Sonntag, 15. Mai 2011

Mexiko, Yucatan/die ersten zwei Tage, Cancún, Akumal

1. Tag, 5. November 2009

Ist der Zeitpunkt angekommen, worauf ich ein Jahr lang mit großer Aufregung gewartet habe. Wir müssen um 03 Uhr aufstehen und da ich bis Mitternacht nicht einschlafen konnte, habe ich nur 3 Stunden Schlaf hinter mir. Ich will jetzt von dem Hinflug keinen Roman schreiben, wir treffen unsere Freunde am Frankfurter Flughafen, es klappt alles ziemlich gut, die alte Boeing Maschine von der Condor Fluggesellschaft ist unbequem, aber das Personal sehr nett und aufmerksam. Der 11 und halb stündige Flug vergeht irgendwie. Endlich landen wir am Flughafen von Cancun. Hier empfängt uns dunstige Hitze. Wir müssen 3 Formulare ausfüllen (eins für den Zoll, eins für die Einreise und Aufenthalt und eins wo wir es erklären, daß wir keine Schweinegrippe oder darauf zeigende Erscheinungen haben :D). Als wir ins Flughafengebäude treten, sofort werden unsere Pässe kontrolliert. Mit meinem gibt es schon wieder ein Problem. Drittes Mal schon, seit ich in Deutschland lebe und mit dem ungarischen Pass reise. Ich habe eine rote Vignette in meinem Pass, die meine ehemalige Arbeitserlaubnis ist, aber seitdem Ungarn in der EU ist, gilt es nicht mehr, deshalb ist es auch durchgestrichen. Im Ausland denken sie immer wieder, es wäre ein Verbot (da es rot ist) und deutsch können sie natürlich nicht. Es interessiert sie, was ich in Deutschland mache und wollen nicht verstehen, daß Ungarn in der EU ist. Sie ziehen mich auf die Seite und es fängt eine ewige Erklärung an, aber dann findet der gute Mann in einer Liste, daß Ungarn wirklich in der EU ist. (Es wäre schon Zeit einen neuen Passport für mich machen zu lassen). :)  Unsere Koffer sind alle da. Auswärts werden sie noch einmal durchleuchtet und dann kommt ein komisches Spiel, man soll auf einen großen Knopf drücken (wie bei den Fernsehquizshows) und wenn es grün ist, dann kannst du gehen, wenn aber rot, mußt du deinen Koffer auspacken. Wir haben Glück, aber V. und U. müssen ihre zwei Koffer ausräumen. Wir warten auf sie. Es wird von ihnen nichts weggenommen. 

Der Angestellte des Autovermieters wartet auf uns mit einem Schild mit unseren Namen darauf vor dem Ausgang. Er fährt uns mit einem Kleinbus zu dem nah liegenden Büro. Wir bekommen die zwei Autos schnell (das eine ist aber kleinere Kategorie, als wir es wollten), die Papierarbeit dauert etwas länger. Wir bekommen die extra Erlaubnis bzw. Bestätigung, daß wir mit den Autos nach Belize und Guatemala über die Grenze fahren dürfen. Wir bekommen einen Chevrolet Aveo (großes und bequemes Auto und im Kofferraum haben die zwei großen Koffer locker Platz, da würden noch auch paar Leichen daneben reinpassen :D), V. und U. einen alten Nissan Tsuru. Hier fangen die ersten Mücken an uns zu stechen, aber sie sind so klein, daß ich erst denke, sie wären nur Obstfliegen. Ich habe schon von diesen Mücken gehört. Es dämmert schon bis wir endlich Richtung Cancun Stadt losfahren. Das Auto ist voll mit diesen mini Mücken und bis wir zum Hotel ankommen, habe ich schon auf meinen beiden Armen ca. 30-40 Stiche, super sehe ich aus! Das Hotel (Oasis America) finden wir ziemlich leicht, wir mussten eigentlich nur geradeaus fahren. Der Rezeptionist fragt es sofort, was mit mir los ist, was für eine Krankheit ich habe. Er wundert sich, daß es Mückenstiche sind - die Einheimische beißen nämlich diese Blutsaugmonster nicht! Das Hotel ist sehr schön, niveauvoll, und in der Lobby gibt es zwei Computer mit gratis Internet. Unsere Zimmer sehen aber auf die verkehrsreiche Innenstadthauptstraße, so sind sie sehr laut. Wir duschen erst, und kaufen in dem gegenüber liegenden Kleinladen paar Getränke. Wir sind hundemüde, sind schon seit guten 30 Stunden auf den Beinen. Hier ist jetzt abends 20 Uhr und wir denken, wenn wir jetzt sofort schlafen gehen und bis 7 Uhr in der früh schlafen, dann ist es erledigt, ab dem nächsten Tag werden wir fit.  

