Dienstag, 15. August 2017

Sonntag, 13. August 2017

Baumstriezelfabrik

Die Fortsetzung unseres perfekten und supertollen Abend bei unseren Freunden, 
der mit Sushi und Fischsuppe angefangen hat, 
ging mit einer Überraschung weiter, die wir nie erwartet hätten, 
da wir es noch nie erlebt haben, daß jemand häuslich, selber Baumstriezel gemacht hätte.
Noch mehr überrascht waren wir davon, wie einfach es ging. 

Der "Schornsteinkuchen" ist von dem selben Teig, wie ein Hefezopf. 
Es wird um eine spezielle Holzrolle gewickelt, dann mit flüssiger Butter bestrichen 
und dann in Zucker gerollt.
Nachher über Glut gebacken, bis der Zucker karamellisiert wird. 













Frisch, knusprig und lecker. :-)

Der Baumstriezel (ungarisch Kürtőskalács („Schornsteinkuchen“), rumänisch Colac secuiesc oder Cozonac secuiesc, wobei sich das Adjektiv secuiesc auf die Bevölkerungsgruppe der Szekler bezieht) ist ein aus Hefeteig über (meistens) offener Feuerstelle gebackener Kuchen mit Ursprung im südöstlichen Siebenbürgen. (wikipedia)

Wir machten Spaß, daß unsere Freunde dörflichen Tourismus als Nebenjob machen könnten. 
Wir rechneten aus, die drei kleineren Baumstriezel kommen von ca. 300 Forint (= 1 Euro) raus . 
An dem nächsten Tag, sahen wir etwas größere Baumstriezel in der Stadt, da wollten sie schon um die 7 Euro dafür haben. 


Freitag, 11. August 2017

Essen...essen...essen

Es war ein Fressurlaub! :-) 
Wirklich. 
Wir haben den ganzen Tag nur gegessen und erneut gegessen und dazwischen auch gegessen. 
Wenn wir an einem Tag drei Treffen hatten, dann aßen wir dreimal, und oft drei Menügänge, bis mir teilweise schon schlecht ging, da mein Magen schon meine Rippen gedrückt hat, daß das Atmen schwer fiel.:-)


Wunderschöne, oft mächtig große Sonnenblumenfelder gab es überall, aber fast nie konnten wir an der Straße für fotografieren anhalten. Das tat mir sehr leid. 

Nächstes Bild: dörfliches Haus von unseren Freunden


Beim Besuch bei guten Freunden am Land, haben wir gemeinsam gekocht. 
Wir haben unseren Teil von Zwiebelschneiden, Karfotteflschälen usw. ausgenommen, 
so hat es richtig Spaß gemacht. Weniger Spaß war, bei 40 Grad in der Sonne im Garten drei Stunden neben dem Lagerfeuer stehen und das Kesselgulasch rühren. 


Der "bogrács" (sprich: bogratsch) ist ein Metallkessel, den schon alte ungarische Nomadenrittervölker bei ihren Wanderungen für Kochen benützt haben. Der Name stammt aus dem osmanischen-türkischen Wort: bakraç

In Ungarn steht im Sommer auf jeder Veranda, jedem Balkon oder im Garten eine 5-Liter Flasche mit "kovászos" Gurken. 
Das Wort "kovász" steht nirgends in einem Wörterbuch. Wenn ich es in Wikipedia auf ungarisch eingebe, komme ich weitergeleitet auf die deutsche Seite, dort heißt es Sauerteig. Aber es handelt sich hier nicht um den Teig, sonder um das Material, was eben den Sauerteig zu "sauer" macht. Genauer gesagt, handelt es sich hier um Milchsäurebakterien und Hefen, die einen Gährprozess in stande setzen. 

Da werden die Guren länglich halb eingeschnitten, es kommt Salz, Dill und heißes Wasser dazu, oben in Gase gebunden ein Stück Sauerteigweißbrot und dann muß es drei Tage lang in der knaller Sonne reifen (gähren). Der Geschmack ist einzigartig, und sehr lecker. Manche tun noch Knoblauch oder scharfe Pepperonis dazu. 
Im Sommer werden diese Gurken überall automatisch zu dem Essen gelegt.




 Eine Übersetzung im Restaurant hat diese Gurken "fermentierte Gurken" genannt. Finde ich ein bißchen abartig. 😁

 An einem Tag haben wir Ausflug auf den Hortobágy (puszta) gemacht und dort gibt es viele Kesselverkäufer am Straßenrand. Auch Störche hat jedes Dorf, mindestens 2-3 Nester pro Dorf.
 




