Sonntag, 18. Juni 2017

Seychellen - Teil 8. / Bootsausflug: Cousin, Curieuse, St. Pierre

7. Tag

Es ist unser letzter Tag auf Praslin. Da wir keinen Tag verschwenden wollten, wo wir Auto hatten, blieb uns nur dieser Tag als Möglichkeit für einen Bootsausflug offen. Die meisten Touristen fahren mit dem Boot auf Curieuse, aber ich habe schon zu Hause gesagt, ich will eine Insel, die was besonderes ist, nicht diese Maßenausflugziele. Ich wollte auf Cousin und Nora wusste einen Ausflug, wo drei Inseln dabei sind, dazwischen auch Cousin, so haben wir die Organisation ihr überlassen. Dieser Tagesausflug mit Mittagessen kostet uns pro Person 120 Euro. Nicht gerade billig. 

Heute stehen wir früher auf, damit wir frühstücken können und wir müssen nur ca. 50 m bis zum Strand laufen, wo das Taucherzentrum eines Hotels ist, hier werden wir aufgenommen. Pünktlichkeit ist hier nicht an der ersten Stelle. Ein kleines Motorboot kommt uns abzuholen. Wir dachten, es fährt mit uns aus zu einem größeren Schiff, aber nicht. Wir fahren nur zu dem zentralen Küstenabschnitt von Anse Volbert und hier steigen wir in ein bißchen größeres Motorboot um. Wir sind zu fünft, mit einem Paar mit kleinem Baby, das auf dem Bauch gebunden ist einer kleinen Asiatin. Unser Kapitän ist ein Rasta, der seine Tonnen Haare unter so einer typischen gehäkelten Mütze aufgeturmt hat. Details wissen wir nicht, so lassen wir die Sachen auf uns zukommen. Das Motorboot springt nicht an. Der Rasta haut kräftig und öfter auf einen Nagel, der aus der Motorhaube raushängt, sobald er wieder reingeklopft ist, springt der Motor an. Guter Anfang! :-) Wir erwarten noch immer, daß wir nur aus der seichten Bucht mit diesem Motorboot rausgefahren werden und beim tieferen Wasser wird ein großes Schiff ankern und dort steigen wir um. Aber nicht. Sobald, daß wir das geschützte Areal des Korallenriffes des Anse Volberts verlassen, rasen wir auf dem offenen Ozean mit einer Nußschale und prasseln auf dem Wasser wie ein kleiner Gummiball, auf den zwei Meter hohen Wellen rauf und runter. Bei jedem hinprallen spritzt eine badewannevolle Wassermenge ins Boot rein und im kürzesten sind wir komplett nass, daß an uns keine Quadratzentimeter mehr gibt, was trocken wäre. Das Badetuch können wir ausdrehen und unsere Wertsachen und die Kamera bleiben nur geschützt, da ich vor dem Urlaub einen wasserfesten Seesack gekauft habe, der wirklich gut schützt. 

Wir rasen vor den Stränden Lazio, Georgette, und Petite Kerlan vorbei und danach überqueren wir den offenen Ozean zwischen Praslin und Cousin, wo die Wellen noch größer sind und ich habe wirklich große Zweifel ob diese Nußschale nicht umkippen wird und wir zum Haifutter werden. Aber wir überstehen es unbeschädigt. ;-)

Anse Volbert

Anse Georgette



Cousin mit ihrem 0,27 km2 Gebiet gehört zu den kleinen Seychellen. Die Insel ist ein bedeutsames Naturschutzgebiet, wo besondere einheimische Vögel und Pflanzen leben. Seit 1968 ist sie ein Vogelschutzgebiet. Hier lebende Vögel sind z.B.: der Seychellennektarvogel, der Seychellenweber, der Seychellendajal, die Feenseeschwalbe,  der Weißschwanz-Tropikvogel,  zwei Arten von Noddi, Zügelschwalben und Sturmtaucherarten, außerdem Gekkos, Aldabra-Schildkröten, echte Caretta-Schildkröten, Flughunde und Schwarznackenhasen.  
(Quelle: wikipedia)



Wir ankern hier vor der Inseln (obere zwei Bilder) und steigen dort in ein kleineres Boot um, das uns zur Küste fährt. Dort werden wir von den Mitarbeiter des Vogelforschungsinstituts der Insel erwartet und registriert. Der Eintritt sind 500 Rupien (30 Euro), aber bei uns ist es schon im Preis drinnen. Es steht ein großes Haus da, das seitlich offen ist, hier kann man seine Sachen abpacken und auf die Tour nur mitnehmen, was man braucht. Wir werden hier laut Sprachen in Gruppen aufgeteilt und sprühen uns alle mit Mückenschutz ein, da es hier recht viele Mücken gibt. Auch so finden die Mücken noch Stellen an uns, wo nicht eingeschmiert sind und stechen uns gnadenlos.
Wir sind in englisch sprachiger Gruppe. Unser junge Guide ist auf Mahe geboren und kennt sich super auch. Er erzählt viel von jedem Lebewesen, dessen Hälfte ich nicht verstehe, aber es ist mir auch egal, ich kann sowieso so viele Infos nicht merken und mag lieber länger zurückbleiben und in aller Ruhe fotografieren können. Jeder Baum ist voll mit Noddis, die gerade am Nestbau sind. 


Es sind hier unten Noddi Seeschwalben:





Die Weißschwanz-Tropikvögel nisten dagegen auf dem Boden, in den Höhlen von großen Baustämmen oder in dem Inneren von ausgekippten Palmen. Die haben schon derzeit flauschige kleine Babys, je Paar immer nur ein Kind.