Unsere Hotels beschreibe ich einzeln zum Schluß in einem extra Eintrag. 

Allein nur M. schläft die Nacht durch, ich kann nicht schlafen, wie immer an dem ersten Tag, bin ich jetzt auch furchtbar nervös, wie es alles wird. Mein Magen steht im Krampf und ich laufe ständig aufs Klo. Es ist bei mir normal, jeder Urlaub beginnt so. M. kann überall schlafen, er ist mein Murmeltier. :-) 

2. Tag, 6. November 2006

Je fester ich schlafen will, desto weniger gelingt es mir, ich bin die ganze Nacht wach und in meiner Unruhe stehe ich schon um halb 5 auf und fange an Tagebuch zu schreiben. Dann höre ich, daß jemand leise auf unserer Tür klopft. Ich schaue raus, und V. und U. stehen dort mit Handtüchern in den Händen. Sie waren schwimmen im Pool :D, aber der Sicherheitswächter hat sie weggejagt. Sie können auch nicht schlafen. Wir besprechen, daß wir um 7 Uhr gemeinsam frühstücken gehen. 



Der Speiseraum ist sehr elegant, andere sitzen hier im Hemd und wir nur so sportlich in Shorthosen. Das Frühstück müssen wir von einer Menükarte auswählen, es gibt vier Arten (französich, deutsch, amerikanisch oder mexikanisch). Wir bekommen zuerst Früchte und dann das ausgewählte Frühstück. Es hat schon vor dem Frühstück angefangen sehr stark zu regnen, und es sieht nicht so aus, als wenn es aufhören wollte. Ich habe am vorherigen Abend meine E-mails gecheckt und paar Zeilen nach Hause geschickt, daß alles in Ordnung ist. Jemand hat mir aus Ungarn geschrieben, daß den Yucatan ein Zyklon, namens "Ida" erreicht. Ich denke sofort an Mauritius und es macht mich alles sehr unruhig.
Endlich hört es auf und wir packen ins Auto und fahren los. Wir beginnen unsere Rundreise. Zuerst fahren wir zu einem großen Supermarkt (Walmart) und kaufen einige Sachen, die wir in den nächsten Tagen brauchen können (Lebensmittel und Getränke). Der Laden ist groß, modern, sauber und sehr stark klimatisiert und man kriegt hier alles, was man wünscht. Dann fahren wir zu dem Autovermieter den alten Nissan auf die bestellte Kategorie auszutauschen. Leider ist das Auto noch nicht fertig, die Warterei nimmt uns eine Stunde weg. Dann kriegen V. und U. einen neuen Dodge Attitude. Sie sind damit sehr zufrieden, wie auch wir mit dem Chevie.

Bis wir uns endlich auf den weg nach Akumal machen, fängt es wieder zu regnen an, und es wird so stark, daß die Scheibenwischer damit gar nicht klar kommen. Die Scheiben sind total angelaufen und wir sehen fast nichts von der Straße. U's weltklasse Idee war, daß er seine Walky-Takies mitnimmt. Diese Radiosender senden bis zu 3 km Abstand, so können wir auch unterwegs mit einanader kommunizieren, wenn was wichtiges zu besprechen ist. Ich habe mir als Kind immer so was gewünscht, aber habe nie gehabt, jetzt kann ich meine Frustration ausleben. Mir macht das Zeug sehr großen Spaß. :-)  Wenn wir Bullen sehen, stecken wir den Sender sofort unter den Sitz.