In Hortobágy haben wir Fischsuppe und Hecht zum Mittag gegessen: 



An einem Abend waren wir bei unseren Freunden, die zwei Wochen vorher bei uns in Deutschland waren. Da mein Mann selber der "Fischgodzilla" ist (also, könnte sich nur von Fisch ernähren) haben unsere Freunde für ihn Sushi und Fischsuppe gekocht.





In dem Nachbarhof waren zehn Ziegen, die uns oft lustig unterhalten haben. 


Mittwoch, 9. August 2017

"Das schwebende Dorf"

Dieser Ort hat seine Geschichte...
Vor 3-4 Jahren erschienen die ersten, mit Fotoprogrammen stark bearbeiteten, wunderschönen Fotos von dem sogenannten schwebenden Dorf an dem Bokoder See (Bokodi-tó).
Schnell ging das Bild um die Welt und besuchten danach viele Fotografen den See und wurden soziale Netzwerkseiten, Magazine und Fotowettbewerbe voll mit traumhaft schönen Fotos von diesen Holzstegen, an deren Enden kleine Wochenendhäuschen von Fischern stehen. 

Der Bokoder See war als Kühlsee für das daneben stehende Bokoder Kohlenwerk hergerichtet. 
Solang, daß das Kohlenwerk funktionierte, fror sein Wasser im Winter nicht zu und zog der See viele Angler zu sich, die hier ein ganzes Dorf von Pfalbauten gebaut haben. 



Kaum ein Mensch kannte vor diesen ominösen Foto den See und schon ist er eine Touristensehenswürdigkeit geworden. Angeblich sind sogar Touristenbusse dahingefahren, 
viele Fotografen und frisch verheiratete Paare "tanzten" auf den Stegen herum, bis es für die Menschen, die dort ihre Ruhe suchten, zu viel geworden ist und haben sie dort eiserne Tore, Schilder mit "Privatgrundstück nicht betreten" und Kameras hergerichtet. 
Das alles wussten wir nicht, als wir den Weg zu diesem See suchten...
 






Wir parkten das Auto hinter einer Brücke, an dem Seeufer und gingen dort mit Hilfe des GPS des Handys auf einer staubigen Piste durch Kieferwälder los. Unser Ziel war noch gut 2 km weit weg, an der anderen Seite des Sees und kein Weg ging direkt an dem Ufer entlang. Eine nette Frau nahm uns mit ihrem Auto auf und fuhr uns ein Stück mit, sie war auf dem Weg ihren Mann nach dem Angeln abzuholen. 
Aber wo sie uns raustat, fanden wir wieder gar keinen direkten Weg zu den Stegen. 
Wir fragten Menschen in Gärten, die aber ziemlich unfreundlich waren und uns sogar falsche Hinweise angegeben haben. Man kann sich dort leicht verlaufen, die Wege sind wie ein Labyrinth. 
Schließlich fanden wir paar Stege mit Holzhäusern, aber nicht die, die auf den berühmnten Fotos sind, die waren von hier noch weit weg. 




Ich machte zwei Bilder mit dem ND-Filter und kam schon jemand.
Wir hielten es besser, hier wegzugehen, bevor jemand mit uns böse wird und bevor die Dunkelheit eintritt und wir uns verlaufen würden, da die Batterie im Handy bald leer war.  

Mein erstes Foto ist ziemlich nichts sagend, nicht vergleichbar, mit bekannten Bildern von hier. 
Jeder erzählt, die Fotos sind immer stark bearbeitet. 
Ich benütze Fotobearbeitungsprogramme wegen fehlenden Kenntnissen nicht oder kaum, 
das war hier mein erster Versuch, sowas zu erreichen, was ich mir vorgestellt habe.
Also, das zweites Bild ist identisch mit dem ersten, nur stark nachbearbeitet von mir:



Dann haben wir uns schnell auf den Rückweg gemacht, weil es schon gedämmert hat. 
Unterwegs hielten wir noch oft zum Fotografieren an, aber immer stand was im Weg, was den freien Blick nicht erlaubt hat.



























Es war abenteuerlich und interessant, aber auch Enttäuschung.

Und irgendwas muß ich noch erzählen.
Auf dem Weg nach Tata an einer sehr befahrenen Landstraße stand auf einmal ein riesiger Hirsch an dem Straßenrand. Er war so groß wie ein Pferd und hatte mächtiges Geweih.
Wir haben noch nie im Leben einen Hirsch überhaupt freilebend gesehen!
Es war Glück, daß er nicht vor unser Auto gesprungen ist,
er hat sich umgedreht und ist ins Gebüsch gesprungen.
So ein mächtiges schönes Tier zu sehen, war für uns schon allein ein großes Erlebnis.