Außer denen sehen wir noch Seychellendajal, die Feenseeschwalben:




















Brutal scheint die Szene zu sein, als ein Krenbs die Reste eines toten Vogels mitschleppt:













Die geführte Tour dauert ca. eine Stunde und danach haben wir noch kurze Zeit einmal im Meer baden zu können.

Kommentare:

  1. Erst einmal möchte ich dir vielmals danken das es sogleich weitergeht. Finde ich superlieb von dir♥

    Abenteuer pur würde ich sagen, wenn ich mir das auf dem kleinen Boot vorstelle, aber auch so wie es unter Garantie viel schöner ist als auf einem Ausflugsschiff. Zumdem die ja die Inseln nicht angefahren hätten^^ Allerdings finde ich den Preis auch ziemlich teuer, wobei umgerechnet im Vergleich zu anderen Ausflügen die nur ein paar Stunden gehen...

    Jedenfalls toll was ihr dort schon entdecken konntet. Tolle Bilder hast du gemacht und nun warte ich geduldig wie der Ausflug weitergeht...hoffentlich auch ein Bild von der "Nussschale" ;-)

    Hab einen schönen Wochenstart und ganz liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Ja, die Ausflüge sind extrem teuer, wir sind an max. 80 Euro gewühnt von wo anders, aber ja, Seychellen sind eben anders, exklusiv, sagt man. Da war der 30 Euro Eintritt drin, ein Mittagessen und die Fahrt. Ohne Cousin Insel wäre es nur 65 Euro gewesen. Nee, das Boot habe ich nicht fotografiert. ;-) Und sehr gerne, es freut mich, wenn es jemandem gefällt.
      Liebe Grüße, Andi

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    2. Sah das Boot denn so aus wie die in der Bucht im Flogepost?

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    3. Ja, in Teil 9. bei Curieuse sind vor dem weißen Strand ganz viele kleine Motorboote auch, so eins halt.
      Liebe Grüße

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  2. Wirklich faszinierend, die Tierwelt auf dieser Insel, liebe Andi! Die riesigen Schildkröten und diese Vogelvielfalt! Entzückend, die kleinen fluffigen Weißschwanz-Tropikvögel. Dieser Ausflug hätte mir auch gefallen! Ich bin in warmen Ländern immer gerne auf irgendwelchen Inseln oder in Naturschutzgebieten unterwegs - auf Stränden halte ich es allerdings nicht aus (jedenfalls nicht länger als max. eine Stunde). Ich mag weder Sand noch trocknendes Salzwasser auf mir und Sonne vertrage ich mit meiner Rothaarigen-Haut sowieso nicht gut. Deshalb wäre dieses Urlaubsziel vermutlich nicht soo gut für mich geeignet, trotz der schönen Natur, die es auf den Seychellen gibt... Aber deinen Reisebericht finde ich toll!
    Alles Liebe, Traude

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    1. Wir ertragen die Hitze auch sehr schwer, wollen trotzdem doch immer haben und zum Schluß leiden wir extrem. So sehr sogar, daß mein Mann deshalb die Costa Rica Reise erst mal für nächstes Jahr verschieben will und äußerte sich, daß er als nächstes kalten Urlaub will, sogar Alaska oder so was. Ich habe nichts dagegen. ;-)
      Liebe Grüße

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  3. Hallo Andi,
    ihr beide habt eine einzigartige Natur bewundern und ablichten können. Sehr schöne Fotos von diesen seltenen Vögeln und Schildkröten. An so einem Strand würde ich jetzt gerne baden.
    Viele Grüße, Synnöve

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    1. wer für die Natur interessiert ist, dem lohnt es sich auf jeden Fall so ein Ausflug, da man diese Tiere nur hier, nur einmal im Leben sieht.
      Liebe Grüße

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  4. Ihr lieben Blogfreunde & Mitprojektler,

    leider schaffe ich es nicht rum zukommen und jedem Einzelnem
    individuell zu schreiben im Blog und bei Euch! Doch bin ich hier
    und schätze sehr was ich sehen darf!
    Gerne möchte ich Euch ein liebes Zeichen geben, Euch zeigen, dass
    ich hier war, gerne geschaut habe!
    Dankeschön für alles!
    Liebe Grüße
    schickt von Herzen Monika*

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  5. Liebe Andi,
    eine wunderschöne Natur... einfach nur traumhaft schön und so viele verschiedene schöne Vogelarten.
    Da hätte ich auch nicht dem Guide zugehört, ich wäre auch losgezogen und hätte fotografiert. Man kann ja vor dem Ausflug und auch noch später alles nachlesen.
    Es war bestimmt interessant wie so ein kleiner Krebs einen toten Vogel wegschleppt.

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Der Krebs war nicht klein.
      Liebe Grüße

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  6. Schon wegen den tollen Vogelaufnahmen hat sich diese Insel sehr gelohnt....uns hat man von Cousin abgeraten und keiner wollte uns zu dieser Mückenbrutstätte fahren. Dann haben wir uns eben auf Curieuse und St. Pierre beschränkt. Zu viert ohne Essen 150 Euro, auch in der Nussschale...;-)
    LG Sigrun

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    1. Hallo Sigrun,
      die Mücken haben uns null gestört, weil wir uns eingesprüht haben und haben langarige Hemden angehabt, sie haben uns nur 1-2mal stechen können.
      Was wir dort gesehen und erlebt haben, war einzigartig und unvergessbar. Uns hat es sich sehr gelohnt.
      Liebe Grüße

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