Die Luft ist trotz Regen und Wind warm, so wie es auch auf Mauritius war. Die Vegetation ist auch ähnlich zu der dortigen. Die Straße ist von beiden Seiten von Buschwald umsäumt. Die Autobahn hat gute Qualität und zum Glück gibt es gar nicht so viele topes (Bodenschwellen, bzw. auf ungarisch "liegender Polizist"), wie es andere Reisende gesagt haben. Leider trifft unsere erste Programmänderung ein. Wir lassen Tulum's Anschauen wegen dem Regen weg. Wir müssen ein Program in einem geschlossenen Raum herausfinden.  

Wir finden unser zweites Hotel (Gran Bahia Principe Akumal) auch sehr leicht. Hier werden wir 3 Tage verbringen. Ich bin total begeistert von dem Hotel, da ich noch nie irgendwo in einem 5-Sterne Hotel (mexikanische 5-Sterne) mit All Inclusive war. In einem mehr Quadratkilometer großen Park stehen ca. 70, 2-3-stöckige Häuschen. Die Rezeption und der Speisesaal sind in einer riesengroßen Halle, die in Maya Baustil erbaut wurde. Wir checken ein, aber es ist noch zu früh, wir können leider noch nicht ins Zimmer, deshalb entscheiden wir uns schnell, daß wir die eine nahliegende Cenote, mit geschlossenem Dach (also Höhle) besuchen. Cenote ist ein, mit Regenwasser gefülltes Loch, oder Höhlensystem, die sich in dem Kalkstein während Jahrmillionen gebildet hat. Unsere Cenote liegt direkt gegenüber des Hotels, auf der anderer Seite der Autobahn, direkt im Buschdschungel. Wir fragen den Rezeptionisten, wie kommen wir am leichtesten dorthin (wir meinen mit dem Auto), worauf er ohne uns zu Fragen sofort ein Taxi ruft und er sagt, es wäre auf Kosten des Hotels. Er gibt uns auch einen Bon dafür, den dann zum Schluß der Taxifahrer nicht annehmen will und es beginnt eine furchtbare Schimpferei auf spanisch, und wir sagen nur unsere Argumente auf englisch, was er aber nicht versteht und schmeißt uns alle, sehr böse bei der Information der Cenote aus seinem Auto.   

Wir sind bei der Cenote Aktun Chen, von dem wilden Dschungel umgegeben - mit tausenden Mücken. Der Regen gießt. Die Cenote liegt in einem Park, wo man auch Canopy (über Seilen zwischen den Bäumen rutschen) ausprobieren; einen mini Tierpark anschauen; eine trockene Tropfsteimhöhle besuchen kann, oder in der, mit Wasser gefüllten Höhle schnorcheln kann. Jedes einzelne Programm kostet ca. 20 USD. Wir kaufen nur für die Cenote Tickets. Wir bekommen den, auf den Internet ausgedruckten Bon noch 15% Rabatt.

Bei dem Eingang sitzt ein total naßer, festgebundener kleiner Affe. V. geht zu ihm hin und der Affe springt einfach an ihren Hals und umarmt sie so fest, daß keiner den Affen von ihr abnehmen kann. Schließlich schafft es ein Kerl von der Information. 


Von dem Eingang werden wir mit einem Jeep zu der Cenote gebracht, die noch paar Kilometer tiefer im Dschungel liegt. Wo wir ankommen, gibt es saubere Klos, Umkleidekabinen, und abschließbare Schränke. Wir bekommen Schlüssel zu den Schränken und auch Rettungsgurte um die Hüfte, was leider Pflicht ist. Dann gehen wir vier und noch ein junges Paar mit einem Guide zu der Höhle. Währenddessen zerfressen uns die Mücken. Die Höhle ist faszinierend, sie ist von vielen, aus dem Wasser ausstehenden und von der Decke runterhängenden Tropfsteinen beschmückt. Die Wasserfarbe ist azurgrün/blau, es ist kristallklar und durchsichtig, aber sehr kalt. 



Zuerst machen wir eine Schnorchelrunde in der Höhle und dann dürfen wir nicht mehr in die Höhle allein reinschwimmen nur am Rand bleiben. Wir ertragen aber nicht lang das kalte Wasser und wir gehen ziemlich schnell uns anzuziehen. Sofort spritzen wir uns mit Authan voll, das uns wirklich gut von dem Mückenstechen schützt, aber wo nur ein Quadratzentimeter Haut von dem Schmieren ausbleibt, die finden garantiert die Mücken. Der Jeep bringt uns zum Eingang/Ausgang zurück. Hier schauen wir noch die paar Giftschlangen an, die hier in Käfigen eingesperrt sind. Dann fährt uns der Kerl mit dem Jeep (gratis) zu unserem Hotel zurück.  

