region.

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  3. OMG!!! Das sieht ja krass aus. Da seid Ihr ohne Netz und doppelten Boden hochgeklettert? Keine 10 Pferde hätten mich da hochgekriegt. Auch wenn die Aussicht bestimmt galaktisch und alle Mühe wert ist. Ich bin halt ne Schissbux. LG, Nadine

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    1. Hallo Nadine, danke :-) das Coole war dabei, wir haben so was früher nie gemacht, wir haben auf einmal Lust darauf bekommen und haben von einem Ausrüstungsladen alles per Internet bestellt und sind dann auf einen anderen Klettersteig ohne was zu wissen losgegangen, und es war megageil und dann nachher in dem selben Sommer noch 3-4 mal, seitdem leider nie mehr, da es in Deutschland keine andere Klettersteige gibt und nach Österreich haben wir leider keine Zeit für so Tagesausflüge rüberzufahren. Diese Klettersteige waren aber nur A bis C (die einfachsten, die auch ungeübte machen können), D, E würde ich mir auch nicht mehr trauen. Es schein nur auf den Fotos so gefährlich aus, aber in der Wirklichkeit sind dort so viele Seile und eingebaute Stufen, daß es ca. das gleich ist, wie Treppensteigen. Liebe Grüße

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  4. Irre...ich bewundere euch. So geklettert bin ich noch nie, allerdings würde es mich bestimmt auch reizen. Wie oft denke ich hier wenn ich an Berghängen hochschaue:"Da müsste es toll sein", gerade weil wir hier ja auch so viele Höhlen haben^^. Finde ich echt toll dass ihr es gemacht habt, und die Aussicht ist ja auch atemberaubend.

    Berge sind einfach nur faszinierend!!

    Wünsche euch, trotz Arbeit dennoch einen hoffentlich nicht all zu stressigen Sonntag und sende liebste Grüssle

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    1. Hallo Nova, wir sind wirklich nicht mutige Menschen, aber glaubt ihr mir, es ist viel einfacher und harmloser, als auf an manchen Fotos aussieht und es macht riesen Spaß!!!!
      Ja, ich komme gerade aus der Arbeit und gehe dann wieder...so ist es. :-)
      Liebe Grüße

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  5. Wahnsinn! Ich bin auch schwindelfrei und von dem her könnte ich das auch, aber die Strecke macht es aus. Das braucht doch ziemlich viel Kraft und Ausdauer.
    Ich sehe auch immer wieder Leute, auch Familien, die in den Bergen über gefährliche Schneefelder wandern ohne zu sichern, manchmal sogar mit Turnschuhen. Fahrlässig!
    Der Berg gefällt mir!
    Herzliche Grüsse
    Angela

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    1. Ja, das stimmt alles, mit der Fahrlässigkeit und auch mit der Kraft. Uns ging hier oft schlecht, mir haben sie Muskel gezittert uns manchmal hat die Luft auch nicht gereicht, mir ging es manchmal ganz schön übel...es war nicht leicht, und wir sind überhaupt nicht trainiert, aber haben es doch geschafft. LG

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