Das Hotel ist für uns ein giga-mega-luxus, wir können gar nicht mit den vielen Eindrücken satt werden. Wer an solche Hotels gewöhnt ist, dem ist es hier wahrscheinlich nur eine Mittelklasse. Jetzt können wir schon zu unseren Zimmern und wir (und unsere Koffer) werden von der Rezeptionshalle mit einer ganz witzigen Gummiradbahn zu dem, ca. 3-400 m weit liegenden Haus geliefert. In einem Haus sind ca. 8 oder 12 Zimmer. 



Das Zimmer ist auch luxuriös, und hat sehr schöne Einrichtung. Für uns ist es eine königliche Suite. Erstmal in unserem Leben empfangen uns zur Tierform zusammengelegte Handtücher auf dem Bett. Jeden Tag eine andere Tierfigur!



Der Garten ist mächtig groß, schön gepflegt und ist voll mit bunten, singenden Vögeln und mit anderen Tieren. Wir duschen und spazieren danach in dem Garten. Der Baustil ist atemberaubend und das Personal is so nett. Wir sind schon sehr hungrig und weil noch es kein Abendessen gibt, essen wir zuerst Kleinigkeiten in der Snackbar und spazieren weiter, schließlich zurück zu der Restauranthalle. Dort empfängt uns ein Cocktailmixer und bietet Fruchtcocktails an. Wir sollen das Obst auswählen, was direkt vor unseren Nasen frisch gemixt wird und dann kommt Tequila dazu. Sehr lecker. Die Bedienung ist perfekt und elegant. Das Buffet ist in einer extra, großen Nebenhalle, wo die vollgepackten Tische mindestens 50 m lange Reihe bilden. Trotzdem ist es schwierig zu wählen, weil viele Sachen wir gar nicht kennen und zutrauen. Ich probiere mehrere Sorten von Fischfilets, da am Fisch ich mich nie enttäuschen kann. :-) Alles ist lecker. Es werden regelmäßig Weine, andere Alkoholgetränke serviert - die sind nicht mit Selbstbedienung, aber sind genau so drin im All Inclusive. Wir fühlen uns wie Herrschaften und genießen das Abendessen sehr. Wir essen uns sehr voll.


Wir sind schon sehr müde, aber wir sollen nicht früh schlafen gehen, sonst stellen wir uns nie auf die Zeitverschiebung um und werden dann wieder um 05 Uhr wach. Für V.+U. ist es egal, sie gehen gleich schlafen, wir halten mit Qual noch bis halb 9 aus. :D Dann schlafen wir saugut hier. Meine Anfangsnervösität ist auch schon weggeflogen. (Am diesen Tag sind wir 116 km unterwegs gewesen.)

Dieser Eintrag ist hier auf ungarisch zu lesen. 

Kommentare:

  1. Ich finde diese kleinen Black Flys schlimmer als jede Mücke. Was mir, nach so einem Biss, immer sehr gut geholfen hat ist dieser Stick namens After Bite. Stinkt zwar wie "Pumapisse" (mein Ausdruck dafür) aber es schwillt nicht an und hört auf zu jucken.

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  2. :-) Super :-) na, dann nächstes Mal rüsten wir uns mit "Pumapisse" aus. :-)

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  3. Ha...so, nachdem ich vorhin woanders schon ein leckeres Brötchen gesehen habe und nun hier die leckeren Früchte, musste ich meinen erneuten Lesedrang unterbinden und mir erst einmal nen Toast machen *gg*

    Ich finde es immer wieder toll nochmal zu lesen, so bekomme ich auch richtig Lust auf Urlaub bei den tollen Bildern. An das Bild in der Höhle habe ich auch sofort denken müssen als ich beim lesen war...und schwupps zeigt sich M. wieder^^

    Die Erinnerungen an diesen Urlaub kann euch niemand nehmen....und ich bleibe auch bei weiteren Wiederholungsposts dabei^^

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    1. Solche Früchte würde ich jetzt auch gerne frühstücken. :-) LG

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